Interview zum SCOPE-Relaunch

Farbe für Funktionalität

Form Follows Function – diese Ingenieursregel wurde auch dem Relaunch der SCOPE zugrunde gelegt. Die Themen wurden fokussiert, das Layout modernisiert, die Vernetzung zwischen Print und Online enger, wie Chefredakteur Hajo Stotz im Gespräch mit Redaktionsmitarbeiterin Evelin Eitelmann erläutert.

Evelin: Hajo, die neue SCOPE ist deutlich farbiger geworden – was sind die Gründe?

Hajo: Der Zeitgeist ändert sich und mit ihm Zeitschriften – weg vom Black, hin zu mehr Farbe und Vielfalt kann man ja beispielsweise aktuell bei Autofarben feststellen. Wir gehen da mit voran, denn mehr Farbigkeit im Heft bietet auch handfeste Vorteile. Die Farben dienen der Leserorientierung und der Benutzerfreundlichkeit - der Leser kann sich mit ihrer Hilfe in den Themenbereichen sehr schnell zurechtfinden. Jede Rubrik hat eine eindeutige Farbgebung und ist so klar von den anderen unterscheidbar.

Evelin: Auch die Anzahl der Rubriken wurde reduziert. Warum?

Hajo: Die bisherigen 24 haben wir zu fünf technischen Rubriken logisch zusammengefasst, angelehnt an die Entwicklung in der Industrie:Produktion, Automatisierung, Engineering, Betrieb und Beschaffung sowie die Querschnittsrubrik Techno-SCOPE. Das erfolgte unter dem Leitgedanken, dass sich in der Industrie die bisherigen Abteilungsgrenzen zunehmend auflösen und Prozesse bereichsüber- greifend geplant, gesteuert und umgesetzt werden müssen. Und diese Entwicklung kommt uns als polytechnischem Titel, der den Blick über den Tellerrand hinaus bietet, ja entgegen.

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Evelin: Und unter der neuen Ober-fläche? Bleiben die Inhalte der Texte sachlich informativ, das Editorial weiterhin eigenständig?

Hajo: Ich bin überzeugt, dass zukünftig auch für Fachzeitschriften ver- stärkt die typische Schreibe, das eigene Meinungsbild, der originäre Inhalt immer wichtiger werden. Mit Copy‘n Paste kann man sich nicht differenzieren. Inhaltlich bleiben wir daher unserer Linie auf jeden Fall treu, die SCOPE-Schreibe wird sehr geschätzt, wie wir aus Leserbefragungen und unzähligen Leserbriefen wissen. Im Gegenteil: Zukünftig wollen wir in die Beiträge noch stärker eigene Meinungen, eigene Sichtweisen und Kommentare einfließen lassen. Denn gutes Layout ist sicherlich für den Einstieg des Lesers wichtig. Aber nur um schöne Bilder anzuschauen, nimmt keiner eine Fachzeitschrift in die Hand. Der Inhalt entscheidet.

Evelin: Apropos Inhalte: Sind die bei Zeitschrift und Online identisch?

Hajo: Thematisch sind Print und Online aus einem Guss, der Content unterscheidet sich aber in großen Teilen. Gleichzeitig wird die Ver- netzung der beiden Kanäle enger. Auch damit sind wir einer der Vorreiter in der Fachzeitschriftenbranche. Während das Online-Produkt auf Knopfdruck Informationen zu konkreten Fragen liefert, und das in multimedialer Form in hoher Schlagzahl und großer Aktualität, werden beim Printprodukt Hintergrundinformationen und der unterhaltende Charakter immer wichtiger. Auch Ingenieure oder technisch interessierte Leser, ob Geschäftsführer, Abteilungsleiter, Produktioner oder Entwickler, lesen heute statt trockener Technikbeschreibungen lieber einen Artikel, bei dem sie sich unterhalten fühlen, der vielleicht auch polarisiert oder eine andere Sichtweise darstellt, der irgendwo Emotionen weckt. Hier sind natürlich auch die Verlagsleitungen gefordert - mit Schreibrobotern lässt sich in ein paar Jahren vielleicht der Online-Content füllen, aber kein interessantes und vermarktbares Printprodukt machen.

Evelin: Eine abschließende Frage noch: Mit der diesem Heft beiliegenden „ROBOTIK“ Sonderveröffentlichung hat SCOPE erstmalig eine Kooperation mit der Zeitschrift handling realisiert. Sind noch weitere Kooperationen geplant?

Hajo: Wir werden die Zusammenarbeit mit weiteren Titeln auf jeden Fall ausbauen. Zum einen ist die Roboterbeilage kein einmaliges Projekt - an der nächsten Ausgabe arbeiten wir planungsseitig bereits, sie wird zur Motek erscheinen. Zum anderen diskutieren wir neben dem ROBOTIK-Projekt derzeit auch mit den Fachzeitschriften Kunststoff Magazin und PLM IT Report ein gemeinsames Projekt, das thematisch an der Schnittstelle zwischen Konstruktion und Fertigung ansetzt – wenn es nach mir geht, würde ich das gerne Online umgesetzt sehen. Mehr wird dazu aber noch nicht verraten, der Wettbewerb schläft ja auch nicht...

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