Hochfester Beton

„Kompetenzen bündeln“

Das Unternehmen Bögl Reitz in Asslar ist spezialisiert auf die Herstellung von hochfestem Beton für den Maschinen- und Anlagenbau. Stefan Bögl (li.) und Egbert Reitz, Geschäftsführer des Unternehmens, sprachen mit Dr. Peter Stipp über Vorteile und Einsatzmöglichkeiten des neuen Werkstoffs.

SCOPE: Welche Ziele verfolgen sie mit der Gründung der Bögl Reitz GmbH?

Bögl/Reitz: Neben den gern gesehenen „Standard-Aufträgen“ haben wir uns auf komplexe Kundenanforderungen spezialisiert. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung zu generieren, um die bestehende Technologieführerschaft in vielen Bereichen zu sichern und weiter auszubauen. Bögl Reitz ist aktiver Hersteller und Dienstleister in der Maschinenbau- und Anlagenindustrie. Unsere Stärken sind ganzheitliche Systemlösungen.

SCOPE: Wie greifen die Kernkompetenzen der Unternehmen ineinander?

Bögl/Reitz: Beton ist eines der Hauptgeschäftsfelder der Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG. Neben der Herstellung von Transport- und Fertigteilbeton aus Normalbeton wurden in der Vergangenheit auch Sonderbetone entwickelt, um spezifische Produkte für einen anspruchsvollen Markt anbieten zu können. Ziel ist es, hochwertige auf den Anwender abgestimmte Produktlösungen aus hochfestem Beton (Hipercon) zu entwickeln. Bei E. Reitz Natursteintechnik konzentriert man sich auf die Entwicklung, den Bau und den Vertrieb von hochgenauen, optisch vermessenen Maschinenbaukomponenten aus Naturhartgestein. Die Produkte genießen weltweit das Vertrauen führender Anwender in der optischen Industrie, im Maschinen- und Anlagenbau sowie der Forschung - Schwerpunkt ist die industrielle Messtechnik. Diese Kernkompetenzen bündeln sich heute in der Bögl Reitz GmbH.

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SCOPE: Welche Vorteile bietet hochfester Beton?

Bögl/Reitz: Wer heute Maschinenbetten für Werkzeugmaschinen kon- struiert, achtet meist auf Steifigkeit und Wärmeleitfähigkeit des Gestellwerkstoffs. Ein stabiles Verhalten ist beispielsweise Grundvoraussetzung für ein optimales Ergebnis an der Schneide. Diese Parameter, zusammen mit hoher Druckfestigkeit, optimaler Schwingungsdämpfung, flexibler Formbarkeit, Wirtschaftlichkeit und permanenter Verfügbarkeit, sind aber nur eine Seite der Anforderungen. Die andere ergibt sich aus der Realisierung der geometrischen Form, der Positionierung der Maschinenelemente und der Aufnahme von Kräften und Momenten. Hipercon bietet dem Kunden mehr als nur eine Alternative zu Stahl oder Grauguss. Denn bei den heutigen Drehzahlanforderung, Achsbeschleunigungs-Werten > 3g und Positionierzeiten Span zu Span von < 2 Sekunden ist das dynamische Verhalten des Maschinengestells ein wichtiger Faktor für den Erfolg, den der Konstrukteur beachten muss. Ähnliches gilt für die Resonanz, denn Hipercon ermöglicht eine deutlich bessere Werkstoffdämpfung als konventionelle Gestellwerkstoffe.

SCOPE: Welche Änderungen kommen auf den Konstrukteur zu?

Bögl/Reitz: Die Vorgaben für Wand-dicken, Einbauteilen, Freiformen, die Positionierung von Gewindeeinsätzen und die Montagestrategien unterscheiden sich zum Teil erheblich von denen der klassischen Werkstoffe. Dies berücksichtigen wir schon in der Konzeptphase und unterstützen unsere Kunden im Projekt mit einem hoch qualifizierten Team aus beiden Unternehmen - und bieten damit ein Optimum an Nutzen. Der Erfolg spiegelt sich bereits in der Marktakzeptanz mit aktuellen Projekten aus Werkzeug- und Schwermaschinenbau wider.

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