Fachmessen

Euromold 2014: Werkzeugbau und Generative Fertigung

Die Euromold, Fachmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung, öffnet vom 25. bis 28. November 2014 in Frankfurt am Main ihre Pforten. Das Messemotto beschreibt gleichzeitig die Thematik: „Von der Idee bis zur Serie“. Die Ausstellerzahl stagniert und ab 2015 steht die Euromold im Wettbewerb mit der neuen Moulding Expo in Stuttgart.

Die Euromold hat sich seit ihrem Start vor 21 Jahren auf den Bereich Werkzeug- und Formenbau konzentriert und bindet seither auch neue Technologien in das Messekonzept ein. Dieses Jahr wird beispielsweise das Forum „Generative Fertigung und Werkzeugbau“ in Halle 8.0 aufzeigen, welche Potenziale entstehen, wenn neue Technologien intelligent in die bestehende Prozesskette integriert werden.

Darüber hinaus werden produzierenden Unternehmen und ihren Kunden alle Vorteile generativer Fertigungsverfahren bei vielfältigen und immer komplexeren Aufgabenstellungen vor Augen geführt. Die Wirtschaftlichkeit additiv hergestellter Bauteile steigt mit der Komplexität ihrer Geometrie, die Form folgt hier der Funktion. Zudem wird die Nachahmung beziehungsweise Produkt-Piraterie extrem erschwert. Auch volkswirtschaftliche Vorteile treten bei generativer Fertigung deutlich zutage: Wirtschaftswachstum wird von einem höherem Ressourcenverbrauch entkoppelt, da ganze Prozessschritte bei der Herstellung von Bauteilen eingespart werden.

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Werkstoffe und Leichtbau

Auf sehr großes Interesse dürfte das Zukunftsthema 3D-Druck beziehungsweise Additive Manufacturing (AM) treffen. Im Rahmen der „16th Annual International Wohlers Conference“ wird der 3D-Druck-Experte Terry Wohlers zu Wort kommen. Er wird darlegen, warum die vielfältigen Möglichkeiten der industriellen 3D-Druck-Technologie derzeit nicht voll ausgeschöpft werden können und weiterhin enormer Optimierungsbedarf entlang der gesamten Lieferkette herrscht.

Die Messehalle 8.0 sendet wichtige Signale auch in andere Fertigungsbereiche. Die Themenforen „Werkstoffe“ und „Leichtbau“, das Design & Engineering Forum sowie das CAE-Forum mit Fokus auf neueste Technologien des rechnergestützen Design- und Engineering-Bereichs, zeigen Möglichkeiten, die Prozesskette konsequent an neuen Erfordernissen auszurichten und die Kosten-Nutzen-Relationen in einem globalen Wettbewerb nachhaltig zu verbessern.

Individualität in der Massenfertigung

Auch das Thema Mass Customization als zukunftsweisendes Geschäftsmodell wird die Messe beziehungsweise deren Aussteller anschaulich präsentieren. Kundenindividuelle Massenproduktion bezeichnet eine Fertigungsmethode, bei der ein Produkt vom Kunden mittels Modulbauweise individualisiert beziehungsweise konfiguriert und dennoch zum Preis eines vergleichbaren Standardprodukts angeboten werden kann.

Um Mass Customization als Sparte im Unternehmen oder als eigenständige Nische aufzubauen, müssen sämtliche Bereiche wie Produktdesign, Beschaffung, Kundenkontakt, Lagermanagement, Supply Chain und Qualitätssicherung aufeinander abgestimmt werden. Sind alle Qualitätsanforderungen umgesetzt, soll es Herstellern gelingen, die Nachfrage besser zu planen, gewünschte Preise ohne höhere Zusatzkosten zu erzielen sowie ihren Cashflow zu optimieren, da die Produktion in der Regel erst beginnt, sobald die Bezahlung eingetroffen ist.

Gemäß dem Zukunftsbild Industrie 4.0 investieren Hersteller auch verstärkt in cyber-physische Systeme (CPS). CPS sind Netzwerke kleiner mit Sensoren und Aktoren ausgestatteter Computer, die als so genannte „Eingebettete Systeme“ in Materialien, Geräten und Maschinenteilen eingebaut und über das Internet miteinander verbunden werden. Anlagen, Maschinen und einzelne Werkstücke tauschen kontinuierlich Informationen aus, sämtliche Produktions- und Logistikprozesse werden integriert.

Die Themen zeigen, dass sich der Weg nach Frankfurt lohnen dürfte. Neben den klassischen Euromold-Branchen wie Maschinenbau, Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Elektro- und Elektronikindustrie rückt auch der Bereich der Medizintechnik seit Jahren kontinuierlich und verstärkt in den Fokus.

Stefan Graf

Demat, Frankfurt/Main, Tel. 069/274003-0, http://www.euromold.com

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