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Energiegipfel in Leipzig

Die viel beschworene Energiewende ist politisch beschlossen, doch bei der praktischen Umsetzung des Vorhabens hakt es noch gewaltig. Das 1. Ostdeutsche Energieforum am 10./11. Mai 2012 im Congress Center Leipzig will die besonderen Kompetenzen der Region nutzen, um Lösungen für die kommenden Herausforderungen zu finden.

"In Ost- und speziell Mitteldeutschland ist die gesamte Wertschöpfungskette der Energiebranche angesiedelt: Von der Erzeugung per Braunkohle und regenerativer Energien über die Verteilnetzbetreiber und den Handel an der Strombörse EEX bis zu den industriellen Großverbrauchern wie der Chemiebranche", erklärt Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben. Deshalb sei der sichere Übergang zur Energieversorgung der Zukunft von besonderem Interesse für die regionale Wirtschaft. "Zum anderen können die Unternehmen der Region deutschlandweit einmalige Kompetenzen in die Bewältigung der anstehenden Umstrukturierungsprozesse einbringen. Dafür bietet das 1. Ostdeutsche Energieforum eine optimale Plattform", so Jörn-Heinrich Tobaben weiter.

"Uns läuft schlicht die Zeit davon, wenn wir 2022 die Atomkraftwerke abschalten wollen", betont Hartmut Bunsen, Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlins. Derzeit mangele es an Planungssicherheit, wodurch der notwendige Ausbau der Stromnetze einerseits und neuer Kraftwerke andererseits mächtig ins Stocken geraten sei. Außerdem drohten die Energiepreise massiv zu steigen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmer insbesondere in Ostdeutschland zu gefährden. "Wir verlangen auch eine Antwort darauf, wer die Kosten der Energiewende eigentlich tragen soll - unsere Bedenken sind, dass es wieder vor allem die ostdeutschen Unternehmer und Verbraucher sein werden, die beispielsweise den Netzausbau schultern und damit Versorgungssicherheit gewährleisten sollen", so Bunsen.

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Über diese und weitere Fragen rund um die Energiewende werden hochrangige Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik beim 1. Ostdeutschen Energieforum am 10./11. Mai im Congress Center Leipzig diskutieren. Die Veranstaltung will sich als unabhängiger Treffpunkt sowie als Denkfabrik für die Führungsetagen der Energiewirtschaft etablieren und dabei Lösungswege für die komplexen Fragestellungen der Energiewende - insbesondere aus ostdeutscher Perspektive - erarbeiten. "Das erwartete, starke Auditorium wird dazu beitragen, möglichst konkrete Antworten insbesondere von der Politik zu bekommen", ist sich Hartmut Bunsen sicher. "Unerlässlich sind Konzepte, konkrete Meilensteine und Maßnahmen, wie wir die gesteckten Ziele erreichen können. Der Anspruch ist, einen Energiemix zu schaffen, der für alle bezahlbar ist, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sichert und die Balance von wirtschaftlichen und ökologischen Ansprüchen findet."

An dem Forum werden unter anderem EU-Kommissar Günther Oettinger, Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der ehemalige Vorsitzende der Ethik-Kommission für eine sichere Energieversorgung und Ex-Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer, Dr. Klaus-Dieter Barbknecht (VNG AG), Dr. Nedim Cen (Q-Cells), Tuomo J. Hattaka (Vattenfall), Stephan Kohler (dena), Peter Reitz (EEX) und Thomas Prauße (Stadtwerke Leipzig) teilnehmen. In den an beiden Tagen stattfindenden Foren stehen unter anderem die Themen Energieerzeugung, Versorgungssicherheit und vernetzte Mobilität im Zentrum der Experten-Diskussion. Abgerundet wird das Treffen durch eine Veranstaltung am Abend des 10. Mai, die zum fachlichen Austausch und Netzwerken genutzt werden kann.

Im Anschluss an den ostdeutschen Energiegipfel wird eine Dokumentation erstellt, die die zentralen Ergebnisse der Veranstaltung zusammenfasst. Träger der Veranstaltung sind die Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlins sowie die Landesarbeitsgemeinschaften der Industrie- und Handelskammern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. kf

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