EMO Hannover 2019

Andrea Gillhuber,

„Die Werkzeugmaschinenmesse der Welt!“

Die EMO Hannover 2019 ist zu Ende und die Verantwortlichen ziehen für sich und die metallbearbeitende Industrie eine positive Bilanz. Es scheint, dass sich die Branche von konjunkturellen Schwächen nicht beeindrucken lässt.

Carl Martin Welcker, EMO-Generalkommissar (rechts), und Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim EMO-Veranstalter VDW. © VDW

„Wir sind einfach zufrieden, weil sie besser gelaufen ist, als wir alle gedacht haben. Wir sind hierhergekommen und hatten große Befürchtungen, dass aufgrund der konjunkturellen Situation die Stimmung schlecht wird, wenig Besucher kommen, weniger Projekte da sind. Und es hat sich herausgestellt, es sind sehr viele Besucher gekommen – gerade auch aus dem Ausland! Wir hatten tolle Projekte dabei und wir gehen sehr ermuntert von der Messe weg“, begeistert sich EMO-Generalkommissar Carl Martin Welcker in seinem Videostatement zum Abschluss der EMO Hannover. Und auch Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim EMO-Veranstalter VDW, ist zufrieden: „Wir sind sehr zufrieden mit der EMO 2019, denn entgegen den Erwartungen bei der aktuellen Konjunkturlage, die ja vielfach diskutiert ist, haben wir eine sehr gute Besucherresonanz. (…) Die Qualität der Besucher war gut: sehr konkret, keine reinen Informationsgespräche, sondern konkrete Projektinteressen, die man andiskutiert hat. Die Frage ist natürlich, wann die Projekte dann ausgelöst werden.“ Insgesamt sei dies eine „positive Prognose für das Nachmessegeschäft“, so Schäfer.

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Insgesamt kamen rund 117.000 Besucher aus 150 Ländern zur Weltleitmesse der Metallbearbeitung. Sie informierten sich bei rund 2.200 Ausstellern über aktuelle Trends und konkrete Lösungen für ihre Produktion. Insbesondere wurden Automatisierungs- und Digitalisierungsansätze für die Produktion gezeigt.

Positive Stimmung trotz schwächelnder Konjunktur

Aussteller mit einem breiten Abnehmerspektrum äußern sich zufrieden mit dem Verlauf der Messe. Dr. Wolfgang Heuring, CEO Motion Control der Siemens AG, Erlangen, beispielsweise sagt: "Der Besucherzuspruch auf unserem Messestand in diesem Jahr war überwältigend. Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Messe." Andere Firmen mit einem höheren Anteil im Pkw-Geschäft beurteilen die Lage reservierter. "Wir haben durchaus gemerkt, dass die Firmen wegen der allgemeinen Unsicherheit zur künftigen Marktentwicklung momentan etwas zurückhaltender sind", sagt Dr. Christian Lang, Geschäftsführer der Liebherr-Verzahntechnik in Kempten. Dennoch habe man mit den Kunden über konkrete Projekte gesprochen, die äußerst vielversprechend seien. Manch ein Aussteller erwartet den historisch größten Paradigmenwechsel in der Automobilindustrie, den es zu bewältigen gilt. Andere konnten Verhandlungen mit den Fahrzeugherstellern auf der Messe zum Abschluss bringen.

Welcker bringt die Stimmung auf der Messe auf den Punkt: „Ich glaube, was für mich als Aussteller gilt, gilt auch für die große, große Mehrheit der Unternehmen, die ausgestellt haben. Es gibt immer einzelne Bereiche, immer wieder einzelne Firmen, die mit ihren Produkten jetzt gerade mal keinen Haupttreffer landen, oder die aus irgendwelchen Gründen unglücklich sind, weil ein Sondermarkt, den sie bedienen, zusammengebrochen ist, und ihnen auch deswegen hier die Kunden fehlen, aber in der Breite war das schon eine sehr gelungene Messe, die sich nahtlos an die hervorragende Messe 2017 anschließt.“

Dies war auch der Grundtenor der Unternehmen, mit denen die SCOPE-Redaktion gesprochen hatte. Ja, man beobachte die konjunkturelle Entwicklung, aber nach rund einem Jahrzehnt mit hohen, zum Großteil zweistelligen Wachstumsraten war ein Rückgang oder auch Einbruch zu erwarten. Die Unternehmen sprechen auch nicht von einer Krise wie im Jahr 2009, sondern von einem strukturellen Wandel. In Zeiten von Klimadiskussionen, Elektromobilität, Brexit und weiteren wirtschaftspolitischen Achterbahnfahrten müssen sich Teile der Industrie wieder finden und positionieren. Unternehmen mit großer Nähe zum Automobilbau spüren den Wandel stärker, andere haben sich nach der Krise 2009 breiter aufgestellt, um Einbrüche in einzelnen Segmenten besser abfedern zu können.

Viele sind sich einig, dass die „fetten Jahre“ erstmal vorbei sind. Mit Wachstum rechnen die meisten erst ab 2021 oder 2022. Bis dahin möchte man aber die „ruhigeren Zeiten“ nutzen, um intern Prozesse zu überarbeiten, den Maschinenpark zu überholen und die Digitalisierung in konkreten Schritten anzugehen. In einer komplett ausgelasteten Fertigung sei dies während des Betriebs kompliziert oder nicht möglich gewesen.

Weltleitmesse par excellence

Sowohl Schäfer vom VDW als auch Welcker sind zufrieden mit der EMO Hannover und gehen positiv gestimmt in die Zukunft. Besonders hervorgehoben wird dabei die Internationalität. Welcker: „Wir sind einfach zufrieden, weil sie besser gelaufen ist, als wir alle gedacht haben. Wir sind hierhergekommen und hatten große Befürchtungen, dass aufgrund der konjunkturellen Situation die Stimmung schlecht wird, wenig Besucher kommen, weniger Projekte da sind. Und es hat sich herausgestellt, es sind sehr viele Besucher gekommen – gerade auch aus dem Ausland! Wir hatten tolle Projekte dabei und wir gehen sehr ermuntert von der Messe weg.“

Das zeigen auch die Zahlen: Mehr als die Hälfte der Besucher war aus dem Ausland nach Hannover gekommen. Der Anteil der Europäer hielt sich dabei die Waage mit den Gästen aus Übersee. Letzterer stieg im Vergleich zu 2017 um fünftel an. Besonders hoch war der Anteil aus Asien: Fast ein Drittel der ausländischen Besucher kamen unter anderem aus China, Japan, Taiwan und Indien. „Die Internationalität der EMO-Besucher, vor allem auch aus dem asiatischen Raum, sorgten für eine geschäftige und internationale Atmosphäre bei uns am Stand", bemerkt Dr. Stefan Brand, Geschäftsführer der Vollmer Werke in Biberach. Diese Entwicklung hängt nicht zuletzt auch mit der gestiegenen Anzahl asiatischer Aussteller zusammen, die ihre Kunden auf die Weltleitmesse nach Hannover mobilisieren konnten. Auch Italien, Polen, Schweden, Russland und die Türkei waren sehr gut vertreten.

Auch Welcker zeigt sich in seinem Videostatement begeistert von der steigenden Internationalität: „Besonders bemerkenswert ist die enorme Anzahl ausländischer Besucher. (…) Und es zeigt eigentlich auch, wie anerkannt unsere Maschinen, wie anerkannt das alles hier ist. Die EMO ist immer noch die Werkzeugmaschinenmesse der Welt! Das sehen Sie übrigens auch bei den ganzen Neuheiten: Nirgendwo auf der Welt wird jemals so viel an Neuigkeiten zusammengetragen, wie Sie das auf der EMO sehen!“

Die nächste EMO findet vom 4. bis 9. Oktober 2021 in Mailand statt.

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