Elektromobilität

Andreas Mühlbauer,

E-Mobilität als Innovationstreiber für Schaeffler

E-Mobilität ist eines der großen Zukunftsthemen der CES 2019 in Las Vegas. Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler prognostiziert, dass im Jahr 2030 rund 30 Prozent aller neu zugelassenen Pkw rein elektrisch angetrieben werden, 40 Prozent von einem Hybridantrieb, also der Kombination von klassischem Verbrennungsmotor und Elektromotor. 70 Prozent aller Pkw werden also mindestens einen E-Motor als Antriebsquelle nutzen.

Das Konzeptfahrzeug "4ePerformance" mit 1200 PS. © Schaeffler

Auf der CES zeigt Schaeffler anhand von Exponaten, die vom Hybridmodul bis zum 1.200 PS starken Konzeptfahrzeug "Schaeffler 4ePerformance" reichen, wie faszinierend und nachhaltig E-Mobilitätslösungen sein können.

E-Mobilitäts-Produkte von Schaeffler in Serienfahrzeugen

Das Unternehmen sieht die E-Mobilität neben der Digitalisierung und Industrie 4.0 – im Rahmen des Zukunftsprogramms "Agenda 4 plus One" – als einen der wichtigsten Innovationstreiber der Zukunft und hat alle seine Aktivitäten in diesem Sektor im neuen Unternehmensbereich E-Mobilität zusammengeführt. Bis 2020 wird Schaeffler über 500 Millionen Euro in Forschung, Entwicklung und Produktion elektrischer Antriebseinheiten investieren. Komponenten und Systemlösungen wie E-Achsen und Hybridmodule fertigt das Unternehmen bereits in Großserie.

Ein weiteres Beispiel ist ein Getriebe für E-Autos, von dem je eines an Vorder- und Hinterachse des neuen Audi e-tron einen intelligent gesteuerten und effizienten Allradantrieb ermöglicht. Im normalen Fahrbetrieb arbeitet nur der Elektromotor an der Hinterachse. Fordert der Fahrer über das Fahrpedal mehr Leistung oder erkennt das System Schlupf an der Hinterachse, wird der Vorderachsantrieb zugeschaltet.

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Hybridmodul für amerikanische Bestseller

Das kompakte Schaeffler P2-Hybridmodul erweitert bestehende Antriebskonzepte und reduziert den CO2-Ausstoß. © Schaeffler

Auf der CES zeigt Schaeffer ein Hybridmodul, das Hersteller in die Lage versetzt, die auf dem amerikanischen Markt beliebten Pick-ups zu elektrifizieren. Das kompakte P2-Hybridmodul passt zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe und ist somit auch in bestehende Fahrzeugkonzepte integrierbar. Es ermöglicht sowohl eine Boost-Funktion als auch das „Segeln“ mit abgeschaltetem Verbrennungsmotor sowie rein elektrisches Fahren.

Die neue E-Achse kann allein eingesetzt werden oder einen bestehenden Vorder- oder Hinterachsantrieb zu einem vollwertigen Allradantrieb erweitern. Zusätzlicher Vorteil ist die radselektiv steuerbare Antriebsleistung. Torque Vectoring, eine Drehmomentverteilung zwischen rechtem und linkem Rad, erhöht Sicherheit, Fahrdynamik und Fahrkomfort spürbar.

Faszination E-Mobilität: das Konzeptfahrzeug

Mit dem Konzeptfahrzeug 4ePerformance hat Schaeffler einen faszinierenden Botschafter der E-Mobilität auf die Räder gestellt. Der Wagen liefert ein gutes Beispiel für den Technologietransfer vom Rennsport in ein seriennahes Antriebskonzept. Das rein elektrisch angetriebene Fahrzeug verfügt über vier Formel-E-Motoren mit einer Gesamtleistung von 880 kW (1.200 PS). Sie stammen aus dem Formel-E-Rennboliden ABT Schaeffler FE01 und wurden wie auch die eingesetzte Leistungselektronik von der Tochter Compact Dynamics entwickelt. Die Elektro-Rennserie ist für Schaeffler ein ideales Testlabor für die Entwicklung von Elektromobilitätstechnologien.

Schaeffler profitiert von Erfahrungen im klassischen Antriebsstrang

Bei der Entwicklung elektrischer Antriebskomponenten profitiert Schaeffler von den Erfahrungen, die das Unternehmen aus dem klassischen Antriebsstrang mit Verbrennungsmotor gewonnen hat, beispielsweise in der digitalen Simulation. Auch das Know-how aus der Entwicklung von Anfahrelementen wie dem Drehmomentwandler oder der Doppelkupplung erweitert die Entwicklungs- und Fertigungskompetenz. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Kompetenzen immer weiter aus. Durch den Erwerb der Elmotec Statomat GmbH, Hersteller von Fertigungsmaschinen für den Bau von Elektromotoren in Großserien, schließt Schaeffler die letzte Lücke im Bereich der Fertigung von kompletten E-Systemen inklusive selbst gebauter E-Motoren.

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