Hydraulikkomponenten

„Weit überlegen“

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SCOPE: Herr Haeusgen, was ist der Grund für die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft?

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Haeusgen: Mit der Umwandlung in eine SE haben wir die Weichen für ein Unternehmen mit einer global ausgerichteten Rechts- und Kapitalstruktur gestellt. Ein Vorteil der SE ist die weltweite Anerkennung durch Banken und Geschäftspartner. Die rein deutsche Rechtsform der GmbH & Co. KG ist im Ausland weitgehend unbekannt, im internationalen Geschäft mussten wir sie oft erklären. Gleiches gilt für die Bilanzstruktur, die im Rahmen der Umwandlung an internationale Standards angepasst wird. Als Europäische Aktiengesellschaft sichern wir uns wieder ein Stück mehr Professionalität und Wettbewerbsfähigkeit, was bei unserem Exportanteil von rund 60% ein wesentlicher Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern ist.

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SCOPE: Hawe ist ja ein familiengeführtes Unternehmen ¿ bleibt das auch als Aktiengesellschaft so?

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Haeusgen: Ja, Hawe Hydraulik bleibt ein inhabergeführtes Familienunternehmen. Vorstand und Eigentümer sind der Meinung, dass diese Unternehmensform das Fundament für eine sichere und zukunftsfähige Entwicklung, für Stabilität und Kontinuität bietet. Ein gut geführtes Familienunternehmen in Kombination mit einem konstruktiven Miteinander von Eigentümern, Unternehmensleitung und Mitarbeitern ist als soziales System anderen Organisationsformen weit überlegen.

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SCOPE: Hawe konnte in den letzten Jahren ein enormes Umsatzwachstum, zum Teil weit über dem Marktdurchschnitt, im Bereich von Hydrauliklösungen erzielen. Was machen Sie anders und besser als der Wettbewerb?

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Haeusgen: Wir unterscheiden uns vom Mitbewerb durch unsere Technologie. Für alle druckbelasteten Teile verwenden wir ausschließlich den Werkstoff Stahl, Drücke bis zu 700 bar sind möglich und Anwendungen in mittleren Druckbereichen besonders langlebig und sicher. Unsere Produkte sind kompakt gebaut: Hawe-Ventile bieten eine Raumersparnis von 20-40% gegenüber Standard-Produkten, die Aggregate teilweise noch mehr. Zusätzlich sind unsere Sitzventile leckölfrei dicht, interne Leckage, unnötige Erwärmung und Energieverluste werden vermieden.

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SCOPE: Können Sie denn - trotz der an sich teureren kundenindividuellen Lösungen - dem Kunden Angebote machen, die die Investition preis-wert machen?

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Haeusgen: Teuer ist relativ. Betrachtet man die Kosten für den gesamten Lebenszyklus (TCO) unserer Pumpen, sind die Lösungen preiswert. Die Produkte bieten einen hohen Wirkungsgrad, arbeiten sehr zuverlässig, reduzieren den Energiebedarf und den Wartungsaufwand.

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SCOPE: Hawe hat in den letzten Jahren erheblich in seine fünf bayerischen Standorte investiert, im Frühjahr 2009 wollen Sie in Kaufbeuren ein neues Werk mit 40.000 qm Produktionsfläche und 400 Mitarbeitern in Betrieb nehmen. Bleibt es trotz derzeitig unsicherer Wirtschaftslage bei diesen Plänen?

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Haeusgen: Bei unseren Vorhaben bleibt es. Allerdings ziehen sich die Planungen für den Bau des neuen Werks in Kaufbeuren länger hin als gedacht. Ursprünglich wollten wir im Frühjahr 2009 mit dem Bau beginnen. Aktuell gehen wir davon aus, dass das Werk Ende 2010 fertiggestellt sein wird und die Produktion Anfang 2011 aufgenommen werden kann. Bereits heute steht fest, dass wir mit 250 Mitarbeitern beginnen werden.

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SCOPE: Welches sind Ihre wichtigsten Märkte und wie entwickeln die sich?

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Haeusgen: Unsere wichtigsten Märkte sind Deutschland mit 40%, Europa mit 32%, Asien-Pazifik mit 22% und die USA mit 5% Umsatzanteil. Die Region Asien-Pazifik und die Vereinigten Staaten stufen wir als Wachstumsmärkte ein.

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SCOPE: Ihr Exportanteil liegt bei über 60%, die Produktion findet komplett in Deutschland statt. Behalten Sie diese Strategie bei, oder fertigen Sie über kurz oder lang z.B. auch in Asien?

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Haeusgen: Wir bleiben bei der Produktion in Deutschland. Hier haben wir hochqualifizierte und engagierte Mitarbeiter, die wir benötigen, um mit unseren anspruchsvollen Produkten am Weltmarkt bestehen zu bleiben.

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SCOPE: Hawe-Produkte sind bisher noch sehr "mechanik-lastig". Für energie-effiziente Lösungen setzen die Anbieter von Standard-Hydraulik-Komponenten immer mehr auf mechatronische Lösungen. Beschäftigt sich Hawe ebenfalls mit dem Thema?

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Haeusgen: Hydraulische Komponenten stehen bei uns nach wie vor im Fokus. Im ersten Schritt spielt es keine Rolle, ob elektronische Komponenten komplett in mechanische Komponenten integriert werden oder als separates, auf die speziellen Bedürfnisse des Kunden angepasstes Bauteil angeboten werden. Nichtsdestotrotz setzen wir in Kombination mit elektronischen Steuerungskomponenten optimierte Gesamtfunktionen um. Auf der Hannover Messe 2009 stellen wir eine Kombination von Hydraulik und Elektronik vor. Lassen Sie sich überraschen! hs

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