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Heraeus Innovationspreis 2008

Der erste Preis der mit dem Heraeus Innovationspreis 2008 ausgezeichnet wurde, wurde im Rahmen einer Feierstunde in Hanau an Jürgen Weber (Heraeus Noblelight / Heraeus Quarzglas) überreicht. Den zweiten Platz belegte Danny Habets von der Heraeus Electro-Nite. Wolfgang Schmitt von der Contact Materials Division, W. C. Heraeus, erreichte den dritten Platz. Die Preisträger wurden von Dr. Jürgen Heraeus (Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Schirmherr der Veranstaltung, sowie von Dr. Frank Heinricht (Vorsitzender der Geschäftsführung) mit einer Goldmedaille mit der Sonderprägung "Innovationspreis 2008" ausgezeichnet.

1. Platz: Der von Jürgen Weber und einem Mitarbeiter-Team von Heraeus Noblelight und Heraeus Quarzglas gemeinsam entwickelte Infrarot-Strahler mit dem neuen QRC®-Reflektor (QRC = quartz reflective coating) hilft beispielsweise in der Photovoltaik bei der energiesparenden Produktion von Solarzellen. Einige Schritte bei der Herstellung der Zellen benötigen hohe Temperaturen bis 1200 °C im Vakuum. Die Erwärmung unter Vakuum mit Infrarotstrahlern, die mit dem weißen Nanoreflektor aus opakem Quarzglas ausgestattet sind, erfolgt kontaktfrei und damit ohne die Gefahr von Verunreinigungen. Durch die Verwendung des hochreinen Quarzmaterials wird eine Kontamination minimiert, wie dies bei Reflektoren aus Metall der Fall wäre.
Solarzellen sollen die Sonnenenergie möglichst gut nutzen. Ein Anti-Reflexcoating sorgt bei den Zellen für ein wesentlich besseres Absorptionsverhalten. Diese Beschichtung findet im Vakuum und bei hohen Temperaturen statt. Dank des sehr hohen diffusen Reflexionsvermögens des Strahlers mit dem weißen Nanoreflektor können die Wärmeprozesse bei der Fertigung von Solarzellen stabilisiert und optimiert werden, da Prozessparameter wie die Temperatur und deren Homogenität besser eingehalten werden. Das senkt die Kosten und steigert die Energieeffizienz der Photovoltaikanlage. Da der weltweit patentierte bzw. zum Patent angemeldete Reflektor aufgrund seiner speziellen Nano- und Mikrostruktur in einem weiten Spektrum vom ultravioletten bis infraroten Wellenlängenbereich reflektiert, sind weitere Anwendungen bereits im Blickfeld, z. B. in der Halbleiterindustrie, zum Bearbeiten von Kunststoffkomponenten oder in der UV-Härtung.

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2. Platz: Drei Jahre Entwicklungszeit stecken in dem innovativen ppb-Sensor von Danny Habets, Heraeus Electro-Nite. Durch eine Verfeinerung der Messtechnik kann der hochempfindliche Sensor Sauerstoff im ppb-Bereich, also parts per Billion (ein Teilchen auf einer Milliarde Teilchen) messen, und ist damit tausend Mal empfindlicher als der bisher beste Sauerstoffsensor von Heraeus. Eingesetzt wird der Sensor zur Prozesskontrolle bei der Herstellung von Eisen-Kohlenstoff-Gusswerkstoff (CGI = Compacted Graphite Iron) für eine neue Generation leichterer Dieselmotoren.

3. Platz: Das Edelmetall Silber hat sich aufgrund seiner hervorragenden thermischen und elektrischen Leitfähigkeit zur Kontaktierung von Bauteilen für die Leis-tungselektronik bewährt. Allerdings fehlten bislang effiziente Prozesse, Kon-taktflächen mittels einer Silberschicht zu verbinden. Wolfgang Schmitt, W. C. Heraeus, entwickelte eine Silberkontaktpaste und Verfahren, solche Silberschichten zu erzeugen. Die Pasten enthalten spezielle Silberverbindungen, welche im Fügeprozess elementares Silber freisetzen. Die innovative Methode erlaubt, sehr homogene Silberschichten zu erzeugen. Das war bisher nur mit Drucksintern oder Nanosilberpasten möglich. Die neuen Silberkontaktpasten sind wesentlich stabiler als bisher eingesetztes Nanosilber.

Der Heraeus Innovationspreis wird seit 2003 ausgelobt. Teilnehmen können weltweit alle Forscher und Entwickler von Heraeus. Der Innovationspreis will die oftmals verborgenen Innovationen im Unternehmen sichtbar machen und gleichzeitig die Leistungen und Talente der Forscher und Entwickler anerkennend würdigen.

Bild: Heraeus Innovationspreis 2008 (v.l.): Dr. Jürgen Heraeus, Wolfgang Schmitt (3. Platz), Jürgen Weber (1. Platz), Danny Habets (2. Platz), Dr. Wulf Brämer (Heraeus Innovationsmanagement) und Dr. Frank Heinricht (Quelle: Heraeus)

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