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Familientreffen in Florida

Einmal jährlich treffen sich Solidworks-Anwender, Partner und Reseller aus der ganzen Welt zur Jahreskonferenz. Im Februar fand diese bei sommerlichen Temperaturen in Orlando statt. eDM-Chefredakteur Stefan Graf besuchte die Veranstaltung und sprach mit dem neuen Solidworks Country-Manager CEO Uwe Burk über seinen Start in neuer Position und den PLM-Markt.
»Wir zeigen den Unternehmen, wie sie ihre Produktentwicklung deutlich produktiver gestalten können«; der neue Solidworks Country Manager im Gespräch mit Chefredakteur Stefan Graf.

»Viele interessante Erfindungen wurden in der Zeit der großen Wirtschaftskrise in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gemacht. Damals wurden zum Beispiel das Autoradio entwickelt, eine neue Kunststofffaser, namens Nylon, und das Büchsenfleisch Spam. Viele dieser Erfindungen legten die Basis für erfolgreiche Unternehmen und beflügelten den Aufschwung.« Solidworks CEO Jeff Ray setzte bewusst auf solche positiven Beispiele in seiner Eröffnungsrede des weltweiten Anwendertreffens der Solidworks Kunden, Reseller und Partner. In den drei Tagen der Konferenz in Orlando im Februar sollte es vor allem darum gehen: Wie lässt sich die Produktentwicklung weiter optimieren und wie lassen sich die Werkzeuge des Herstellers dafür bestmöglich einsetzen? Daher auch der Appell von Ray, sich voll auf die Konferenz zu konzentrieren: »Lasst uns die Mobiltelefone ausschalten, die schlechten Nachrichten ignorieren und für bessere Produkte sorgen.« Inspiration bot auch Gastredner, Unternehmer und Millliardär Sir Richard Branson: »Jeder hat einen Traum und es ist gut, vom Unmöglichen zu träumen. Wer mit den besten Ingenieuren an seinem Traum arbeitet, kann das Unmögliche möglich werden lassen.« Der unkonventionelle Unternehmer und Gründer der weltweit aktiven Virgin Group sorgte mit kleinen Annekdoten aus seinem Leben nicht nur für Schmunzeln bei vielen Zuhörern. Der Querdenker gab vielen auch Anregungen und überlegenswerte Aspekte mit auf die Heimreise.

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Die diesjährige Veranstaltung war mit rund 4.300 Teilnehmern zwar etwas schlechter besucht als im Vorjahr. In Anbetracht der momentanen wirtschaftlichen Situation war es jedoch ein sehr positives Zeichen, wenn so viele Unternehmen eine Konferenz wie diese finanzieren und ihre Mitarbeiter gleich für mehrere Tage entsenden. Erwartet wird dafür selbstverständlich ein hochkarätiges Programm, das seinen Teilnehmern echten Nutzen bietet. Dessen war sich der Veranstalter offensichtlich bewusst, denn er bot ein breites Spektrum zur Weiterbildung und viele Möglichkeiten zum Netzwerken.

Neue Produkte im Fokus

Einer der Höhepunkte der Konferenz war die Vorschau auf die Version 2010 der Solidworks 3D-CAD-Software. Sie wird bereits produktiv für Konstruktionen der Unternehmen Terrafugia und Magenn Power eingesetzt, die ein fliegendes Auto sowie eine Windturbine der nächsten Generation auf der Bühne präsentierten. Zudem wurde ein Softwarepaket mit dem Decknamen »Sage« vorgestellt. Das Paket wird ab Herbst zusammen mit Solidworks 2010 erhältlich sein und soll Konstrukteuren und Ingenieuren dabei helfen, die Nachhaltigkeit ihrer Konstruktionen und damit die Auswirkungen ihrer Produkte auf die Umwelt zu ermitteln.

Interessant auch Jon Hirschticks Vision von der Zukunft der Konstruktionssoftware. Wer der Ansicht ist, dass hier die Grenzen allmählich erreicht sind, wird sich verwundert die Augen reiben. Denn der Mitbegründer und Group Executive von Solidworks betonte, dass »der größte Teil der Arbeit noch vor uns liegt. Ich gehe davon aus, dass Touchscreen-Schnittstellen, Internet-basierte Anwendungen, die Grafik von Videospielen und der 3D-Druck einen großen Einfluss auf die weitere 3D-CAD-Entwicklung haben werden.« Auch die Simulation spielte eine tragende Rolle auf der Konferenz. Ein amüsant dargebotenes Beispiel zeigte in Form eines Sketches, wie ein Sumo-Kämpfer versuchte, einen kleinen Roller zu zerstören. Der Roller hielt der Gewalt stand und zeigte so, welcher Stellenwert Simulation-Software zukommt.

Nicht vergessen werden darf bei einer solchen Veranstatung, welchen Stellenwert das Networking für alle hat, die mit der Produktentwicklung zu tun haben. Wohin man sah wurde nationsübergreifend fachgesimpelt, Kontakte geknüpft, Geschäfte gemacht: »Wer bei über 4000 Teilnehmern mit weniger als hundert Visitenkarten nach Hause geht, hat etwas falsch gemacht«, scherzte ein Solidworks-Manager im Gespräch. In der Tat machen unter anderem die persönlichen Kontakte den Charme dieses Treffens aus. Aber auch im Ausstellungsbereich der Partner-Firmen lässt sich vortrefflich einiges besprechen, demonstrieren und probieren, denn im »Partner Pavilion« wurden wieder mehr als 100 Hardware- und Software-Lösungen gezeigt. -sg-

Solidworks Deutschland GmbH, Haar Tel. 089/6129560, http://www.solidworks.de

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