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FachPack 2010: Deutscher Verpackungsmaschinenbau bleibt Spitze

Nürnberg - der Kalendereintrag für die letzten drei Septembertage ist bei zahlreichen Verpackungsexperten vor allem in Deutschland und den europäischen Nachbarländern nahezu identisch. Gut 1.300 Aussteller von Packstoffen, Packmitteln und Packhilfsmitteln, Verpackungstechnologien, Kennzeichnungs- und Markierungstechnik, Kontroll- und Prüfgeräten, Angeboten zum Verpackungsrecycling sowie in den Messesegmenten PrintPack (Verpackungsveredelung) und LogIntern (Verpackungslogistik) sind bestens vorbereitet auf die erwarteten gut 33.000 Besucher.

Der deutsche Verpackungsmaschinenbau hat das von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geprägte Jahr 2009 besser abgeschlossen als erwartet. Die etwa 300 Unternehmen dieser Branche mit ihren rund 28.000 Beschäftigten konnten ihre Führungsrolle auf dem Weltmarkt behaupten. Ausschlaggebend hierfür sind traditionell hohe Investitionen für Forschung und Entwicklung, die systematische Ausrichtung auf Abnehmerprofile und der Einsatz neuester Produktionstechnologien. Diese Faktoren werden sich auf der FachPack 2010 erneut manifestieren.

Verpackungsmaschinenbau: langsame Erholung der Märkte
Da der Auftragseingang aus dem Ausland seit Jahresende 2009 wieder anzieht, geht der Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) von einer langsamen Erholung der Märkte aus.
In einigen Regionen zieht die Konjunktur bereits spürbar an. Bei Anhalten des Aufwärtstrends könnte der Verpackungsmaschinenbau schneller als der Maschinenbau insgesamt auf das gewohnt hohe Absatzniveau zurückkehren.

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Der Einbruch im deutschen Verpackungsmaschinenbau ist ausschließlich dem Weltwirtschaftsklima zuzuschreiben, betont der VDMA-Fachverband. Durch Finanzierungsschwierigkeiten und die Verunsicherung bei möglichen Investoren wurden während der Krise etliche Projekte auf Eis gelegt. Dieser Auftragsstau dürfte sich jetzt Schritt für Schritt auflösen und die generell positive Entwicklung der Branche unterstützen. Die Nachfrage nach verpackten Nahrungsmitteln und Getränken wird auch allein aufgrund des Wachstums der Weltbevölkerung und der steigenden Zahl von Mega-Städten weiter zunehmen. Rund 60% aller Verpackungsmaschinen werden im Nahrungsmittel- und Getränkesektor eingesetzt, 20% in der Pharmaindustrie und die übrigen 20% in einer Vielzahl von verpackenden Konsum- und Industriebranchen.

Der gesamte deutsche Maschinenbau büßte im schlechtesten Jahr seit dem Beginn statistischer Auswertungen vor gut fünfzig Jahren knapp ein Viertel des bisherigen Produktionswertes ein. Mit etwa 18% Minus beim Produktionswert kam der Verpackungsmaschinenbau vergleichsweise glimpflich davon; der Produktionswert sank hier nach vorläufigen Zahlen 2009 auf gut 4,4 (2008 = 5,4) Mrd.EUR. Dieser Wert entspricht annähernd dem Niveau von 2006. Positiv wirkten sich 2009 ein Auftragsüberhang aus dem Vorjahr sowie das Anziehen der Nachfrage zum Jahresende aus.

Das Exportvolumen für Verpackungsmaschinen verringerte sich 2009 um knapp ein Viertel auf rund 4,0 (2008 = 5,3) Mrd. EUR. Dieser Wert beinhaltet importierte Komponenten und Systeme, die in deutsche Maschinen integriert wurden. Ungeachtet dieser statistischen Auswirkung liegt der Exportanteil der deutschen Verpackungsmaschinenhersteller bei deutlich über 80%. Deutschland blieb auch im Krisenjahr 2009 die führende Nation auf dem Weltmarkt für Verpackungsmaschinen, der im Jahr zuvor den Rekordwert von 23,6 (2007 = 21,8) Mrd. EUR erreicht hatte.

Die Lieferungen in die beiden wichtigsten Einzelmärkte USA und Russland verringerten sich 2009 überproportional um 34 bzw. 39 %, während die Lieferungen in die 27 EU-Mitgliedsländer ein Minus von 21 % verzeichneten. Mit 8 % Rückgang gingen die Lieferungen nach Asien nur moderat zurück, da Aufträge vor allem aus Japan und Indonesien zunahmen.

Rund ein Drittel der gut 1.300 FachPack-Aussteller präsentiert in Nürnberg moderne Verpackungstechnologie, das nach Packstoffen und Packmitteln zweitstärkste Angebotssegment der Messe. Und auch beim Interesse der Fachbesucher ist das Ranking ähnlich, so das Befragungsergebnis eines unabhängigen Instituts zur FachPack2009: Auch hier gilt das Hauptinteresse der Fachleute nach Packstoffen/Packmitteln (62%) den Verpackungsmaschinen (43%, Mehrfachnennungen). Zusammen mit den positiven konjunkturellen Aussichten steigen die Chancen für ein reges Nachmessegeschäft. lg

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