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Korea: VDW zeigt Flagge

Mitte Oktober feierte die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im Rahmen eines VDW-Symposiums in Seoul ihr Debüt. 18 namhafte Unternehmen stellten ihre Produkte und Dienstleistungen vor und nutzten die Plattform als wertvolle Kontaktbörse. Mit 260 Teilnehmern auf koreanischer Seite war die Veranstaltung binnen kurzer Zeit ausgebucht, heißt es.

Wichtiger Bestandteil des VDW-Symposiums war ausreichend Zeit für bilaterale Gespräche mit den koreanischen Kunden. Im Bild: Dr. Benedict Korischem, Geschäftsführer Peiseler GmbH in Remscheid (m.) mit zwei koreanischen Kunden.

"Das zeigt den hohen Stellenwert des südkoreanischen Marktes für die deutschen Hersteller und das Potenzial, das ihm zugeschrieben wird", sagt Klaus-Peter Kuhnmünch, beim VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main verantwortlich für die Organisation der VDW-Symposien. Von deutscher Seite vertreten waren die Firmen Alzmetall, DMG, Grob-Werke, Hamuel, Heckert, Heller, Hermle, Kapp Gruppe, Körber Schleifring, Leistritz, Liebherr Verzahntechnik, MAG IAS, Niles- Simmons-Hegenscheidt, Peiseler, Profiroll, Schwäbische Werkzeugmaschinen, Trumpf und Weisser.

Der südkoreanische Werkzeugmaschinenmarkt umfasste 2011 ein Volumen von 3,7 Mrd. Euro. Er stand damit auf Platz 5 der größten Werkzeugmaschinenmärkte weltweit. Nach aktuellen Prognosen wird der Werkzeugmaschinen-verbrauch im laufenden Jahr leicht rückläufig sein, um jedoch 2013 mit 3 Prozent, 2014 mit 7 Prozent und 2015 mit 8 Prozent wieder durchzustarten. Fast ein Fünftel der südkoreanischen Werkzeugmaschinenimporte kommen aus Deutschland. Grund genug für deutsche Hersteller, seit vielen Jahren zweitwichtigste Lieferanten von Werkzeugmaschinen, die Fahne hochzuhalten. "Wir sehen für uns in Südkorea großes Potenzial, vor allem bei den Bearbeitungszentren für spezielle Bearbeitungen in der Luft- und Raumfahrt sowie im Großmaschinenbau für den Container-Schiffsbau. Südkorea steht für uns in Asien auf Platz 2 mit wachsendem Bedarf", berichtet Klaus Kräher, Leiter Gesamtvertrieb bei der Niles-Simmons GmbH in Chemnitz. Südkorea hat sich in den vergangenen Jahren für die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie zu einem Wachstumsmarkt entwickelt. Von Platz 25 in der Rangreihe der wichtigsten Absatzmärkte und 162 Mio. Euro im Jahr 2008 gestartet, ist der deutsche Export um mehr als 25 Prozent auf zuletzt 205 Mio. Euro auf Platz 10 im vergangenen Jahr gestiegen. Die Ausfuhren umfassen eine breite Palette von Technologien. Schwerpunkte liegen bei Verzahnmaschinen, Bearbeitungszentren, Lasermaschinen, Schleif-, Hon-, Läpp- und Poliermaschinen, Fräsmaschinen, Drehmaschinen und Pressen. "Die Bedeutung des koreanischen Marktes nimmt ständig zu, da die Industrialisierung in allen Bereichen deutlich wächst. Damit sind Potenziale für unser komplettes Fertigungsprogramm gegeben", bekräftigt Hans-Ullrich Jäckel, Leiter Vertrieb bei der Kapp GmbH in Coburg.

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Südkoreanische Hersteller auch Wettbewerber in Deutschland

Auch als Lieferant steht Südkorea unter den Top-10 auf Platz 8 mit einem Importvolumen von 112 Mio. Euro im vergangenen Jahr. Das entsprach einer Steigerung von 86 Prozent. "Nach unserem Eindruck spielen die koreanischen Wettbewerber im deutschen Markt eine immer stärkere Rolle. Wir beobachten sie sehr genau, da wir den einen oder anderen Auftrag im Einstiegsbereich, aber auch im mittleren Segment, an sie verlieren", bestätigt Dr. Jens Hardenacke, CEO bei DMG Asia in Singapore.

Von koreanischer Seite nahmen rd. 260 Kunden am VDW-Symposium teil. Sie kamen vorrangig aus der Automobilindustrie, dem allgemeinen Maschinenbau sowie der Elektro- und Elektronikindustrie. Mit dabei waren u.a. Vertreter von Robert Bosch Korea, Carl Zeiss Korea, Delphi (Automobilzulieferer), Doosan (Maschinenbau), Doyang Engineering (Elektronikindustrie), Hanjin (Energie-technik), Hyundai (Automobilindustrie), M&I (Maschinenbau), YG-1 (Werkzeugmaschinenindustrie), u.v.m.

Insbesondere der Maschinenbau sowie die Elektro- und Elektronikindustrie planen mittelfristig in den kommenden drei Jahren jeweils zweistellige Steigerungen ihrer Anlageinvestitionen. Bereits in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres sind südkoreanische Bestellungen deutscher Werkzeugmaschinen um 85 Prozent gewachsen.

Da kommt das VDW-Symposium gerade richtig, um den südkoreanischen Investoren Anregungen für neue Produkte und Lösungen zu geben. "Das Symposium ist ein hervorragendes Forum, um sich an Hand der detaillierten Präsentationen über die neuesten Entwicklungen der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie zu informieren", sagt Chong-Ung Lee, Präsident der Hella Korea Inc. in Seoul.

Deutsch-koreanische Kammer bestätigt positive Rückmeldungen der koreanischen Teilnehmer

Partner des VDW für die Organisation des Symposiums war die deutsch-koreanische Industrie- und Handelskammer in Seoul. Friedrich Stockinger, Präsident der Kammer und Geschäftsführer von Trumpf Korea, sagt: "Das Symposium hat für die deutschen mittelständischen Unternehmen aus der Werkzeugmaschinenindustrie eine ideale Plattform geboten. Sie konnten ihre technischen Kompetenzen vor einem Fachpublikum aus zahlreichen Anwenderbranchen gezielt präsentieren. Die koreanischen Teilnehmer haben das hohe Niveau der Veranstaltung klar bestätigt. Die ersten Reaktionen zeigten, dass die Erwartungen der deutschen Vertreter durch viele positive Rückmeldungen aus dem Publikum weit übertroffen wurden." kf

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