Hyperloop

Andreas Mühlbauer,

Transport mit bis zu 1.200 km/h

Gefühlt vergeht kaum eine Woche ohne Meldungen über futuristisch anmutende Projekte von Elon Musk - wie die Erweiterung der menschlichen Kognition mit Neuralink, die Eroberung des Weltraums mit SpaceX oder auch die Revolution der Mobilität mittels Hyperloop.

Mit bis zu 1.200 km/h transportiert der Hyperloop Waren und Passagiere. © RS Components

Seitdem die Idee im Jahr 2013 in groben Zügen ausgearbeitet und die Blaupausen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, damit innovative Köpfe weiter an der Open-Source-Idee arbeiten, herrscht breites Interesse an dem Projekt. Verwunderlich ist das angesichts des enormen Potenzials des modernen Fortbewegungsmittel jedoch nicht.

Vor kurzem wurden auch in Deutschland konkrete Pläne für den Bau eines Hyperloops vorgestellt. In der Hansestadt Hamburg sollen zukünftig Schiffscontainer mit bis zu 1.200 km/h in einer Röhre auf dem Festland weitertransportiert werden.

So funktioniert Hyperloop

Der Hyperloop bewegt sich mittels Magnetschwebetechnik durch Doppelrohre. In den Röhren herrscht niedriger Druck. Das Prinzip erinnert an die altbekannte Röhrenpost, allerdings befinden sich die Hyperloop-Kapseln auf Luftkissen, die zur Bewegung beitragen. Der Motor besteht aus einem Stator und einem Rotor, um die Kapseln anzutreiben. Bis zu 40 Passagiere sollen pro Kapsel befördert werden. Testpersonen, die bereits in den Genuss einer Hyperloop-Fahrt gekommen sind, beschreiben die Reise als eine Mischung aus Aufzugfahrt und Flug in einem Flugzeug.

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Hamburger Hafen kooperiert mit Hyperloop TT

Angela Titzrath, Vorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik Gesellschaft (HHLA), hat Mitte November erstmalig  von diesem Plan berichtet. Am Hamburger Hafen müssen Schiffcontainer zeitaufwendig mit Bahnen und Lkw ins Hinterland transportiert werden. Zahlreiche Streckenabschnitte durchläuft die schwere Fracht, sobald sie am Hafen angekommen ist, ehe sie ihren tatsächlichen Bestimmungsort erreicht.

Derartige Prozesse könnten in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Der Hamburger Terminalbetreiber hat beschlossen, eine Kooperation mit dem amerikanischen Unternehmen Hyperloop Transportation Technology (Hyperloop TT) einzugehen, um das Fortbewegungsmittel der Zukunft in die Hansestadt zu bringen.

Seit fünf Jahren befasst sich der Kooperationspartner aus Übersee mit der Entwicklung des komplexen Röhrensystems. Neben den Teststrecken und Durchführbarkeitsstudien in verschiedenen außereuropäischen Städten und Ländern, darunter Abu Dhabi und Dubai, begann im Frühjahr dieses Jahres das Entwicklungs- und Forschungsunternehmen mit dem Bau der ersten von insgesamt zwei geplanten europäischen Teststrecken im französischen Toulouse.

Der Transport von Waren und Gütern mit dem Hyperloop ist ein gänzlich neuer Ansatz. Dirk Ahlborn, Geschäftsführer von Hyperloop TT, sieht darin ein großes Zukunftspotenzial. Seiner Einschätzung nach lässt sich das ursprünglich für die Personenbeförderung ausgelegte System vergleichsweise problemlos auch in logistischen Zusammenhängen umsetzen.

Ziele und Schwierigkeiten beim Gütertransport mit Höchstgeschwindigkeit

Bereits kurz nach Vertragsabschluss leiteten HHLA und Hyperloop TT die ersten konkreten Maßnahmen ein, denn die Ziele sind ambitioniert. Bis 2021 sollen schon Teilstücke der Gesamtstrecke realisiert sein. Neben dem zeitnahen Bau einer Teststrecke wird an einer für Güter geeigneten Hyperloop-Kapsel gearbeitet.

Was noch immer aussteht, sind allerdings Lösungen für bestehende Schwierigkeiten und Hindernisse bezüglich Wirtschaftlichkeit und Sicherheit des Vorhabens. Sollte es den Entwicklern und Forschern gelingen, entsprechende Lösungen zu finden, könnte Hyperloop die Zukunft der Fortbewegung in großem Stil revolutionieren.

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