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Die Cebit, Clouds und Collaboration

Mit Spannung erwarten viele die Eröffnung der diesjährigen Cebit, die vom 2. bis 6. März in Hannover stattfindet. Ob die weltgrößte ITK-Messe es schafft, neue Trends zu setzen und den wirtschaftlichen Aufschwung zu befeuern, bleibt abzuwarten. Der Veranstalter hat viele Strippen gezogen und einiges verändert. Als Partnerland agiert dieses Jahr Spanien, dessen Ministerpräsident Zapatero gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel die Messe eröffnet.

Viele Beobachter waren im letzten Jahr erstaunt, wie gut sich viele der deutschen Fachmessen trotz Wirtschaftskrise behauptet haben. Ein Grund hierfür war sicherlich die Flexibilität und der Mut der Veranstalter zu Veränderungen. Dies trifft auch für die Cebit zu, die viele Anstrengungen unternommen hat, der ITK-Leitmesse wieder einen Charakter zu geben, der vor allem Fachbesucher anspricht. Vor allem Geschäftskunden und der Mittelstand werden verstärkt anvisiert. Ein wichtiger Schritt in dieser Hinsicht war die Konzentration von IT-Lösungen für Unternehmen unter dem Oberbegriff »Business IT« mit entsprechender Umsetzung in den Messehallen. In diesem Jahr kommt nun das »Cebit Studio Mittelstand« hinzu. Dort werden aktuelle Mittelstandsthemen wie etwa Gründung, Kapitalbeschaffung, Vernetzung, Wachstum und Wertschöpfung in ein Rahmenprogramm aus Gesprächsrunden, Impulsvorträgen und Expertendiskussionen eingebunden. Das Programm wird zeitgleich live im Internet ausgestrahlt, die Online-Zuschauer können sich über unterschiedliche Interaktionsangebote an den Gesprächen beteiligen, Fragen stellen und Meinungen beisteuern. Ein anderer thematischer Schwerpunkt bildet das Thema »Cloud Computing«. Nach Ansicht vieler Aussteller sind gerade knappe IT-Budgets ein triftiger Grund, um sich mit dem Thema »Software as a Service« (SaaS) zu beschäftigen. Denn Cloud Computing biete sowohl kleinen als auch großen Unternehmen ein enormes Potenzial für Kosteneinsparungen. Dadurch sollen Rechner vom Schreibtisch verschwinden und fortan alle Programme und Daten über den Browser im Netz abrufbar sein. Daten wie Applikationen sollen künftig in gut gesicherten Serverparks untergebracht werden, die man in der Fachsprache als »Clouds« (Wolken) bezeichnet. Die Vorteile liegen laut Anbieter auf der Hand: Künftig muss ein Unternehmen nicht mehr viele Monate im Voraus entscheiden, wie viel Rechenleistung eingekauft und bezahlt werden muss – im Gegensatz zum derzeit üblichen Hosting in Rechenzentren. Auch hohe Investitionen in eine schnell veraltende IT-Infrastruktur sollen so der Vergangenheit angehören. Marktforscher wollen in Erfahrung gebracht haben, dass bereits »neun von zehn Unternehmen mit Software aus dem Netz Kosten sparen wollen.« Weitere Aspekte des Cloud Computings sind die vereinfachte Zusammenarbeit (Collaboration) von Teams über Unternehmensgrenzen hinweg oder auch der mobile Zugriff auf die Firmen-IT.
Neu ist dieses Jahr in Hannover auch, dass einige Unternehmen die Cebit für »Corporate Events« nutzen. Allen voran die SAP AG, die parallel zu ihrem Messeauftritt zusätzlich vom 2. bis 5. März ihre Kundenkonferenz »SAP Worldtour« durchführt. Dazu mietet SAP mit den Hallen 19 und 20 einen eigens für das Unternehmen gestalteten Ausstellungsbereich an. Die Walldorfer erhoffen sich hiervon eine höhere Anzahl an Besuchern. -sg-

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Deutsche Messe, Hannover Tel. 0511/89-0, http://www.cebit.de

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