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FMB: Chefsache Energieeffizienz

Wer wissen will, welche Lösungen bei Antriebstechnik, Pneumatik, Hydraulik, Steuerungstechnik, Klimatisierung oder den vielen anderen Energie verbrauchenden Produktionsprozessen wirklich funktionieren, sollte sich mit erfahrenen Anwendern austauschen. Eine hervorragende Plattform dafür bietet die FMB - Zuliefermesse Maschinenbau vom 9. bis 11. November 2011 im Messezentrum Bad Salzuflen. Veranstalter Clarion Survey erwartet mehr als 420 Aussteller. Im Zentrum einer der Kernregionen des deutschen Maschinenbaus können sich die Besucher einen umfassenden Überblick über Lösungen für ihre gesamte Prozesskette inklusive flankierender Dienstleistungen verschaffen.
Energieeffizienz wird in einem globalen und dynamischen Marktumfeld für Maschinen- und Komponentenhersteller zunehmend zu einem wichtigen Kriterium und Maßstab für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Zusammenhang wird die FMB zur Präsentationsfläche für Lösungen, die den effizienten Einsatz von Energie in Industrie und Gewerbe ermöglichen. Wie schon in den Jahren zuvor dient die in die FMB integrierte Energie Arena dafür als Kristallisationspunkt. Unter dem Motto "Chefsache Energieeffizienz" finden Besucher und Aussteller umfassende Fachinformationen über den aktuellen Stand der Energietechnologien und Impulse für deren Umsetzung.
Die Energie Arena wird sich erneut als Kombination von Fachinformation auf dem Energiekongress und konkreten Lösungsangeboten beteiligter FMB-Aussteller präsentieren. Federführend bei der Organisation ist Klaus Meyer von Energie Impuls OWL e.V., Bielefeld. "Wir decken die gesamte Bandbreite des Themas ab", so Meyer. "Mit Produkten, Komponenten, Dienstleistungen und Strategien zur Steigerung der Energieeffizienz steht ein breites Angebot bereit. Auch die Werbung und Qualifizierung von energiekompetenten Fachkräften stehen auf dem Programm."

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Klaus Meyer, Geschäftsführer Energie Impuls OWL e.V., Bielefeld, organisiert auch in diesem Jahr die Energie Arena.

Energieeffizienz als entscheidendes Kriterium

Bislang standen bei der Anschaffung von Maschinen und Anlagen in Industrie und produzierendem Gewerbe vor allem Aspekte wie Performance, Preis und Service im Vordergrund. Wurde seither von den Entwicklern der Anlagentechnik erwartet, vor allem eine hohe Fertigungsqualität und Bearbeitungsgeschwindigkeit sowie größtmögliche Zuverlässigkeit und Fertigungsflexibilität zu realisieren, so gesellt sich heute mit der Energieeffizienz ein weiteres, entscheidendes Bewertungskriterium hinzu.

Doch nicht nur erhöhte Kosten und ein sich änderndes Umweltbewusstsein rücken das Thema Energieeffizienz zunehmend in den Fokus des Interesses. Auch der Gesetzgeber macht Druck. So hat die EU-Kommission den "Stromfressern" unter den Werkzeugmaschinen den Kampf angesagt und beabsichtigt, sie in Energieeffizienzklassen einzuteilen, wie es bereits bei Haushaltsgroßgeräten gehandhabt wird.

Die Möglichkeiten energieeffizienter Technologien sind breit gefächert, denn der Gesamtenergieverbrauch einer Maschine summiert sich aus den Einzelverbrauchswerten der vielen Komponenten, aus denen die Anlage aufgebaut ist. Beispiel Gestellbau: Hier sind die Energiesparpotentiale bereits im konstruktiven Ansatz zu finden - insbesondere im Hinblick auf Gewichtseinsparungen bei gleichzeitig höherer Steifigkeit sowie der Auswahl von Materialien mit geringen Energiegehalten. Die größten Stromverbraucher in der Industrie sind indes Elektromotoren. Ihr Anteil am Verbrauch liegt bei bis zu 60 %. Im Bereich der Hauptantriebe ist eine Überdimensionierung nicht gleich zu setzen mit besserer Qualität - sie kostet lediglich Geld. Denn ein zu groß ausgelegter Motor verbraucht nicht nur mehr Energie, sondern erzwingt auch eine größere Dimensionierung der gesamten elektrischen Antriebskette sowie der mechanischen Übertragungsglieder und Strukturbauteile.

EU-Richtlinie gibt neuen Standard vor

Zudem sollte bei der Auswahl von vornherein auf den Einsatz hocheffizienter Motoren geachtet werden. Bei Asynchron-Drehstrommotoren, wie sie vorwiegend in Industrie und Gewerbe zum Einsatz kommen, dürfen einer EU Richtlinie nach seit diesem Jahr im Leistungsbereich von 0,75 kW bis 375 kW ohnehin nur noch solche eingesetzt werden, die den Effizienzstandard IE2 erfüllen. Daneben kann bereits bei der Konstruktion der Anlage durch die konsequente Reduzierung der bewegten Massen auf Antriebe mit geringerer Leistungsaufnahme zurückgegriffen werden. Komponenten die oft ihre Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit ändern, sollten also möglichst leicht sein.

Weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparung eröffnen sich im Bereich der Hilfsantriebe, wie beispielsweise für die Hydraulik, die so ausgelegt werden sollten, dass sie zielgerichtet und bedarfsgerecht geregelt werden können. Generell ist es geboten, die Antriebskonzepte energetisch zu betrachten, denn es ist nicht gleichgültig, welches System gewählt wird. Während Kombinationen aus Elektroantrieb und Getriebe Wirkungsgrade zwischen 50 und 90% erreichen, bringen es die besten Hydraulikantriebe gerade mal auf 50%.

Standby für Maschinen

Weitere Möglichkeiten zur Energieeinsparung bietet die Steuerungstechnik. So lässt sich beispielsweise durch einen automatisch eingeleiteten Standby-Betrieb von Maschinen und Anlagen, bei dem diese in einen Energie sparenden Wartezustand versetzt werden, erheblich Energie einsparen. Alle relevanten Energie verbrauchenden Systeme werden dann durch die zentrale Steuerung in eine Art Schlummermodus geschaltet.

Die wenigen Beispiele zeigen bereits, dass die Steigerung der Energieeffizienz im und durch den Maschinenbau auf vielfältige Weise erreicht werden kann. Viele Unternehmen wissen, dass sie ihre Energieproduktivität verbessern könnten und sehen den Handlungsbedarf. Doch oft fehlt den Akteuren das konkrete Wissen über Möglichkeiten und Methoden. Auf der FMB mit der integrierten Energie Arena finden sie genau die richtigen Ansprechpartner. lg

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