ERP-Lösung

„Kein Wundermittel“

SCOPE: Der ERP-Markt wächst im Inland nur verhalten, dennoch gibt es eine Vielzahl von Anbietern. Wird der Markt weiter konsolidieren?

Ernst: Die Konsolidierungswelle ist im Abklingen. Es gibt aber noch einige angeschlagene Softwareunternehmen, die auf dieser Welle reiten und ums Überleben kämpfen. Das führt teilweise zu überzogenen Marketing-Aussagen und unseriösem Wettbewerbsgebaren.

SCOPE: Sie haben letztes Jahr die Firma Axilon übernommen. Wollen Sie Ihr Wachstum durch Zukäufe verstärken?

Ernst: Nein. Wir weichen von unserem Prinzip nicht ab, organisch zu wachsen; Axilon war eine Ausnahme. Wir waren an den 80 Kunden und den 20 Mitarbeitern interessiert und hatten uns zuvor über ein Jahr lang überzeugen können, dass das Unternehmen zu uns passt. Daher war das Risiko, einen Missgriff zu tun, sehr gering.

SCOPE: Und wie entwickeln sich Umsatz und Ertrag bei Proalpha?

Ernst: Das letzte Geschäftsjahr war das bisher erfolgreichste der Unternehmensgeschichte. Wir konnten den Umsatz von 34 Millionen in 2005/06 auf 41 Millionen Euro steigern. Das entspricht einem Wachstum von 20,6 Prozent. Dazu kommt ein sehr positives Betriebsergebnis von 6,8 Millionen Euro, das wir damit fast verdoppeln konnten.

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SCOPE: Hat sich das auch in einer Steigerung der Mitarbeiterzahl gezeigt?

Ernst: Natürlich. Wir haben aktuell erstmals über 400 Mitarbeiter; im Geschäftsjahr 2005/06 hatten wir im Durchschnitt 327. Personell ausgebaut haben wir vor allem Entwicklung und Vertrieb.

SCOPE: Der Begriff SOA ist im Zusammenhang mit ERP und Softwareintegration immer häufiger zu hören. Was verbirgt sich dahinter?

Ernst: SOA ist kein Wundermittel. Unsere Aufgabe ist es, SOA so aufzubauen, dass die mittelständische Klientel einfach damit umgehen kann und einen Nutzen hat. Aus Sicht des Geschäftsprozesses ist es ein Service; technisch gesehen eine Softwarekomponente. Die Funktionalität ergibt sich durch die Kombination einzelner Funktionsbausteine. Ziel ist es, eine hochgradig an die Bedürfnisse des Kunden angepasste Lösung zu erhalten, die man weniger programmiert und mehr konfiguriert. Ein Vorteil ist es, dass man beliebige Systeme integrieren kann. Da die Schnittstellen standardisierst sind, ist die Integration einfach.

SCOPE: ASP, also die Möglichkeit, eine Softwarevon Dritten zu mieten, wird seit langem diskutiert. Bei den Anwendern kommt das Thema aber nicht an?

Ernst: Angebote gibt es. Die Frage ist, wieweit sie vom Mittelstand angenommen werden. Die Unternehmen haben einen gewissen Kontrollverlust, und es bestehen Ängste, die Daten herauszugeben. Und die Integration eigener Komponenten wie BDE, CAD, Individualisierung und Anpassung muss durchgeführt werden. Da gibt es noch offene Fragen. Es ist nicht das Problem, diese Dinge technisch zu lösen, sondern der Anwender muss solche Lösungen nachfragen. Und das erfolgt bisher kaum.

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