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Mann+Hummel: Schwache Entwicklung in Westeuropa

Der Filtrationsspezialist Mann+Hummel verzeichnete im ersten Halbjahr 2012 ein Umsatzplus um 5,8 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Die Anzahl der Stammmitarbeiter ist im gleichen Zeitraum weltweit um ebenfalls rund 5 Prozent auf 15.000 gestiegen. Das Wachstum fand überwiegend in den USA, Brasilien, Asien und Osteuropa statt. Das Ergebnis (EBIT) bezeichnete das Unternehmen als zufriedenstellend.

Mann+Hummel-Chef Manfred Wolf: "Die Geschäftsentwicklung spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Lage und die unserer Kernbranche Automobil wider. Wir sind vornehmlich in den USA, Brasilien, Asien und Osteuropa gewachsen."

"Die Geschäftsentwicklung von Mann+Hummel spiegelt die allgemeine wirtschaftliche Lage und die unserer Kernbranche Automobil wider. Wir sind vornehmlich in den USA, Brasilien, Asien und Osteuropa gewachsen", erläutert Geschäftsführer Manfred Wolf die Zahlen. "In Westeuropa sind die Umsätze unserer Gruppe leicht rückläufig. Im Wesentlichen durch die schwache Entwicklung in den Märkten Frankreich, Italien und Spanien. Das Ersatzgeschäft entwickelt sich bisher gut, allerdings auch mit Schwächen in den südeuropäischen Märkten. Gute Nachrichten kommen dieser Tage kaum aus Europa."

Außerhalb der Eurozone setze sich das weltweite Wirtschaftswachstum jedoch fort. Das in Ludwisgburg ansässige Unternehmen habe seine internationale Präsenz strategisch ausgebaut und nehme an dieser Entwicklung teil, heißt es.

Die hohe Nachfrage im Automobil- und Maschinenbausektor in den Wachstumsmärkten Asiens und der Nachholbedarf in den USA kompensieren bei Mann+Hummel die westeuropäische Delle. Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr 2012 einen Umsatz von ca. 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,47 Milliarden Euro).

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Im Gesamtmarkt der weltweiten Filtrationsanwendungen sieht die jüngste Studie des unabhängigen US-amerikanischen Marktforschungsinstituts Freedonia den Ludwigsburger Filterexperten als Nummer 1. Im stark fragmentierten Filtrationsmarkt drängen sich zahlreiche Wettbewerber, die jeweils nur einstellige Marktanteile erreichen. Mit einem umsatzbezogenen Marktanteil von 4,1 Prozent liegt Mann+Hummel dabei noch an erster Stelle. Das Institut taxiert den Gesamtmarkt 2010 auf etwa 38 Milliarden Euro und prognostiziert bis 2020 jährliche Wachstumsraten von etwa 7 Prozent. Als Wachstumstreiber nennt Freedonia die Regionen Asien-Pazifik, Südamerika/NAFTA, Afrika/Mittlerer Osten und Osteuropa. Mann+Hummel ist in den genannten Wachstumsregionen nach eigenen Angaben ein gefragter Entwicklungspartner und Lieferant.

Die große Kooperation europäischer Distributeure des unabhängigen automobilen Ersatzgeschäfts Temot International zeichnete Mann+Hummel als Lieferant des Jahres aus.

In Russland hat Mann-Filter bereits zum zweiten Mal in Folge mit 27 Prozent und deutlichem Stimmenvorsprung den Preis "Beste Filtermarke für ausländische Fahrzeuge" erhalten.

Mitglieder der Händlerorganisation ADI (Auto Distribution International) haben die Mann-Filter Vertriebschefin Petra Engels im April zum "Aftermarket Professional of the Year" gewählt. Diese Auszeichnung ging erstmals an einen Vertreter der Zulieferindustrie.

Die regional unterschiedliche Geschäftsentwicklung der Gruppe wird sich mittelfristig fortsetzen. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte sagte Wolf: "Wir beobachten unserer Absatzmärkte sehr genau. Die Konjunktur ist in den meisten Märkten von Unsicherheit geprägt. Wir haben uns auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet, stellen uns aber eher auf schwächere Geschäfte ein."

Die Gruppe hat das Ziel, bis 2018 den Umsatz von 2,47 Milliarden Euro (2011) auf mindestens 3,4 Milliarden Euro zu steigern und zu je 25 Prozent in Nord- und Südamerika und in Asien zu erwirtschaften. Im Mai 2012 beispielsweise hat der Filtrationsspezialist seine vierte Produktionsstätte in China, in Liuzhou, eröffnet, eine zusätzliche Produktionslinie in seinem Werk in Jinan in Betrieb genommen und die Erweiterung des Werkes in Changchun gestartet. Zuletzt hat die Gruppe im August 2012 den etablierten chinesischen Filterhersteller Bengbu Haoye mit über 500 Mitarbeitern übernommen.

Rund 800 Forscher und Entwickler arbeiten für die Gruppe weltweit an Filtrationslösungen für industrielle, automobile und wasserspezifische Anwendungen. Das Deutsche Patent- und Markenamt führt das Unternehmen in der Liste der aktivsten deutschen Patentanmelder. 111 Patente hat der Filtrationsspezialist 2011 in Deutschland beantragt. Innovationen sind ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe und haben den Konzern zum Marktführer gemacht. kf

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