Messe

"Kein Platz für Eifersüchteleien"

Die 8. Ausgabe der Messe Blech-Expo und die Premiere der Schweisstech finden vom 13. bis 16. Juni 2007 auf dem Neuen Messegelände in Stuttgart statt. Messemacher Paul Schall erläutert SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz, was sich sonst noch ändert - und was bleibt.

SCOPE: Neues Messegelände, neue, ergänzende Messe Schweisstec und seit 2005 neuer Name Blech-Expo statt Südblech - sind die Inhalte der Sinsheimer und der Stuttgarter Blech-Expo noch vergleichbar?

Schall: Der Name Blech-Expo ist Programm und nicht der Standort. Die bewährte Nomenklatur ist und bleibt dieselbe, jedoch werden wir deutlich mehr Aussteller haben und somit dem Markt mehr Maschinen, Werkzeuge und Lösungen denn je zeigen können. In Kombination mit der Schweisstec sind wir zudem weltweit der einzige Fachmessenverbund, welcher die Prozesskette für die Blechbearbeitung inklusive der Füge- und Verbindungstechnik zeigt.

SCOPE: Gewinnt die Blech-Expo in Stuttgart auch an internationaler Bedeutung?

Schall: Das ist sicher der Fall, denn wir haben eine ganz andere Verkehrs-Infrastruktur zur Verfügung und der Name Stuttgart steht weltweit für Süddeutschland als Metall- und Automobil-Standort. Die geballte Nachfragemacht in dieser Region zieht alle relevanten Lieferanten an und wer sich hier bewährt, hat auch auf anderen Märkten sehr gute Chancen. Die Fachbesucher wiederum finden hier das aktuelle Weltangebot, so dass ein Besuch in Stuttgart ein Muss für die Produktionsfachleute und Entscheider ist.

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SCOPE: Wo liegen die thematischen Schwerpunkte?

Schall: Die Schwerpunkte liegen in allen Technologien sowie den Maschinen und Werkzeugen für die Umsetzung von Lösungen in Blech. Schneiden, Stanzen, Umformen, Prägen in Hard- und Software sind wie immer Hauptthemen. Ansonsten sprechen wir heute aber lieber von der Prozesskette für die rationelle Blechbe- und -verarbeitung, denn in dieser sind alle Technologien und Verfahren wichtig.

SCOPE: Und was sind die Inhalte der Schweisstec?

Schall: Wie schon angedeutet, dreht sich hier alles um das Schweissen, Fügen und Verbinden von Blechwerkstoffen. Diese Technologien bzw. Verfahren werden heute immer mehr in den gesamten Produktionsprozess für Blechteile und Blechkonstruktionen eingebunden. Eine isolierte Betrachtung wäre auch deshalb falsch, weil die Prozesskette ja nur so gut wie das schwächste Glied sein kann. Mit der Funktionsintegration und der Automatisierung verbinden sich erhebliche Produktivitäts- und Qualitätsvorteile, so dass es nahe liegt, die Bereiche Blechbearbeitung und Blechverbindung als Ganzes zu betrachten.

SCOPE: Gilt für beide Messen eine Eintrittskarte?

Schall: Das ist selbstverständlich der Fall. Es gibt eine Kombikarte, die an allen Eingängen zu haben ist und den Aufwand für die Fachbesucher so gering wie möglich macht. Mit der Karte kann er frei zwischen den Welten Blech-Expo und Schweisstec wandeln und sich umfassend informieren.

SCOPE: Die Anzahl der bisher gemeldeten 900 Aussteller übertrifft bereits bei weitem die 520 der letzten Blech-Expo in Sinsheim. Welche Erwartungen haben Sie denn hinsichtlich der Besucherzahl?

Schall: Wir sind sicher, die Besucherzahl signifikant steigern zu können, wobei das eigentlich nur das sekundäre Ziel sein kann. Unsere Aussteller wollen Qualität statt Quantität und diesem Credo folgen wir mit all unseren Fachmessen. Vorsichtig geschätzt, dürften etwa 30 Prozent mehr Aussteller nach Stuttgart kommen, wobei wir hier einen großen Teil ausländische Fachbesucher sehen. Der Trend zur weiteren Internationalisierung der Blech-Expo zeichnete sich ja schon an der letzten Veranstaltung in Sinsheim ab, so dass wir recht guten Mutes sind, auf rund 15 Prozent ausländische Fachbesucher zu kommen.

SCOPE: Auf der Blech-Expo 2005 belegten die Aussteller eine Gesamt-Nettofläche von rund 18.000 qm. In Stuttgart hatten Sie ursprünglich vier Hallen gebucht, nun benötigen Sie bereits sechs. Wieviel Quadratmeter und wie viele Hallen werden in Stuttgart am 13. Juni denn nun belegt sein?

Schall: Nach dem letzten Stand belegen wir sechs Hallen mit zusammen 60.000 qm Bruttofläche. Wir hätten sehr wohl noch eine Halle mit 10.000 qm brauchen können, denn vom Zustrom in diesem Ausmaß waren und sind wir doch überrascht. Leider werden die restlichen Hallen und Gebäude aber erst zum Herbst beziehbar, so dass wir uns ein letztes Mal einschränken müssen.

SCOPE: Offiziell wird das Neue Messegelände erst im September eröffnet, dennoch finden die Blech-Expo und die Schweisstec bereits dort statt. Werden die Besucher eine Baustelle vorfinden?

Schall: Wie gerade ausgeführt, sind sechs Hallen sicher fertig und das gilt auch für die betreffende Infrastruktur. Die Neue Messe Stuttgart hat uns versprochen, dass sich trotz des Weiterbaus keine nennenswerten Behinderungen abzeichnen, da im Prinzip auch später jede Halle für sich genutzt werden kann. Außerdem erlaubten der milde Winter und das gute Wetter im Frühling ein zügiges Arbeiten, was uns doch zuversichtlich macht, auch diese eventuellen Hürden überspringen zu können.

SCOPE: Ihr Verhältnis zur Stuttgarter Messegesellschaft war in den letzten Jahren nicht immer von Harmonie geprägt. Wie gestaltet sich heute die Zusammenarbeit?

Schall: Die Umbrüche der nationalen wie der europäischen Fachmessenlandschaft und die hohen Ansprüche der Aussteller bedeuten für jeden Veranstalter von Fachmessen eine große Herausforderung. Für Sentimentalitäten und Eifersüchteleien ist da nicht mehr viel Platz. Mit der SMK und dem neuen Standort Neue Messe Stuttgart ergeben sich jedoch für uns wie für den Hausherrn neue Möglichkeiten des Wachstums und der Etablierung von Branchen-Treffs mit Weltgeltung. Insofern bilden wir jetzt eine funktionierende Zweckgemeinschaft, in der jeder auch seine aktuellen und künftigen Themen verfolgen kann, ohne dem anderen absichtlich weh zu tun.

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