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Kübler blickt erwartungsvoll ins neue Jahr

Die Paul H. Kübler Bekleidungswerk GmbH & Co. KG konnte ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6 Prozent auf 30,3 Mio. Euro steigern (Gruppe: 38,4 Mio. Euro). Die Erholung der Gesamtwirtschaft 2010 habe sich erst mit etwas Verzögerung auf die Nachfrage nach Berufsbekleidung ausgewirkt, beschreibt Geschäftsführer Roland Simon die Entwicklung in seiner Branche. Dank des Instruments Kurzarbeit hat Kübler das sehr schwierige Jahr 2009 mit seinen Nachwirkungen in das Jahr 2010 ohne Entlassungen überstanden. In Plüderhausen sind 240 Mitarbeiter beschäftigt, davon 100 Fachkräfte in der Fertigung von Berufsbekleidung.

Das Festhalten an der Produktion in Deutschland hat für Kübler strategische Bedeutung.
"Wir können die Mengen hier sehr flexibel steuern, sei es um Kleinstmengen zu fertigen oder Engpässen bei stark schwankender Nachfrage kurzfristig entgegenzuwirken", sagt Simon. Eine zentrale Rolle spiele die Fertigung vor Ort auch für die Qualitätssicherung. ¿Durch die hier permanent gesammelten Erfahrungen, wissen wir, was wir von unseren Konfektionären im Ausland bezüglich Umsetzung, Kosten und Qualität erwarten können, und sind in der Lage, Fehlerquellen umgehend zu beheben", führt er weiter aus. Wichtige Unterstützung erhält das Werk in Plüderhausen von der unternehmenseigenen Produktion in Ungarn mit 200 Beschäftigten.

Neben der eigenen Fertigung setzt der Berufsbekleidungsspezialist seit Jahren auf Partner in Europa, Asien und Afrika. Auf die 2010 stark gestiegenen Konfektionskosten im asiatischen Raum und Lieferengpässe - allein in China wurden 60.000 Textilfirmen geschlossen - reagierte Kübler sofort und verlagerte in den vergangenen Monaten einen Teil der Produktionskapazitäten nach Europa zurück. "Die Früchte dieser intensiven Bemühungen"
will Simon 2011 ernten. Er geht davon aus, dass dieses Jahr für die Textilbranche und vor allem für die Hersteller von Berufsbekleidung ein besonderes sein wird. Entscheidend sei 2011die Verfügbarkeit von Ware, der Preis spiele eine untergeordnete Rolle.

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Bereits im letzten Jahr sind die Baumwollpreise aufgrund von weltweiten Ernteausfällen, der höheren Binnennachfrage im asiatischen Raum und Spekulationen sprunghaft angestiegen, seit August 2010 um über 75 Prozent. Die synthetischen Gewebe haben im Windschatten nachgezogen. Wie sich die Kosten für Rohstoffe und die Konfektion in Asien weiter entwi-ckeln werden, sei derzeit nicht kalkulierbar, erklärt Branchenkenner Bernd Meyer, der als Geschäftsführer von Kübler unter anderem für das Supply Chain Management verantwortlich ist. Er geht allerdings davon aus, "dass die Zeit von Billigprodukten vorbei ist". Für einen Hersteller wie Kübler, der sich stets zu Qualitätsbekleidung bekannt und die untersten Preissegment nie bedient hat, könne das nur von Vorteil sein.

Neben den Anstrengungen zur Sicherung der Lieferfähigkeit investierte Kübler 2010 in die Entwicklung neuer Produktlinien, wobei der Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung den Schwerpunkt bildete. Mit der Kollektion Safety X, die seit Januar lieferfähig ist, eröffnet Kübler Handelspartnern und Endkunden eine neue Dimension im Arbeitsschutz. Die konsequent modular aufgebaute Schutzbekleidung ermöglicht es erstmals, mit ein und demselben modernen Kleidungsdesign bis zu acht Normenanforderungen zu erfüllen. Abhängig von den Gefährdungen, denen der Träger ausgesetzt ist, lässt sich Safety X individuell mit den erforderlichen Schutzfunktionen ausstatten. Kübler entspricht damit dem Wunsch der Kunden nach optisch einheitlicher Bekleidung für Mitarbeiter im PSA-Bereich, auch wenn deren Schutzanzüge unterschiedlichen Auflagen zu genügen haben.

Für die Kübler Gruppe peilt Geschäftsführer Simon 2011 ein Umsatzwachstum von über 10 Prozent an. Dazu sollen neben den PSA-Produkten vor allem die Workwear-Kollektionen Inno Plus, Image Vision und Dynamic Dress beitragen. Diese waren schon im letzten Jahr wichtige Umsatzträger und hielten unter anderem Einzug bei der Papierfabrik Scheufelen GmbH + Co. KG, Lenningen, der Zeller+Gmelin GmbH & Co. KG, Eislingen und den Stadt-werken Sindelfingen. In der Entwicklungsabteilung in Plüderhausen laufen die Vorbereitungen für die größte europäische Arbeitsschutzmesse A+A im Oktober in Düsseldorf bereits auf Hochtouren. Mit zwei komplett neu konzipierten Kollektionen will Kübler seine Kompetenz und Innovationskraft erneut unter Beweis stellen.

Der zur Kübler Gruppe gehörende Berufsbekleidungshersteller Kempel konnte 2010 wieder Fahrt aufnehmen. Im Sinne der Zwei-Marken-Strategie in der Kübler Gruppe hat Kempel sein Profil weiter geschärft. Im Fokus steht dabei die Zielgruppe Handwerk, für die eine spezielle Kollektion kreiert wurde. lg

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