Digitale Fabrik

„Unverändert intensiv”

SCOPE: Im Geschäftsjahr 2009 sank der Umsatz in der von Ihnen geführten Division Industry Automation von 8,7 auf 5,8 Milliarden Euro, das Ergebnis sogar um 57 Prozent auf 682 Millionen Euro. Welche Bereiche der Division waren besonders vom Rückgang betroffen?

Huber: Der ausgewiesene Umsatzrückgang in meiner Division ist nicht nur konjunkturell, sondern ganz wesentlich auch durch organisatorische Veränderungen bedingt. Vergleichbar gerechnet lag der Umsatz um etwa 19 Prozent unter dem Vorjahreswert von 7,2 Milliarden Euro. Der Grund für die unterschiedlichen Zahlen ist, dass wir zum 1.10.2009 das Geschäft mit Niederspannungs-Energieverteilungstechnik im Industrie Sektor neu organisiert haben. Die entsprechenden Produkte – also etwa Schaltanlagen, Stromverteiler, Schalter und Steckdosen – sind seitdem in unserer Schwester-Division Building Technologies gebündelt. Dort wird jetzt das entsprechende Umsatzvolumen von gut einer Milliarde Euro ausgewiesen, was bei uns in der Division Industry Automation dann natürlich fehlt. Vom Abschwung der Märkte war bei der Division Industry Automation zunächst vor allem das Geschäft mit der Fabrikautomatisierung betroffen.

SCOPE: Von Kundenseite ist immer wieder auch zu hören, dass mit der Aufgliederung der ehemaligen A&D-Sparte in die Divisionen Drive Technology und Industry Automation die Ansprechpartner und Zuständigkeiten nicht mehr klar erkennbar wären. War der massive Umsatzrückgang auch durch die Veränderungen in Ihrer Organisation mitbestimmt?

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Huber: Der Umsatzrückgang von 19 Prozent im letzten Geschäftsjahr war rein konjunkturell verursacht. Während wir in früheren Jahren konjunkturelle Schieflagen in einzelnen Regionen durch Wachstum in anderen Regionen ausgleichen konnten, hat uns dieses Mal die weltweite Rezession in allen Regionen gleichermaßen getroffen.

Zu unseren Kunden hin hat sich durch die Aufteilung der A&D nichts geändert. Der Vertrieb vor Ort wird auch weiterhin gemeinsam, das heißt in Personalunion, von einem Mitarbeiter geführt. Wenn Sie so wollen, existiert für unsere Kunden die A&D als IA&DT weiter. Auch die enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Business Units des ehemaligen Bereichs Automation und Drives wird unter den nun zwei Dächern Industry Automation und Drive Technologies unverändert intensiv weitergeführt.

SCOPE: Die Umsätze der Industry Automation generieren sich zu 70 Prozent aus der Fertigungs- und 30 Prozent aus der Prozessindustrie. Wie entwickeln sich die beiden Märkte im Umsatzverhältnis zueinander?

Huber: Die Geschäftsdynamik in den beiden von uns adressierten Industriesegmenten entwickelt sich unterschiedlich. Die Endkundenbranchen in der Fertigungs- und der Prozessautomatisierung haben offensichtlich die Trendwende erreicht. Prognosen gehen davon aus, dass die Fertigungsautomatisierung in ihrer Erholungsphase bereits etwas weiter vorangeschritten ist als die Prozessautomatisierung. Unsere Division ist auf drei Geschäftsfeldern aktiv und gut aufgestellt. Wir gehen davon aus, dass wir im Softwaregeschäft als erstes wieder in eine deutliche Wachstumsphase eintreten, falls das nicht schon im Gange ist.

SCOPE: Im PLM-Bereich meldet Ihr Wettbewerber PTC gerade einen Boom mit 137 Prozent Lizenzumsatz-Wachstum. Wie läuft das PLM-Geschäft, also Teamcenter, bei Ihrer Tochter Siemens PLM?

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