Interview

"In Deutschland sehen wir großes Potenzial"

Die Bedeutung von SMC Deutschland im internationalen Gefüge der SMC Corporation wächst. Zeit für gezielte Investitionen, Zeit für zukunftsorientierte Expansion. Dieses Jahr investierte das Unternehmen mehrere Millionen Euro in den Ausbau der Produktion samt Forschung und Entwicklung am deutschen Hauptsitz in Egelsbach bei Frankfurt.

Ziel ist es, die Marktanteile von SMC Deutschland deutlich auszubauen. SCOPE-Redakteurin Evelin Eitelmann sprach vor Ort mit Ralf Laber, Geschäftsführer SMC Deutschland, Thorsten Langlitz, Leiter German Technical Center, und Marius Pulter, Manager Production, wie sie dieses Ziel umsetzen werden.

Ralf Laber, Geschäftsführer SMC Deutschland: „In Deutschland sehen wir noch großes Potenzial. Darauf möchten wir uns konzentrieren und unsere gute Marktposition weiter ausbauen.“

SCOPE: Die Umbaumaßnahmen bei Ihnen am Standort Egelsbach laufen derzeit auf Hochtouren. Wie stellt sich die Expansion des deutschen SMC Hauptsitzes genau dar?

Laber: Die Maßnahmen betreffen sowohl den personellen Bereich als auch die flächenmäßige Größe und den Maschinenpark unseres Standortes. Bereits 2013 haben wir 70 neue Mitarbeiter im Verkauf und Backoffice eingestellt. Wir planen, den Bereich Human Resources in naher Zukunft von bislang 600 Mitarbeitern auf ca. 750 Mitarbeiter auszubauen. Zum anderen haben wir hier in Egelsbach in direkter Nachbarschaft Grundstücksflächen von 12.500 qm gekauft. Damit konnten wir die Bereiche Produktion und Logistik räumlich näher zusammenführen, Wege- und Durchlaufzeiten reduzieren und Abstimmungsprozesse entscheidend optimieren. Positiv für unsere Kunden, denn mit beiden Maßnahmen Personal- und Flächenerweiterung konnten wir unsere Lieferzeiten deutlich reduzieren.

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SCOPE: Als dritte Maßnahmen nannten Sie die Investition in neue Maschinen. Wie umfangreich sind diese Investitionen?

Pulter: Wir werden mehr als 30 neue hochmoderne Produktions-, Prototypen- und Spezialmaschinen installieren. Die neuen Maschinen ermöglichen es, flexibel, schnell und effizient kundenspezifische Kleinserien kostengünstig und in kurzer Zeit herzustellen. Für einen noch schnelleren Entwicklungsprozess arbeiten wir künftig mit einem hochmodernen 3D-Drucker. Das erleichtert uns den Prototypenbau erheblich. Insgesamt reduziert sich dadurch gerade bei kleineren Losgrößen das Time to market.

Langlitz: Bisher hätten wir für kleinere Losgrößen die laufende Produktion unterbrechen müssen. Mit dem neuen Maschinenpark ist das zukünftig nicht mehr nötig. Wir werden zudem ein neues Rohmateriallager erhalten, sodass wir auch kleinere Losgrößen innerhalb von zwei Tagen liefern können. So halten wir die notwendigen Ressourcen vor und trennen die beiden Abläufe, den Prototypenbau und die laufende Fertigung, voneinander.

Laber: Darüber hinaus haben wir soeben das Industrial Application Center, kurz IAC, eröffnet, ein Innovations- und Kompetenzzentrum zur Entwicklung zukunftsweisender Automatisierungslösungen nach Aufgabenstellung unserer Kunden. Davon erhoffen wir uns deutliche Impulse für eine erfolgreiche SMC Zukunft.

SCOPE: Die SMC Corporation ist nach eigenen Angaben weltweit die Nummer 1. Wie sieht im Vergleich dazu die Position von SMC Deutschland aus und welche Aufgaben ergeben sich daraus für die Zukunft?

Laber: Die aktuelle Modernisierung sowie die Erweiterungen der vergangenen Monate zeigen, dass wir eine wichtige Rolle innerhalb von SMC weltweit ausfüllen und den Standort Deutschland konsequent weiter ausbauen. Weltweit haben wir einen Marktanteil von über 30 Prozent. In Europa sind wir die Nummer zwei. Neben dem deutschen Markt fokussieren wir auf Italien, die Osteuropäischen Länder, wie Rumänien und Tschechien. In Deutschland sehen wir noch großes Potenzial. Darauf möchten wir uns konzentrieren und unsere gute Marktposition weiter ausbauen.

Langlitz: Klar ist nach oben noch etwas Luft. Aber wir sind sicher, dass wir gemeinsam mit unserer engagierten Mitarbeitern und unserem starken Sales-Team diese ehrgeizigen Ziele erreichen werden. Die Präsenz beim Kunden und eine konsequente und gelebte Kundennähe sind dafür unerlässlich.

SCOPE: Wie beurteilen Sie die Position von Aventics, nachdem das Unternehmen nicht mehr zur Bosch-Rexroth-Gruppe gehört?

Laber: Wie jedes Unternehmen schauen auch wir auf den Wettbewerb. Letztendlich wollen wir uns aber auf unsere Stärken und Ziele konzentrieren.

SCOPE: Mit den aktuellen Investitionen stärken Sie auch das German Technical Centre, eines von fünf weltweiten Technologie- und Entwicklungszentren von SMC. Welche Maschinen genau werden Sie dort installieren?

Pulter: Neben Prototypenmaschinen gehören auch Dreh- und Fräsautomaten, Laserbeschriftungs-, Reinigungs- sowie Universalmaschinen zur aktuellen Modernisierungsstufe. Bei den Bearbeitungszentren haben wir uns für die aktuellsten Baureihen der Hersteller Mazak und DMG entschieden.

SCOPE: Werden auch im German Technical Centre neue Arbeitsplätze geschaffen?

Laber: Ja, selbstverständlich. Gutes Fachpersonal ist bei uns gefragter denn je. Wir suchen zum Beispiel Zerspanungsmechaniker für die neuen Bearbeitungszentren.

Langlitz: Beim Prototypenbau werden zunächst Konzepte aufgesetzt. Dafür stellen wir eigens auch Ingenieure an, die gemeinsam mit unseren Kunden vorab die individuellen Aufgabenstellungen und die Konstruktion der Prototypen besprechen. Die Daten werden dann ins CAM eingelesen und in dem neuen 3D-Drucker gefertigt. Wir setzen damit verstärkt auf das Know-how der Ingenieure und den persönlichen Kundenkontakt – beides maßgeblich für erfolgreiche Zusammenarbeit.

Laber: Unser Hauptziel ist es, die neuen Mitarbeiter von Anfang an zu begleiten und sie fest in unsere Mannschaft zu integrieren. Damit halten wir wichtiges Know-how in unserem Unternehmen – eine Strategie, die auch unser japanischer Mutterkonzern verfolgt.

SCOPE: Welche Bedeutung hat die Messe SPSIPC Drives für Sie und welche Neuheiten präsentieren Sie dort?

Laber: Die SPS IPC Drives ist für die gesamte Branche und damit selbstverständlich auch für uns eine sehr wichtige Messe. Hier werden wir mit der Feldbustechnik, die derzeit ein großes Thema ist, vertreten sein, schließlich zählen wir in diesem Bereich zu den führenden Marktbegleitern. Darüber hinaus zeigen wir unsere sicherheitsrelevante Pneumatik und Sensorik, die ganz im Sinne von Industrie 4.0 ausgerichtet ist. Highlight für unsere Besucher wird sicher auch der 3D-gedruckte Prototype aus unserer neuen Fertigung sein.

SPS IPC Drives Halle 3, Stand 650

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