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Härtereien warnen: Schuldenabbau nicht zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit

Das von der Bundesregierung beschlossene Sparprogramm zur Haushaltskonsolidierung sowie die vom Bundesrechnungshof vorgeschlagene Neuregelung des Spitzenausgleichs dürfen die Wettbewerbsfähigkeit des industriellen Mittelstands in Deutschland nicht gefährden. "Die Entlastungen bei der Ökosteuer müssen fürenergieintensive Branchen, zu denen die Lohnhärtereien gehören, erhalten bleiben", sagte Jürgen Schmidthaus, Vorsitzender des Industrieverbands Härtetechnik (IHT) am Rande der Mitgliederversammlung der deutschen Lohnhärter in Leipzig. Die Kosten für Energie seien in Deutschland im europäischen Vergleich besonders hoch. Dies allein gefährde bereits Wachstum und Beschäftigung in energieintensiven Industrien. Der Schutz dieser Branchen sei der Grund für die ermäßigten Steuersätze des produzierenden Gewerbes bei der Einführung der Ökosteuer im Jahre 1999 gewesen.
"Wir sind noch lange nicht aus der Krise heraus. Nach einem gewaltigenUmsatzrückgang von rund 32% in 2009 werden wir auch noch in den nächsten Jahren weiter schwierige Zeiten haben", so Schmidthaus. "Für Härtereien ist der Einsatz von Strom und Gas bei der Wärmebehandlung von Stahl eine Grundvoraussetzung. Dabei haben wir in Sachen Energieeffizienz in den letzten Jahren sehr viel investiert und Einsparungen erzielt. Wir konkurrieren mit Härtereien in den anderen EU-Ländern, die wesentlich niedrigere Energiekosten und Steuerbelastungen haben. Wenn jetzt diese Steuervergünstigungen für unsere Branchen gestrichen oder auch nur reduziert werden, bedeutet das für viele Unternehmen das Aus."
Der durchschnittliche Energiekostenanteil am Umsatz einer Lohnhärterei liegt je nach Verfahren bei bis zu 23 Prozent des Umsatzes. In der aktuellen Krise sogar deutlich darüber. Die Verwendung von Stahl, NE-Metallen oder Aluminium im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, in der Medizintechnik oder der Luftfahrtindustrie ist ohne eine gezielte Wärmebehandlung nicht möglich. "Erst durch den Einsatz von Energie bei der
Wärmebehandlung solcher Produkte schaffen wir die Grundlage für deren späteren,ressourcenschonenden Einsatz zum Beispiel in Hybridfahrzeugen oder inWindkraftanlagen", erläutert Schmidthaus.
Die deutschen Lohnhärtereien erwirtschafteten im Jahr 2008 einen Umsatz von rund 1,3 Mrd. Euro. Durch die Wirtschaftskrise fiel der Umsatz auf rund 860 Mio. Euro in 2009. Als größtenteils inhabergeführte Unternehmen gehören Sie dem industriellen
Mittelstand in Deutschland an. lg

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