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juwi fordert faire Besteuerung für Dienstwagen mit Elektroantrieb

Seit 2010 setzt die juwi-Gruppe auf emissionsfreie Elektrodienstwagen.

Nach derzeitiger Besteuerungspraxis verursachen Dienstwagen mit Elektromotor für Arbeitnehmer fast die doppelten Kosten wie klassengleiche Benziner. Mit einem Prozent des Listenpreises veranschlagt, der als geldwerter Vorteil versteuert werden muss, ist das Elektroauto wegen der höheren Anschaffungskosten finanziell nicht attraktiv - hier müssen von der Politik dringend Anreize geschaffen werden. Im Sinne der Umwelt, der Menschen und mit Blick auf die Herausforderungen der Zukunft. Dafür will sich der Wörrstädter Projektentwickler juwi als Vorreiter im Bereich Elektromobilität gezielt einsetzen. Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Natürlich nur, wenn der Strom dafür aus regenerativen Energiequellen kommt. Denn erst in Kombination mit sauberem Strom kann der saubere Antrieb wirklich eine positive Energiebilanz gewährleisten. jDas Unternehman hat das seit Langem erkannt und setzt bei der Erweiterung seiner Dienstwagenflotte deshalb verstärkt auf die Anschaffung von Elektroautos. "Es ist uns wichtig, im Bereich der Elektromobilität Vorbild zu sein und gezielt Zukunftstechnologien zu fördern, denn jeder zurückgelegte Kilometer in einem Elektroauto ist ein Stück Umweltschutz und somit ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende", sagt juwi-Vorstand Matthias Willenbacher. Dass bei der Unternehmens-Gruppe nicht nur geredet, sondern vor allem gehandelt wird, zeigt sich am firmeneigenen Fuhrpark. Bereits 20 Elektrofahrzeuge sind im Einsatz, bis Ende diesen Jahres sollen rund zehn Prozent der dann voraussichtlich genutzten 340 Wagen der Flotte elektrisch über die Straßen gleiten. In Wörrstadt hat man erkannt, dass gerade im Bereich der Fuhrparks von Unternehmen große Potenziale liegen, um die Elektromobilität weiter voranzubringen. Allerdings steht diesen Möglichkeiten die undifferenzierte Besteuerungspraxis entgegen. Hintergrund ist, dass Dienstwagen bisher nach der "Ein-Prozent-Regel" besteuert werden. Das heißt, sie werden mit einem Prozent des Bruttolistenpreises beim Finanzamt gebucht und als geldwerter Vorteil auf den Bruttolohn des Arbeitnehmers angerechnet. Die Besteuerung der in der Anschaffung teureren Elektroautos stellt somit eindeutig eine finanziellen Benachteiligung dar. "Ich halte es für mehr als fragwürdig, dass die Nutzung von Elektroautos als Dienstwagen im Vergleich zum normalen Benziner oder Diesel in erheblichem Maße teurer ist. Diese Tatsache steht in direktem Widerspruch zu dem erklärten Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen", so Willenbacher. Die politisch erwünschte und durch den voranschreitenden Klimawandel unumgängliche Förderung alternativer Antriebe verdiene zumindest eine faire Gleichstellung gegenüber herkömmlichen Technologien, ergänzt Willenbacher. Um auf die Diskrepanz in der Besteuerungspraxis hinzuweisen, hat sich der Vorstand der juwi-Gruppe nun in einem offen Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gewandt und setzt sich darin für die im Mai 2011 im Regierungsprogramm Elektromobilität der Bundesregierung beschlossene Besteuerung nach dem sogenannten Nutzwertprinzip ein. Vereinfacht bedeutet das, dass Elektroautos in der Besteuerung nicht nach ihrem Anschaffungspreis, sondern nach dem Preis "vergleichbarer" Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor veranschlagt werden. Mit diesem Modell könnte man Dienstwagen mit Elektromotor als echte Alternative zum Benziner etablieren. Während man in Wörrstadt auf eine Antwort aus dem Bundesfinanzministerium wartet, investiert juwi weiter in die nachhaltige Mobilität: Gerade erst wurde der Elektrofuhrpark um eine strombetriebene Mercedes Benz A-Klasse sowie einen Renault Fluence Z.E. erweitert. Noch im Februar stoßen dann zwei brandneue Opel Ampera dazu. lg

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