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Apps und fliegende Teppiche

Anwender der Software von Siemens PLM Software trafen sich Mitte Mai wieder anlässlich der Siemens PLM Connection. Themen waren unter anderem Möglichkeiten des mobilen Teamcenter-Zugriffs per ‚App‘ und eine Einordnung von Daimlers Entscheidung für NX in das Gesamtkonzept des Automobilbauers.

Teamcenter und NX als neue iPad-2-Anwendung? Wahn oder Wirklichkeit der Mobilität? Das fragte die Heidelberger PLM Benutzergruppe e.V. am 1. April! die Empfänger ihres Newsletters – und lud damit Mitte Mai zur Siemens PLM Connection Deutschland 2011 im Lufthansa Training & Conference Center in Seeheim ein. Nun weiß man, dass es sich nicht um einen Aprilscherz handelte: Bereits Mitte 2010 stellte die Willstätter BCT Technology AG mit iPDM eine ‚App‘ für den Zugriff auf Teamcenter-Daten vor, Siemens PLM Software selbst folgte im Frühjahr dieses Jahres mit Teamcenter Mobility. Allein auf die Antwort zur zweiten Frage müssen wir wohl noch etwas warten. Immerhin – es geht!

Das Programm der zweitägigen Konferenz war dicht gefüllt, rund um das Lösungsportfolio von Siemens PLM Software gab es zahlreiche Vorträge und Workshops. Seinen Einstand auf der Veranstaltung gab auch Urban August, bei Siemens PLM Software seit letztem Jahr Senior Vice President and Managing Director in Deutschland.

Einen der spannendsten Vorträge hielt direkt zu Beginn der Veranstaltung Prof. Alfred Katzenbach, Leiter Engineering IT bei der Daimler AG. Spannend deshalb, weil er den Ende letzten Jahres bekannt gewordenen Systemwechsel des Automobilbauers von Catia zu NX in das dahinter stehende Gesamtkonzept der Stuttgarter einordnete. „Die IT muss einfacher werden“, betonte Katzenbach, „denn die Komplexität der Fahrzeuge lässt sich nicht reduzieren.“ Letzteres zeigte er anschaulich an der ‚Vision vom fliegenden Teppich‘. Die nächste Generation der S-Klasse soll in der Lage sein, über die Abtastung der Fahrbahn das Fahrwerk so zu steuern, dass die Insassen förmlich schweben. Die dahinter steckende Mechatronik ist entsprechend komplex – was sich aber eben nicht ändern lässt.

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Verständlich also, dass Daimler die IT einfacher gestalten will, um die Komplexität der Fahrzeuge in den Griff zu bekommen. Keine einfache Aufgabe, denn: „Allein 50 Prozent der Lines of Code unseres PDM-Systems Smaragd entfallen auf Schnittstellen-Lösungen zu anderen Systemen“, so Katzenbach weiter. Zudem müssten die Entwickler bislang zwischen 15 und 20 Applikationen bedienen und die Produktdaten lägen verteilt in verschiedenen Backend-Systemen. „Stück für Stück wollen wir unsere IT-Architektur deshalb umbauen.“ Künftig soll es an die jeweilige Aufgabe des Mitarbeiters angepasste Arbeitsplätze (Role Based Workplaces) geben, die über einen standardisierten Common Engineering Client auf Daten und Services zugreifen, die der Engineering Service Bus liefert. So will man die IT-Systeme entkoppeln und gleichzeitig Prozesse flexibel und durchgängig unterstützen. Wer den Stuttgartern also künftig Software liefern will, muss dazu den Engineering Service Bus nutzen. Die in der Branche gelegentlich auftauchende Frage, wem CAD-Daten gehören, hat Daimler damit – wie zu erwarten – klar beantwortet. Interessant auch: Die Durchgängigkeit soll auch über die Nutzung des JT-Formats sichergestellt werden.

Michael Corban, CAD-CAM REPORT

PLM-Benutzergruppe e.V., Heidelberg, Tel. 06221/650133-5, http://www.plm-benutzergruppe.de

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