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Mitarbeiter von Schott Solar und Politiker protestieren gegen geplante EEG-Novelle

Etwa 300 Mitarbeiter der SchottT Solar AG haben heute in Alzenau gegen die Gefährdung ihrer Arbeitsplätze durch einen neuen Gesetzentwurf protestiert. Auslöser der Aktion ist die Planung des Bundesumweltministeriums, die Einspeisevergütung von Solarstrom zum 1. April massiv zu kürzen. Unterstützung erhalten die Mitarbeiter bei ihrer Protestaktion von Politikern aller Parteien. Der stellvertretende Bürgermeister von Alzenau, Dr. Alexander Legler (CSU), zitierte in seiner Rede den CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Horst Seehofer dahingehend, dass man sich im Ministerrat der von Schott Solar geschilderten Problematik kurzfristig annehmen wolle.

Der Vorstand der Schott Solar AG, Bürgermeister Scharwies sowie Landrat Dr. Reuter und zahlreiche Politiker aus der Region hatten Seehofer gestern in einem Gespräch in Alzenau auf die Situation der Solarindustrie in Deutschland aufmerksam gemacht. "Wir haben bereits 2009 ein schwieriges Jahr hinter uns. Mit der geplanten zusätzlichen Absenkung würde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Wir beschäftigen in Deutschland allein 1.200 Mitarbeiter. Deren Arbeitsplätze sehen wir gefährdet", sagt Dr. Martin Heming, CEO von Schott Solar. "Bereits zum Jahresbeginn wurde die Solarvergütung um 9 bis 11 Prozent reduziert. Die geplanten zusätzlichen Absenkungen von bis zu 44 Prozentpunkten bis zum 1. Januar 2011 gefährden sowohl unsere Investitionen als auch unsere Arbeitsplätze", sagte Klaus Bernhard Hofmann, Sprecher des Schott Konzerns und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW).

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Von der Kürzung stark betroffen seien nicht nur Hersteller wie Schott Solar, sondern vor allem auch die vielen lokalen Elektrobetriebe, die die Anlagen beim Kunden auf den Dächern montieren. Ministerpräsident Seehofer äußerte Verständnis dafür, dass die Industrie verlässliche und planbare Rahmenbedingungen für Investitionen in Produktionsanlagen und damit für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Bayern brauche.

Mit der Protestaktion "Symbolische Werksschließung" machen heute unternehmensübergreifend die Mitarbeiter an zahlreichen deutschen Solarstandorten auf ihre Situation aufmerksam. Schott Solar beteiligt sich an den beiden Produktionsstätten Alzenau und Jena.

Bildinformation: Über 300 Mitarbeiter demonstrierten am 04.02.2010 bei Schott Solar in Alzenau gegen die geplante Senkung der Solarförderung und den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze. Insgesamt 1200 Jobs sind bei Schott Solar in Deutschland in Gefahr, davon 650 in Alzenau. Bei der symbolischen Werksschließung vor dem Werkstor in Alzenau v.l. Berthold Martin, Betriebsratsvorsitzender Schott Solar - Dr. Alexander Legler, Stellvetretender Bürgermeister Stadt Alzenau, CSU - Helmut Schumacher, SPD - Hans-Josef Fell, MdB, Die Grünen - Heidi Wright, Ex-MdB SPD - Dr. Martin Hemig, CEO Schott Solar AG - Christine Scheel, MdB Die Grünen

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