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Bosch Rexroth: Neue Lackiererei spart 75 Prozent Energie

Lackieren in Losgröße 1 und das höchst umweltfreundlich: Im schwedischen Mellansel hat Bosch Rexroth eine wegweisende Lackiererei für den europäischen Maschinenbau in Betrieb genommen.

Die neue Anlage reduziert den Energieverbrauch um rund 75 Prozent.

Die neue Anlage reduziert den Energieverbrauch um rund 75 Prozent. Gleichzeitig setzt sie neue Maßstäbe bei der Vernetzung: Vom Auftragserfüllungssystem beschriebene RFID-Chips an jedem Bauteil geben den einzelnen Stationen genaue Anweisungen zur individuellen Lackierung.

Wie von Geisterhand gesteuert rollen die fahrerlosen Transporter (AGV - Automated Guided Vehicle) mit bis zu 10 Tonnen schweren Hägglunds Schwerlast-Hydraulikmotoren automatisch von Station zu Station. Vor jedem Arbeitsgang liest ein Scanner die Informationen jedes einzelnen Motors aus einem RFID-Chip aus und beginnt dann mit der individuell vorgegebenen Reinigung und Beschichtung. Die Lackier-Stationen sind so flexibel, dass die Baugruppen unabhängig von Schichtsystem, Lackart und Farbe in beliebiger Reihenfolge durchgeschleust werden können. Die in Mellansel gefertigten Schwerlastmotoren von Rexroth kommen auf Schiffen und Offshore-Anwendungen, der Rohstoffförderung und dem Schwergut-Handling sowie in Recycling-Anlagen zum Einsatz. Motoren, die später mit Salzwasser in Kontakt kommen, erhalten einen mehrschichtigen Korrosionsschutz mit Spezialbeschichtungen.

Die neue, vollautomatische Lackiererei setzt auch neue Maßstäbe bei der Ressourcenschonung. Zuvor führte ein externer Dienstleister die Beschichtung der Hydraulikmotoren mit einer konventionellen Ausrüstung durch. Die bei den Transporten entstandenen CO2-Emissionen entfallen jetzt komplett.

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In der neu errichteten Lackiererei auf dem Werksgelände werden die Temperaturen und Wasser/Farbpigment-Verhältnisse genau überwacht und überschüssige Wärme zurückgewonnen. Der Energieverbrauch liegt dadurch insgesamt um 75 Prozent niedriger als vorher. Die Reinigung der Motoren nach dem Gegenstromprinzip, bei dem das am meisten verschmutzte Wasser immer für die erste Reinigungsstufe eingesetzt wird, verlängert die Standzeit der Reinigungsbäder und verringert die Abwassermenge deutlich.

Durch die Umstellung auf wasserbasierte Lacke reduziert Bosch Rexroth den Einsatz von Lösemitteln um rund 80 Prozent. Die Lackierroboter tragen überschussfrei exakt die vorgegebenen Farbmengen auf und verringern den Verbrauch weiter. Sie sind so flexibel, dass sie bei jedem Bauteil einen Farbwechsel vornehmen können. Da jeder Roboter von einer Einzelkabine umgeben ist, bleibt der Sprühnebel in einem eng begrenzten Raum und kann einfach aufgefangen werden. In der neuen, automatischen Linie beschichtet Bosch Rexroth pro Tag, je nach Schichtmuster, 40 bis 60 Motoren.

In der nächsten Ausbaustufe wird Bosch Rexroth den Durchsatz von 12.000 auf 16.000 Stück pro Jahr erhöhen. kf

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