Märkte + Unternehmen

DMG/MoriSeiki baut Fertigungskapazitäten weltweit aus

Dr.-Ing. Masahiko Mori, Präsident Mori Seiki

"15 bis 18 Prozent können wir unsere Maschinen günstiger anbieten, wenn die hohen Transportkosten durch lange Lieferwege entfallen", rechnet Dr.-Ing. Masahiko Mori, Präsident Mori Seiki, auf der Pressekonferenz von DMG/MoriSeiki am 29. Januar am Rande der Hausaustellung im Werk Pfronten vor. Und Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender der Gildemeister AG ergänzt: "Eine Erkenntnis der Globalisierung ist für uns: Wir müssen die Maschinen in den Kundenländern bauen. Alle Maschinen, die wir mit langen Wegen exportieren, verteuern sich. Und je kleiner die Maschine ist, desto schlechter ist das Verhältnis."


Kapitza weiter: "Wir werden zukünftig die gemeinsamen Werke wesentlich besser nutzen und auch neue Werke an attraktiven Märkten eröffnen. Mit dem neuen Werk in China haben wir dann bereits 94 Prozent des Weltmarktes gemeinsam in Bearbeitung." Derzeit ist DMG/MoriSeiki weltweit mit 105 Sales und Service Niederlassungen präsent. "Doch es wird immer notwendiger", so Rüdiger Kapitza, "dicht beim Kunden zu sein, um die unterschiedlichen regionalen Bedürfnisse abzudecken. Und das zu optimieren und auszubauen ist unser Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre 2013 und 2014." Als Ergebnis dieser Strategie hat die DMG/MoriSeiki, die Kooperationsgesellschaft der Gildemeister AG und des japanischen Werkzeugmaschinenherstellers Mori Seiki, begonnen, ihre Produktionskapazitäten in wichtigen Märkten gemeinsam auszubauen.
Dabei soll der Fokus in erster Linie auf die Wachstumsmärkte gelegt werden. Laut Kapitza sind das USA, Mexiko und Brasilien mit jeweils über 7 Prozent, Russland und Indien mit 9,5 bzw. 9,4 Prozent sowie China mit 11,7 Prozent Wachstum.


"Auf China haben wir lange gewartet, aber nun haben wir alle kartellrechtlichen Genehmigungen und können in China loslegen", so Kapitza. Produktionsstart des neuen Werkes in Tianjin ist im Oktober 2013. Auf 90.000qm sollen von 100 Mitarbeitern in der ersten Phase rund 100 Horizontalbearbeitungsmaschinen monatlich gebaut werden. Tianjin liegt ca. 1.200 km nördlich des bereits seit 2002 bestehenden DMG-Werkes in Shanghai. Dieses Werk wird ebenfalls ausgebaut und soll in etwa einem Jahr die Ausbringung von bisher rund 2.000 Maschinen pro Jahr auf ca. 4.000 Maschinen verdoppeln. Zudem wird dann in Shanghai auch die DMU 50 neben der Ecoline-Serie und der Milltap 700 gebaut. Auch in Russland baut DMG/MoriSeiki derzeit eine neue Produktionsstätte auf. In Ulyanovsk, rund 900 km östlich von Moskau, sollen zukünftig 1.000 Maschinen der Ecoline-Serie gebaut werden.


Im US-Werk von MoriSeiki in Davis, Kalifornien, das im Herbst letzten Jahres eröffnet wurde, sollen zukünftig ebenfalls DMG-Maschinen gebaut werden. Seit November 2012 werden dort von rund 100 Mitarbeitern etwa 80 MoriSeiki-Drehmaschinen der NHX-Serie gebaut.
Die Produktion am Hauptsitz von MoriSeiki in Iga/Japan wurde ebenfalls ausgebaut, in einer 25.000qm grossen Halle soll zukünftig auch die Gildemeister DMU 50 gebaut werden.


Auch in Deutschland wurde investiert. In Wernau bei Stuttgart wird der Sitz der MoriSeiki-Tocher Magnescale ausgebaut. Den Messmittelhersteller kaufte Mori 2009 von Sony. Masahiko Mori zeigte sich mit der Investition sehr zufrieden: Er habe rund 60 Millionen Euros investiert, und Magnescale habe sich seither zu einem Umsatz von 100 Mio. Euro mit 10 Prozent Gewinn entwickelt.


Die DMG Holding, vorher in Klaus, Österreich angesiedelt, zog im April 2012 in die Schweiz um. Dort hat nun auch die DMG Mori Seiki Europe ihren Sitz. In Dübendorf, nahe Zürich, soll noch in diesem Jahr das neue, repräsentative, europäische Headquarter entstehen. "Das ist vor allem ein Koordinationszentrum für Europa", erläutert Rüdiger Kapitza. Und Masahiko Mori ergänzt: "Mit den zwei Headquarters in Iga und Zürich können wir unsere Aktivitäten besser bündeln und abstimmen."


Zur EMO kündigte Kapitza 23 Neuheiten von DMG/MoriSeiki an. Bereits auf der Hausaustellung in Pfronten, zu der über 5.000 Besucher kamen, wurden sechs neue Maschinen präsentiert, darunter die DMC 80 H linear, ein Bearbeitungszentrum für die Grossserienfertigung. Ebenfalls vorgestellt wurde die MoriSeiki NLX 2500 SY/700, eine Weiterentwicklung des bereits 14.000 mal verkauften NL Drehzentrums. Mori verspricht hier trotz höherer Leistung Energieeinsparungspotenziale von über 30 Prozent.


Zukünftig wird die Maschine nicht nur in Japan, sondern auch bei Gildemeister Italien gebaut. "Durch den wegfallenden Transportweg verbilligt sich der Preis in Europa", verspricht Kapitza. Der bei der Pressekonferenz kurz an die Wand geworfenen Folie ist auch zu entnehmen, um wieviel: Der Preis sinkt von 196.500 (Lieferung aus Japan) auf 184.900 Euro (Lieferung aus Italien). Allerdings: Das sind keine 15, sondern nur sechs Prozent. hs

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Drehmaschine

Schwarz-weiss sehen

die Betrachter der neuen DMG-Maschinen. Alle Maschinen wurden unter ein gemeinsames Markendesign mit einheitlichen Gestaltungsmerkmalen zusammengefasst. Auch die neuen Multi-Slide-Maschinen der Sprint-Linear-Baureihe 20 und 50 sind in mattem Weiß...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Absage auf Rat der Aussteller

Motek erst wieder 2021

Schall hat nach Beratungen mit den Ausstellern die Motek auf 2021 verschoben. Auf aktuelle Informationen müssen Sie dennoch nicht verzichten: Die WEKA BUSINESS MEDIEN veranstalten vom 5. bis 16. Oktober eine virtuelle Industriemesse mit begleitendem...

mehr...