Prozessoptimerung

„Schnelle Ergebnisse“

Lange war die Expertise von Unternehmensberatungen den Großkonzernen vorbehalten. Diese Zeiten sind vorbei. Ralph Wannenwetsch, Geschäftsführer der technischen Unternehmensberatung ifp Consulting, erläutert Chefredakteur Hajo Stotz, warum immer mehr mittelständische Unternehmen externe Berater hinzuziehen und was sie für besondere Anforderungen haben.

SCOPE: Herr Wannenwetsch, wie hat sich der Beratermarkt aus Sicht der ifp Consulting in den letzten Jahren entwickelt?

Wannenwetsch: Je nach Branche ist das zum Teil sehr unterschiedlich. Für uns ist die Automobil- und Zulieferindustrie einer der wichtigsten Markt- und Umsatztreiber. Seit dem ersten Quartal 2010 spüren wir, dass die Nachfrage wieder anzieht. Ganz ähnlich ist es im Maschinenbau. In anderen Branchen, beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt und in der Konsumgüterindustrie, haben wir trotz der Wirtschaftskrise kaum Schwankungen gespürt. Branchenübergreifend gab es eine deutliche Verschiebung, was die Art der Projekte angeht. Bis vor wenigen Jahren haben wir zu gleichen Teilen Prozessoptimierungen und Fabrikplanungen durchgeführt. Planungsprojekte, die für Unternehmen mit einer hohen Investition verbunden sind, sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Ein weiterer Trend, den wir deutlich spüren, ist die wachsende Nachfrage von mittelständischen Unternehmen.

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SCOPE: Wie genau erklären Sie sich diesen Trend?

Wannenwetsch: Gerade bei kleinen, inhabergeführten Betrieben wird der Zwang zu optimieren durch die anhaltende Globalisierung immer stärker. Dabei ist die Außensicht enorm wichtig, um intern gewachsene Prozesse kontinuierlich zu hinterfragen und auf den Prüfstand zu stellen. Auch die Führungsstruktur in mittelständischen Unternehmen hat sich verändert. Das Thema `Unternehmensberatung´ gehen viele Manager heute weniger unvoreingenommen an. Sie sind offener, weniger beratungsresistent und beziehen auch Mitarbeiter der unteren Ebene früher in die Entscheidungsprozesse ein.

SCOPE: Haben mittelständische Unternehmen andere Anforderungen an eine technische Unternehmensberatung als Großkonzerne?

Wannenwetsch: Die Bedürfnisse sind in der Tat sehr unterschiedlich. Wichtig ist, dass die Berater sehr pragmatisch und zielorientiert vorgehen. Sie müssen sich ohne große Steuerungsaufwände die Informationen beschaffen, die für eine fundierte Analyse notwendig sind. Ein Konzern kann sich eine Unternehmensberatung eher leisten, für den Mittelständler ist das oft eine sehr große Investition. Umso wichtiger sind schnelle Ergebnisse. Ein weiterer Unterschied ist das Auftreten. Unsere Mitarbeiter zeichnet aus, dass sie sich auf Augenhöhe mit allen fachlichen Ansprechpartnern unterhalten können – vom Firmenchef über den Meister bis hin zum Maschinisten. Diskussionen auf fachlicher Ebene sind hier viel eher gefragt als prätentiöses, strategisches Auftreten.

SCOPE: Unterscheiden sich auch die fachlichen Anforderungen?

Wannenwetsch: Ich denke schon, aber nur zum Teil. Großkonzerne sind dem Mittelstand oft einen Schritt voraus. Im Mittelstand ist das Thema „Lean“ noch sehr aktuell: Wie können Unternehmen ihre Prozesse so schlank und kosteneffizient wie möglich gestalten, ohne dass es die Produktivität gefährdet? Oft fehlt mittelständischen Unternehmen noch das Verständnis für diese Prozesse. Natürlich ist das Thema auch für Konzerne weiterhin relevant, aber viele haben das Know-how inzwischen verinnerlicht und können die Prinzipien aus eigener Kraft umsetzen. Sie konzentrieren sich verstärkt auf andere Aspekte, zum Beispiel auf Nachhaltigkeit. Aus „Lean“ wird „Lean & Green“ sozusagen. Unternehmen müssen nicht nur effizient und kostengünstig wirtschaften, sondern auch ihre Ressourcen schonen und ihre Umweltbilanz verbessern. All diese Aspekte gilt es im Sinne einer ganzheitlichen Prozessplanung zu vereinen.

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