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KSB Konzern: Zuwachs im Auftragseingang bei stabilem Umsatz

Trotz weiter bestehender Konjunkturrisiken zeigte die weltwirtschaftliche Entwickung auch im dritten Quartal 2010 einen klaren Aufwärtstrend. Vor allem Unternehmen außerhalb Europas tätigten wieder in größerem Umfang Investitionen, die sie in der Zeit der Wirtschaftskrise ausgesetzt hatten. Von diesen Investitionsentscheidungen profitierte der Maschinenbau in Europa einschließlich der Pumpen- und Armaturenindustrie. Dabei war die Nachfrage der aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien wichtigste Triebkraft für den Export.

Auftragseingang und Umsatzentwicklung

Der Auftragseingang im Konzern, der zur Jahresmitte noch unter dem Vorjahreswert gelegen hatte (- 2,3 Prozent), erreichte im dritten Quartal ein deutliches Plus. Im Neun-Monats-Vergleich war das Gesamtvolumen der Aufträge damit um 6,5 Prozent größer als im Vorjahr und betrug 1.564,2 Mio. Euro. Zu dieser positiven Entwicklung haben vor allem die Auftragseingänge in den Regionen Asien / Pazifik, Amerika sowie Mittlerer Osten / Afrika beigetragen, die jeweils in zweistelliger Prozenthöhe gestiegen sind.

In den europäischen KSB-Gesellschaften war die Summe der Auftragswerte wegen des spätzyklisch reagierenden Projektgeschäfts insgesamt geringer als im Vorjahr. Dieser Rückstand ist in erster Linie auf die Auftragslage der KSB AG zurückzuführen, deren wieder erstarktes Standardgeschäft den Rückgang der Aufträge im Anlagengeschäft nicht ausgleichen konnte. Entsprechend verzeichnete die KSB AG für die ersten neun Monate im Vorjahresvergleich ein Minus von 8,7 Prozent. Dies bedeutet allerdings eine markante Verbesserung gegenüber dem Halbjahreswert (- 21,9 Prozent).

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Im Umsatz erreichte der Konzern bis Ende September ein Volumen von 1.400,4 Mio. Euro und damit das Niveau des Vorjahres. Entsprechend der besseren Geschäftsentwicklung in den außereuropäischen Märkten hat sich die Struktur des Umsatzes zugunsten der Gesellschaften in den Regionen Asien /Pazifik, Amerika und Mittlerer Osten /Afrika verändert.

Die Umsatzentwicklung in Europa blieb hinter der des Vorjahres zurück. Ein Wachstum verzeichnete das Servicegeschäft, bedingt durch einen hohen Nachholbedarf vieler Kunden.

In der Betrachtung der Auftragseingangs- und Umsatzentwicklung im Konzern ist die Erstkonsolidierung fünf kleinerer Gesellschaften in Deutschland, Italien, Kanada, Norwegen und Russland zu berücksichtigen. Diese bewirkte bis September 2010 einen zusätzlichen Auftragseingang von insgesamt 31,0 Mio. Euro, entsprechend 2,0 Prozent des Gesamtvolumens, sowie einen zusätzlichen Umsatz von 22,7 Mio. Euro gleich 1,6 Prozent des Konzernwertes.

Veränderung der Belegschaftszahlen

Der Anstieg der Belegschaftszahl um 402 Mitarbeiter ist hauptsächlich auf die fünf erstkonsolidierten Gesellschaften zurückzuführen; diese zählten Ende September insgesamt 286 Personen. Darüber hinaus erhöhte die KSB AG in nennenswertem Umfang die Zahl ihrer Auszubildenden und Kombistudenten, um dem zu erwartenden Fachkräfte- und Ingenieurmangel frühzeitig entgegenzuwirken. Personell verstärkt hat sich außerdem die KSB Service GmbH.

Ertrags- und Finanzlage

Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) liegt nach neun Monaten wie angekündigt unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Dies resultiert zum einen aus dem verstärkten Preiskampf im Markt, der vor allem bei Projektaufträgen eine verminderte Erlösqualität zur Folge hatte. Zum anderen wird das Ergebnis durch höhere Abschreibungen für die in den Vorjahren getätigten Großinvestitionen sowie durch Mehrkosten im Personalbereich belastet.

Die finanzielle Situation des Konzerns ist weiterhin sehr solide und hat sich gegenüber dem Jahresende 2009 nochmals verbessert.

Perspektive

KSB rechnet damit, dass sich die moderate Erholung im Standardgeschäft fortsetzt, während das Projektgeschäft weiter stagniert. Insgesamt geht man heute davon aus, dass das Unternehmen im Jahr 2010 sowohl beim Auftragseingang wie beim Umsatz gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Wachstum erreichen könnte. Aufgrund der genannten Randbedingungen wird allerdings das Konzernergebnis, wie angekündigt, deutlich hinter dem des Vorjahres zurückbleiben.

Wichtigste Aufgabe für die kommenden Jahre bleibe die Umsetzung der Konzernstrategie, die auf ein nachhaltig profitables Wachstum ziele. Dazu würden die Aktivitäten in attraktiven Märkten, einschließlich der Einführung neuer und verbesserter Produkte sowie effizienterer Prozesse verstärkt. lg

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