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Freudenberg übernimmt Vorreiterrolle bei der Vermeidung "besonders gefährlicher Stoffe"

Seit vielen Jahren verfolgt Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik konsequent die Strategie, "gefährliche" Stoffe gegen unbedenkliche Alternativen auszutauschen, und geht dabei weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. So gelang es im Jahr 2009 einen besonders problematischen, weil gesundheitsgefährdenden Weichmacher, der bisher für schwingungstechnische Anwendungen mit hoher Dämpfung und geringer Alterung unverzichtbar war, durch unbedenklichere Alternativen zu ersetzen. Um diesen ¿Problemstoff" aus 48 Gummimischungen in 128 unterschiedlichen Anwendungen zu eliminieren, musste für jede einzelne Mischung eine Alternativlösung ohne Einbußen an Werkstoffqualität gefunden werden. Dies war nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Werkstoff- und Produktentwicklern, Rohstoffmanagement, Verarbeitern und Kunden umsetzbar und führte nach 5 Jahren Entwicklungstätigkeit zum Ziel.

In die gleiche Richtung zielt auf gesetzlicher Ebene die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Stoffen), mit der Menschen und Umwelt vor möglichen Risiken im Umgang mit Chemikalien noch besser geschützt werden sollen. Freudenberg als weltweit führender Entwickler, Hersteller und Verarbeiter von Kautschuk- und Elastomerprodukten setzt vielfältige Ausgangs- und Zusatzstoffe, wie z.B. verstärkende Füllstoffe, Weichmacher, Alterungsschutzmittel, Vernetzer, Vulkanisationschemikalien u.a., ein. Für sichere und umweltverträgliche Produkte ist gemäß den REACH-Vorgaben die Registrierung und Zulassung aller Chemikalien nötig.

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Für die Kontrolle der verwendeten Chemikalien und Rohstoffe und den Datenaustausch mit allen Rohstofflieferanten betreibt Freudenberg einen hohen Aufwand, um mögliche Risiken einzelner Substanzen zu identifizieren und die Anforderungen von Kunden im Hinblick auf die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Produkte konsequent zu erfüllen. Mit dem bei Freudenberg intern "FSS 7" genannten Prozess zur Vermeidung von besonders gefährlichen Stoffen erhalten Einkäufer und Anwender von Freudenberg-Produkten einen höchst möglichen Schutz. In diesem Zusammenhang hat Freudenberg ein besonderes Augenmerk auf Stoffe mit möglichem chronischem Schädigungspotential (Verdachtsstoffe) gelegt, auch wenn diese bisher gesetzlich noch gar nicht entsprechend eingestuft sind. Die Werkstoffentwickler in allen europäischen Ländern arbeiten also nach dem Vorsorgeprinzip an Alternativlösungen, um Kunden "sichere und umweltfreundliche Produkte" anbieten zu können. Beispiele hierfür sind der Umgang mit so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe und dem Vulkanisationsbeschleuniger DOTG.

PAK in technischen Elastomerprodukten
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK oder PAH, wurden in der Vergangenheit in zahlreichen Bedarfsgegenständen mit Weichmachern auf Mineralölbasis gefunden. Durch den direkten Hautkontakt haben PAK bei solchen Produkten eine hohe Relevanz. Freudenberg hat sich dazu verpflichtet, diese PAK-haltigen Weichmacher nicht mehr einzusetzen.

PAK treten jedoch herstellungsbedingt in geringen Mengen auch in technischen Rußen auf, die in der Kautschukindustrie als Verstärkungsruße zum Erreichen bestimmter Elastomereigenschaftsprofile unverzichtbar sind. Diese PAK sind an die Rußoberfläche gebunden und zusätzlich von der Elastomermatrix umhüllt. Freudenberg hat umfangreiche eigene Untersuchungen durchgeführt und festgestellt, dass keine nennenswerte Migration der Ruß-PAK an die Elastomeroberfläche erfolgt. Die PAK-Belastung durch Verstärkungsruße ist also unbedenklich und liegt zudem weit unterhalb der gesetzlichen Deklarationsgrenze. Für technische Produkte kann hinsichtlich PAK festgehalten werden
- PAK-haltige Weichmacher oder Kautschuke werden bei keinem Freudenberg Produkt eingesetzt,
- verschiedene Rußsorten, die als Verstärkerfüllstoffe verwendet werden, um bestimmte Produkteigenschaften zu erzielen, weisen keine gesundheitlichen Risiken auf,
- zusätzlich haben die Freudenberg Werkstoffentwickler für besondere Einsatzbereiche (z.B. in der Lebensmittelindustrie, Medizintechnik) Gummimaterialien mit nahezu PAK-freien Spezialrußen entwickelt.

Innovative Vulkanisationsbeschleuniger als Lösung
Bestimmte Hochtemperatur-Acrylat- und Ethylen-Acrylat-Kautschukmischungen (HT-ACM und AEM) werden unter Verwendung des Vulkanisationsbeschleunigers DOTG (N,N'-Di-orthotoluylguanidin) hergestellt. Untersuchungen der Berufsgenossenschaft haben ergeben, dass bei thermischen Prozessen, wie der Vulkanisation oder dem Tempern, das Zersetzungsprodukt o-Toluidin gebildet wird. Dieser Stoff zeigt im Tierversuch krebserzeugende Wirkung und ist daher im Gefahrstoffrecht als krebserzeugend bei Tieren eingestuft. Obwohl bisher keine gesetzliche Verwendungsbeschränkung für DOTG besteht, entwickelt Freudenberg DOTG-freie Elastomer-Produkte.

Hierbei werden mit alternativen Vernetzungschemikalien annähernd gleiche Eigenschaften beim Endprodukt erreicht. Erklärtes Ziel von Freudenberg ist die endgültige Substitution von DOTG. Damit wird Freudenberg seinem Anspruch gerecht, innovative Produkte mit einem hohen Gesundheitsstandard und optimalem Schutz für Mitarbeiter, Verarbeiter und Kunden anzubieten.
Ein aktuelles Beispiel ist der neue DOTG-freie Hochtemperatur-ACM-Werkstoff HT ACM 380. Mit diesem konsequent sicheren und umweltschonenden Material, das keinerlei problematische Substanzen freisetzt, und den daraus hergestellten Dichtungsprodukten werden nicht nur alle gesetzlichen Vorschriften, sondern auch alle kundenspezifischen Forderungen, beispielsweise aus den Branchen Powertools oder Automotive, problemlos erfüllt. Freudenberg als Premium-Hersteller von Elastomerdichtungen, Formteilen und Membranen übernimmt bei der Produktentwicklung und -gestaltung eine Vorreiterrolle und bekennt sich klar zu seiner Verantwortung für sichere und saubere Werkstoffe. lg

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