Energieführungen

Die Vielfalt im Auge

Seit über 50 Jahren beschäftigt sich Kabelschlepp mit Energieführungen, Führungsbahnschutz- und Fördersystemen.

sprach mit Dr. Peter Stipp über die Strategie des Unternehmens.

SCOPE: Bei den meisten Unternehmen, die Energieführungen entwickeln und produzieren, steigt die Zahl der Standardlösungen und damit auch die Kosten für die Werkzeuge. In wieweit können Sie dies über modulare Komponenten auffangen?

Springer: Zunächst muss man sich entscheiden, ob man ein Vollsortimenter sein möchte, oder nicht. Wenn ja, sind die Werkzeugkosten bei der Vielzahl von Standardkomponenten natürlich hoch, andererseits lässt sich mit dieser Typenvielfalt nahezu jeder Kundenwunsch und damit eine Vielzahl von Branchen und Applikationen ausrüsten. Das muss jedes Unternehmen für sich ausmachen.

Wir haben uns klar und eindeutig für die Typen- und damit die Vielfalt in der Anwendung entschieden. Modulare Komponenten sehen wir nicht als Alternative, sondern additiv - sie sind zusätzliche Chancen.

Unser Bereich TotalTrax, also die Planung und Fertigung anschlussfertiger Energieführungssysteme, wächst kräftig. Diese Kunden möchten zum Teil eine komplette Baugruppe an die Maschine geliefert bekommen, manchmal auch fertig montiert. Also alles in einem: Energieführung, konfektionierte Leitungen und mitunter sogar Stahlbau - und genau darin liegt unser Erfolgsmodell. Von der einzelnen Komponente mit einer Vielzahl von Varianten bis hin zur maßgeschneiderten Einzel- oder Serienlösung. So vielfältig sind die Wünsche unserer Kunden und so breit gefächert sind wir auch aufgestellt.

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SCOPE: Gibt es innerhalb der Vielzahl Ihrer Produkte Entwicklungen, wie bestimmte Materialien, Technologien oder auch Komplettsysteme, die verstärkt nachgefragt werden, vielleicht auch einen Trend aufzeigen?

Springer: Ja, absolut. Jetzt aber der Reihe nach. Bei Kabelschlepp gibt es kein „Werkstoff-Dogma“. Ob die Energieführung aus Metall, Vollkunststoff oder ein Hybrid-System ist, entscheidet einzig die Anwendung und damit der Kunde. Wir haben alles im Programm.

Zum Stichwort Technologien haben unsere Entwickler ein für Energieführungen einzigartiges Verfahren entwickelt: Die 2K-Technologie. Das bedeutet kurz gefasst - stabiler Kettenkörper, flexible Bügel. Hier vereinen sich scheinbar unvereinbare Eigenschaften in einem Kettenglied. Ein harter Kettenkörper aus glasfaserverstärktem Material und flexiblen Lamellenbügeln für das superschnelle Einlegen der Leitungen. 2 K lässt sich also auf zwei Arten übersetzen: 2 Komponenten und 2 Kundennutzen in einem Produkt. Unsere anschlussfertig konfektionierten Komplettsysteme habe ich bereits erwähnt. Die Rationalisierungsvorteile für den Kunden liegen dabei auf der Hand. Unter anderem bedeutet bei uns komplette Baugruppe: Eine Bestellung, eine Lieferung und das mit Funktionsgarantie.

SCOPE: Kostengünstig und gleichzeitig umweltfreundlich produzieren – wie schaffen Sie das?

Springer: Spritzgusstechnik bedeutet nahezu emissionsfrei zu produzieren. Und hohe Stückzahlen mit optimierten Fertigungsverfahren zu spritzen heißt, den Stückpreis auf einem günstigen Niveau halten zu können. Umweltfreundlich und kostengünstig ist bei uns also kein Widerspruch.

SCOPE: Kabelschlepp gehört zu den Global Playern im Segment Energieführungen. Welche Strategie fahren Sie in der jetzigen und auch im weiteren Verlauf doch relativ unklaren wirtschaftlichen Situation?

Springer: Kabelschlepp hat in den letzten Jahren im Schnitt eine Niederlassung pro Jahr eröffnet. Zusätzlich zu unseren Tochtergesellschaften in Indien und Korea haben wir beispielsweise kürzlich eine weitere Niederlassung in China gegründet. In der aktuellen Planung für die kommenden Jahre gehen wir diesen Weg der Expansion konsequent weiter.

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