Märkte + Unternehmen

Institut für Einzelfertiger: Kongress erfolgreich gestartet

Der erste Kongress für Einzelfertiger ist am 15. und 16. Juni mit hohem Zuspruch gestartet. Das Düsseldorfer Industrietreffen stand im Zeichen eines tief greifenden Marktwandels. "Spätestens im vergangenen Jahr haben die Einzelfertiger Deutschlands, Österreichs und der Schweiz lernen müssen, dass auch ingenieurtechnisch ausgereifte Produkte keine Selbstläufer mehr sind. Sie erkennen, dass sie sich als Unternehmen öffnen und vor allem kundenbezogene Funktionen wie Vertrieb, Marketing und Service stärken müssen", hob Michael Braetz, Geschäftsführer des Instituts für Einzelfertiger und Veranstalter des Kongresses, in seiner Begrüßung hervor. An den beiden Folgetagen nahmen 40 Referenten aus Industrie und Wissenschaft den Leitgedanken des Veranstalters auf und zeigten, mit welcher betriebswirtschaftlichen Aufstellung Einzelfertiger zu ihrer gewohnten Stärke zurückfinden.

Bevor die Referenten und Diskussionsteilnehmer die zahlreichen Facetten des unternehmerischen Wandels untersuchten, hob Dr. Patrick Adenauer, Präsident des Verbands der Familienunternehmer (ASU) und Schirmherr des Kongresses, in seinem Eröffnungsvortrag die Bedeutung von Interessensvertretungen wie dem Institut für Einzelfertigung hervor, das im Februar 2010 gegründet worden war. Gerade wenn die Zielgruppe aus kleineren und mittleren Unternehmen besteht, seien Foren unabdingbar, auf denen die Mitglieder ihre Energien bündeln und gemeinsam Zukunft gestalten.

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Strategiewechsel

Insgesamt konnten die über 160 Teilnehmer aus 30 Themenvorträgen und Diskussionsrunden wählen, die das breite Spektrum der unternehmerischen Aufgaben widerspiegelten, denen sich Einzelfertiger verstärkt zu stellen haben. Einen viel beachteten ersten Höhepunkt setzte Prof. Norbert Gronau von der Universität Potsdam, der die ausgeprägten Geschäftspotenziale so genannter Hybrid-Produkte darstellte, die sich aus Produkten und den mit ihnen einhergehenden Dienstleistungen zusammensetzen. Einzelfertiger müssten sich darauf einrichten, dass eine steigende Zahl von Industriekunden statt Maschinen und Anlagen nur noch die Leistungen einkaufen wollen, die diese Investitionsgüter zur Wertschöpfung beitragen. Um die Chancen der Nachfrageverlagerung zu nutzen, sei vielerorts, so Prof. Gronau, ein systematischer Ausbau des bisherigen Service-Geschäfts erforderlich.

Neben weiteren renommierten Forschungsvertretern wie Prof. Dieter Fischer von der Hochschule für Technik in Brugg oder den Professoren Frank Lasogga und Klaus Stulle von der Hochschule Fresenius prägten zahlreiche Referenten aus der Industrie das Kongressprogramm. Unter anderem zeigte Paul-Gerhard Schmidt, kaufmännischer Leiter des Kunststofftechnik-Spezialisten Acrolyne, wie Einzelfertiger trotz komplexer Projekte ihre Liquidität sicher planen können. In einem weiteren Vortrag ging Dr. Karl-Heinz Lachmann, Geschäftsführer von SIM-Automation, der Frage nach, wie sich im Maschinen- und Anlagenbau mit Controlling Geld verdienen lässt. In die anschließende Podiumsdiskussion schaltete sich unter anderem auch Prof. Dietmar Schön von der FH Dortmund ein, der zu den führenden deutschen Controlling-Experten zählt.

Marktplatz für Einzelfertiger

Eine besonders lebhafte Diskussion ergab sich im Anschluss an die Ankündigung des Instituts für Einzelfertiger, bis zum Jahresende einen Marktplatz für Einzelfertiger errichten zu wollen. Die Besonderheit des neuen Internetportals soll darin liegen, dass die darin gelisteten Teilnehmer den Anforderungen sowohl der Einzel- als auch der Lohnfertigung entsprechen müssen. Mit der Neuentwicklung reagiert das Institut auf den steigenden Marktdruck, der von den Einzelfertigern ein flexibleres Management ihrer Fremdvergaben einfordert. Als eines der größten Hindernisse erweist sich bisher das mangelnde Wissen über Zuliefererunternehmen, die Lohnfertigung mit der erforderlichen Qualität zu attraktiven Preisen anbieten können. Ziel des neuen Marktplatzes soll es daher sein, erstmals Transparenz über geeignete nationale und internationale Zulieferer zu schaffen, um sie mit den Auftraggebern aus der Einzelfertigung zusammenzubringen. lg

 

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