Hannover Messe 2016

Yes I come: Obama eröffnet Hannover Messe

Die Hannover Messe 2016 steht im Zeichen der vernetzten Industrie. 5.000 Aussteller zeigen fünf Tage lang Technologien für die Fabriken und Energiesysteme der Gegenwart und Zukunft. Das Partnerland USA präsentiert Hightech „Made in America“. Und US-Präsident Barack Obama nutzt wahrscheinlich die weltweit wichtigste Industriemesse, um das transatlantische Handelsabkommen (TTIP) voranzubringen. Einige neue Ausstellungsbereiche greifen zudem aktuelle Themen auf.

Bild: Deutsche Messe

Die Hannover Messe 2016 soll der globale Hotspot für Industrie 4.0. werden: „Im April kommen in Hannover alle Treiber der industriellen Digitalisierung zusammen. Die deutschen Unternehmen mit Kernkompetenzen im Maschinenbau und der Elektrotechnik, führende US-Softwareanbieter sowie Unternehmen aus Asien, die ihrerseits die Vernetzung in der Industrie forcieren“, sagt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG. „Daraus entstehen neue Partnerschaften und Geschäftsmodelle auf dem Weg zu Industrie 4.0.“ Aus Hannover sollen zudem kräftige wirtschaftspolitische Impulse in alle Welt gehen. „Das Partnerland USA, die deutsche Industrie und ihre europäischen Partner wollen die Messe nutzen, um das Freihandelsabkommen TTIP voranzubringen“, sagt Köckler. „Wir teilen die Meinung der deutschen Industrieverbände, dass TTIP dem Maschinenbau und der Elektroindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks mehr Wachstum und Arbeitsplätze bringen kann. Mit ihrem Schwerpunkt auf Industrieautomation und Energie sowie den rund 5.000 Ausstellern aus 70 Ländern bietet Hannover die perfekte Bühne, um transparent und im konstruktiven Dialog für TTIP Flagge zu zeigen.“

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Unter dem Leitthema „Integrated Industry – Discover Solutions“ werden vom 25. bis 29. April 2016 Technologien für die Digitalisierung von Fabriken und Energiesystemen in Hannover gezeigt. Köckler: „Wir erwarten nun erstmals mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Industrie 4.0 auf der Messe. Das ist weltweit einzigartig.“ Besucher aus dem produzierenden Gewerbe erfahren, wie sie ihre Produktionsanlagen Schritt für Schritt zur Industrie-4.0-Fabrik ausbauen. Besucher aus der Energiewirtschaft entdecken technische Lösungen für intelligente Energiesysteme.

Industrie-4.0 stürmt voran
In den vergangenen Jahren hat die Hannover Messe einen großen Anteil daran gehabt, den Weg in das Industrie-4.0-Zeitalter zu bahnen. Selten hat eine technische Entwicklung so schnell und wirkungsvoll um sich gegriffen. Diese industrielle Zeitenwende wird auf der kommenden Hannover Messe weiter an Fahrt aufnehmen. Dabei wird es nicht nur um die Technologien gehen, sondern auch um die daraus resultierenden neuen Geschäftsmodelle.

Bild: Deutsche Messe

Ein Beispiel: Mit der ‚vorausschauenden Wartung‘ (Predictive Maintenance) setzen Maschinen- und Anlagenbauer auf Sensoren, mit deren Hilfe Maschinen selbstständig melden, dass sie in Kürze gewartet werden müssen. Anhand dieser Daten kann der Anlagenhersteller dem Betreiber frühzeitig Wartungsleistungen anbieten und so sein Servicegeschäft ausbauen. Köckler: „Auf der neuen Sonderfläche ‚Predictive Maintenance 4.0‘ zeigen wir  Anwendungsbeispiele von Industrie 4.0 und neue Geschäftsfelder, die jetzt entstehen.“

Forum Industrie 4.0
Das Industrial Internet of Things hält Einzug in die Fabriken. Daraus ergeben sich erhebliche Potenziale. Die ersten Unternehmen, die ihre Fertigung mit Industrie-4.0-Technologien ausbauen, berichten von Produktivitätssteigerungen um bis zu 50 Prozent. Gleichzeitig müssen die Herausforderungen und Fragestellungen, die sich aus der Vernetzung in der Produktion ergeben, kompetent beantwortet werden. „Hier setzt das Forum Industrie 4.0 an. Gemeinsam mit unseren Partnern bieten wir eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion“, sagt Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe. „Dank der Zusammenarbeit der deutschen Verbände mit dem Industrial Internet Consortium (IIC) kommen in diesem Jahr die wichtigsten Treiber der industriellen Vernetzung in Hannover zusammen. Für den Besucher bedeutet dies: Er kriegt den globalen Überblick über Strategien, Standards, Geschäftsmodelle und Datensicherheit in Sachen Industrie 4.0.“

Ein Schwerpunkt des Forums wird die Diskussion über Standards für die Kommunikation im industriellen Internet der Dinge sein. Industrie 4.0 ermöglicht die firmenübergreifende Vernetzung und die Integration verschiedener Wertschöpfungsnetzwerke. Hierzu sind Normen und Standards von grundlegender Bedeutung. Gleichzeitig heißt es aber auch „security first“. Die IT-Sicherheit ist für den geschützten Betrieb unternehmensübergreifender Fertigungsprozesse essentiell. Das Forum Industrie 4.0 widmet sich unterschiedlichen Cloud-Lösungen und der Fragestellung, wie Unternehmensdaten gesichert werden können. Für den Anwender bieten sich durch Industrie 4.0 große Potenziale zur Steigerung von Effizienz, Qualität und Flexibilität – gerade bei Unternehmen, die kundenindividuell und oftmals mit Losgröße 1 produzieren. Aber damit nicht genug. Das Auswerten und Zusammenbringen der Daten, die im IT-gesteuerten Produktionsprozess entstehen, sehen viele als den Schlüssel zu neuen Geschäftsmodellen. Somit darf dieses Thema auf der Tagesordnung des Forums Industrie 4.0 nicht fehlen.

Bild: Deutsche Messe

Emotional Engineering
Design zum Anfassen und Werkstoffe zum Erleben – darum geht es bei einem neuen Leichtbau-Projekt namens „Emotional Engineering in Lightweight Design“. Die Sonderschau ist Bestandteil der Solutions Area Leichtbau in Halle 6 der Industrial Supply, die internationale Fachmesse für innovative Zulieferlösungen und Leichtbau. Analog zu einer Fernsehküche werden am Stand Experten verschiedener Teilnehmer der Leichtbau Supply Chain präsent sein und live gemeinsam mit dem Fachpublikum der Messe verschiedene Leichtbau-Teile ästhetisch, konstruktiv und nachhaltig erstellen, optimieren und prototypisch fertigen. Im Mittelpunkt stehen Themenbereiche wie Mobilität/Transportation, Urbanisierung und Robotik.

Die Aussteller aus dem Bereich Product Lifecycle Management werden auf der Leitmesse „Digital Factory“ in den Hallen 6 und 7 vertreten sein.

Stefan Graf

Deutsche Messe, Hannover, Tel. 0511/89-0, www.hannovermesse.de

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