Elektroindustrie

Andreas Mühlbauer,

ZVEI erwartet Produktionsplus von einem Prozent

Die deutsche Elektroindustrie ist mit gemischter Bilanz ins neue Jahr gestartet: Während Umsatz und Export im Januar stiegen, gingen Auftragseingang und Produktion zurück. Weiterhin sieht der ZVEI 5G großes Potenzial in der 5G-Technologie.

ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Präsident Michael Ziesemer und Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung (v. r. n. l.) bei der ZVEI-Pressekonferenz auf der Hannover Messe. © am/WBM

„Obwohl die Produkte der deutschen Elektroindustrie weltweit gefragt und wettbewerbsfähig sind, nehmen aktuell die Hemmnisse auf der Nachfrageseite wieder zu“, führt ZVEI-Präsident Michael Ziesemer aus. „Angesichts der hohen Unsicherheit – angefangen beim Protektionismus über weltweit nachlassendes Wachstum bis hin zum Brexit – halten wir deshalb an unserer vorsichtigen Prognose vom Jahresanfang fest und erwarten ein reales Produktionswachstum von einem Prozent.“

Die USA und China sind weiterhin die größten Absatzmärkte für die deutsche Elektroindustrie. Wobei China 2018 sowohl seine Stellung als größter Abnehmer als auch den Abstand zu den USA weiter ausgebaut hat. Mit 21 Milliarden Euro gingen zehn Prozent mehr Ausfuhren in das Reich der Mitte als ein Jahr zuvor. „Gleichwohl lässt das Wachstum in beiden Ländern nach, was auch Einfluss auf den Handel nach sich zieht“, erklärt Ziesemer. Nicht zuletzt wegen anhaltender Handelskonflikte hätten sich die allgemeinen Geschäftserwartungen der Elektrobranche zuletzt spürbar eingetrübt. 

2018 stiegen die nominalen Erlöse auf einen neuen Höchststand von 193,5 Milliarden Euro. Aktuell beschäftigt die Branche 888.000 Menschen im Inland. Im vergangenen Jahr wurden 22.000 Arbeitsplätze neu geschaffen. Allein 96.000 Beschäftigte arbeiten im Bereich Forschung und Entwicklung.

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Industrielles 5G beschleunigt Aufbau eines digitalen Ökosystems

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur wird mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G ein gutes Stück vorankommen. „Der ZVEI hat sich gemeinsam mit anderen Verbänden erfolgreich dafür stark gemacht, dass die besonderen Bedarfe der Industrie an 5G von Anfang an berücksichtigt werden. Nun wird ein Viertel des Frequenzbands für lokale Anwendungen freigehalten. So kommt 5G dorthin, wo es seine Stärken am besten ausspielen kann – in die Unternehmen“, sagt Ziesemer. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für Erfolg im internationalen Wettbewerb.

„Für Industrie 4.0 ist es gelungen, ein Ökosystem zu schaffen, das weltweit seinesgleichen sucht. Nun gilt es, in Deutschland und Europa eine industriepolitische Strategie zu gestalten, die ein ebensolches Ökosystem für industrielle Daten- und Plattformökonomie schafft“, erklärt Ziesemer und betont weiter: „Auch bei Anwendungen von Künstlicher Intelligenz im Industrie- und B2B-Bereich wollen wir eine führende Rolle einnehmen.“

Industrie bereit für neuen Mobilfunkstandard

5G war auch ein beherrschendes Thema auf der diesjährigen Hannover Messe. Das Bewusstsein für die Herausforderungen und Möglichkeiten der Technologie will die 5G Alliance for Connected Industries and Automation (5G-ACIA) schärfen.

Dr. Andreas Müller (Bosch), Vorsitzender von 5G-ACIA, erklärt: „Mit der Veröffentlichung erster Standards und der Verfügbarkeit der ersten Chipsätze und Infrastrukturkomponenten gewinnt 5G schnell an Dynamik. Dies spiegelt sich deutlich in den vielfältigen 5G-bezogenen Aktivitäten auf der Hannover Messe 2019 wider. Tatsächlich beginnen viele Unternehmen zu erkennen, welche entscheidende Rolle diese Technologie bei der digitalen Transformation ihrer Unternehmen spielen wird. Gleichzeitig zeigt sich für die IKT-Branche, dass 5G auch für sie sehr großes Potenzial hat." Vor diesem Hintergrund spielt die Initiative eine zentrale Rolle bei der Zusammenführung aller relevanten Akteure.

Der offizielle Startschuss für die ZVEI-Arbeitsgemeinschaft fiel im April 2018. Seitdem verzeichnet die 5G-ACIA ein deutliches Mitgliederwachstum. Auch im Jahr 2019 wird die 5G-ACIA ihre Aktivitäten weiter weltweit ausbauen. Müller betont: „Wir sind sehr zufrieden mit dem hohen Wachstumstempo und gehen davon aus, dass viele weitere Unternehmen im Verlauf des Jahres beitreten werden."

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