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Die Fabrik der Zukunft heißt »Digital Factory«

Die Hannover Messe steht in diesem Jahr vom 7. bis 11. April unter dem Motto „Integrated Industry – Next Steps“. Damit besetzt die weltweit wichtigste Industriemesse das zentrale Zukunftsthema der Branche und beschreibt die nächsten Schritte in Richtung intelligente, sich selbst organisierende Fabrik – der Digital Factory.

Das Ziel von Integrated Industry sind flexible Produktionsanlagen, die sich unmittelbar auf globale Absatzschwankungen und individuelle Kundenwünsche einstellen können. Dabei werden alle Komponenten, vom Werkstück über die Maschinen bis hin zu den Transportsystemen, über ein Netzwerk miteinander verbunden, in dem sie selbstständig miteinander kommunizieren. Das Werkstück wird nicht mehr auf einer starren Fertigungsstraße von Station zu Station gereicht, sondern steuert eigenständig modulare Fertigungsinseln an und initiiert die notwendigen Bearbeitungsschritte selbst. Das ermöglicht eine flexible und zugleich effiziente industrielle Fertigung bis hin zur Losgröße eins.

Im Fokus steht die Wettbewerbsfähigkeit

„Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Industrieunternehmen ressourceneffizient produzieren, schnell auf Marktschwankungen reagieren und gleichzeitig den steigenden Bedarf an individuellen Produkten befriedigen“, erklärt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG. „Die Antwort auf diese Herausforderungen heißt: Integrated Industry – also Produktionsprozesse mit höchster Flexibilität. Viele Technologien zur Umsetzung sind in den vergangenen Jahren entwickelt worden. Im nächsten Schritt müssen diese Technologien synchronisiert, aufeinander abgestimmt und vernetzt in der industriellen Produktion integriert werden. Ein wichtiges Thema der diesjährigen Hannover Messe: Wie kommt die Industrie Schritt für Schritt von der Vision Smart Factory zur realen vernetzten Industrie-4.0-Fabrik.“

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Standardisierung ist dabei eine große Herausforderung. Wenn Bauteile, Maschinen und Fabriken vernetzt werden, muss die Software kompatibel sein. „Bisher sprechen die IT-Systeme jedes Unternehmens eine eigene Sprache. Doch mit der neuen Vernetzung muss sich die Industrie auf eine gemeinsame Weltsprache der Produktion einigen“, sagt Köckler. Im Rahmen von Integrated Industry – Next Steps werden erste Lösungsansätze auf der Hannover Messe gezeigt.

„Flexibilität und Effizienz – das sind die wesentlichen Erfolgskriterien, um künftig im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Daher müssen jetzt die nächsten und vor allem richtigen Schritte eingeleitet werden, damit die intelligente, flexible Fabrik zur Realität wird. Mit dem Leitthema Integrated Industry – Next Steps ist die Hannover Messe damit der Wegbereiter zur Industrie 4.0“, so Köckler.

Software, der Entwicklungstreiber

Um in produzierenden Unternehmen die einzelnen Produktionsschritte noch enger zusammenzuführen, ist neben einem transparenten Datenfluss auch eine durchgängige Digitalisierung erforderlich. Anders können die vernetzten, miteinander kommunizierenden technischen Systeme, weder wirtschaftlich entwickelt noch hergestellt werden. Denn nur so lassen sie sich bereits vor der Fertigung in ihrem Verhalten, in ihren Eigenschaften und Funktionen simulieren und testen. Tests an realen Prototypen sind dafür in der Regel zu teuer und zu langsam für das Tempo, das zunehmend von der Software vorgegeben wird.

„Der effiziente Einsatz von PLM, MES, ERP und den vielen Modellierungsmethoden, die unter CAx zusammengefasst werden, ist die Voraussetzung, um der Vision von Industrie 4.0 näherzukommen“, erklärt Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter bei der Deutschen Messe AG. „Der Stand der Technik in diesem entscheidenden Feld ist weltweit an keinem anderen Ort in solch vollem Umfang zu sehen wie im Ausstellungsbereich der Digital Factory.“

Gleichzeitig bietet die internationale Leitmesse für integrierte Prozesse und IT-Lösungen die Gelegenheit, digitale Produktsimulation und Simulation der Produktionsplanung und -steuerung live in der Digital Factory zu erleben. Die Digital Factory ist so etwas wie das Herz der vierten industriellen Revolution und die ausgestellten Produkte sorgen dafür, dass aus der Vision künftiger Produktentwicklung und Produktion am Ende Realität wird.

3D Printing in industriellen Prozessen

An Hand von zwei Additive Manufacturing-Verfahren der Firma Stratasys werden in der Digital Factory industrietaugliche und praxisrelevante Technologien vorgestellt. Dabei werden zusätzlich zu den Eingangsdaten 3D, CAD oder Scan auch die nachfolgenden möglichen Prozesse wie das Abformen, Veredeln und Beschriften präsentiert. Der Besucher erfährt dabei alles über die komplette Prozesskette des Additive Manufacturings, die auch internetbasiert genutzt werden kann.

MES-Tagung, CAE-Forum und Technology Cinema 3D

Seit Jahren etabliert und bei Teilnehmern sehr beliebt ist die MES-Tagung, die bereits zum sechsten Mal ausgerichtet wird. Auf der Tagung werden an zwei Messetagen erfolgreich realisierte Applikationen vorgestellt, speziell aus der diskreten Fertigung und aus der Prozessindustrie. MES-Partner sind die Verbände Namur, VDI, VDMA und ZVEI.

Rund um numerische Simulation geht es auf dem Gemeinschaftsstand CAE-Forum. Dort erläutern Berechnungsexperten und Softwarehersteller Themen wie FEM, CFD und MKS sowie weitere Ansätze und Methoden, zu Lösungen in der virtuellen Produktentwicklung. Zwei Expertentreffen gehören ebenfalls zum Programm des CAE-Forums: der zweite internationale Simulationsstammtisch am Messedienstag und das neunte norddeutsche Simulationsforum am Messedonnerstag.

Unter dem Motto „Simplify 3D“ wird im Technology Cinema 3D dem Vorurteil der komplexen Handhabung von 3D-Technik begegnet. In Zusammenarbeit mit dem VDC Fellbach geht es in Experten-Talkrunden, Workshops und Podiumsdiskussionen um unterschiedliche 3D-Visualisierungstechnologien im Zusammenhang mit einem immer stärker vernetzten industriellen Produktionsablauf.

Hannover Messe – sieben auf einen Streich

Die Hannover Messe vereint sieben Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Energy, Mobili Tec, Digital Factory, Industrial Supply, Industrial Green Tec und Research & Technology. Zentrale Themen der Hannover Messe 2014 sind Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien, Industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Als Innovationsgarant im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Energietechnik sind die Niederlande in diesem Jahr das Partnerland der Hannover Messe.

Christoph Scholze

Deutsche Messe, Hannover, Tel. 0511/89-0, http://www.hannovermesse.de

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