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Der CAM-Lösung auf den Zahn gefühlt

Auf der internationalen Dental-Schau IDS 2009 in Köln hat Sescoi, Entwickler und Anbieter des CAM/CAD-Systems WorkNC und weiterer Software für die produzierende Industrie, seine neue CAM-Lösung WorkNC-Dental vorgestellt. Diese spezielle CAM-Lösung für die automatisierte Fräs- bearbeitung von Kronen, großspannigen Brücken, Implantatstrukturen in der Zahnmedizin ist eine maschinenunab- hängige und offene Software, die darauf abzielt, die entsprechenden Produktionszeiten zu reduzieren.
Der gewünschte Zahnersatz, hier als Rohteil, kann schnell in hoher Qualität gefertigt werden.

»WorkNC Dental, unsere neue CAM-Lösung für die Zahntechnik, zeichnet sich durch hohe Qualität, Ästhetik und Präzision aus«, erläutert Werner Möller, Vertriebsleiter der Sescoi GmbH. »Folglich ist eine manuelle Nacharbeit der fertigen Teile nahezu überflüssig. Neben der Schnelligkeit können wir auch sicherstellen, dass alle Teile schon beim ersten Anlauf eine präzise Passform haben.«

Sescoi kann auf mehr als 20 Jahre Erfahrungen und sehr fundierte Kenntnisse beim automatischen Erzeugen von NC-Programmen zurückblicken. WorkNC Dental baut auf dem in der gesamten Fertigungsindustrie etablierten CAM/CAD-System WorkNC auf, das besonders im Werkzeug- und Formenbau, der Automobil- sowie Luftfahrtindustrie viele Anwender hat. Die neue, spezialisierte Version für die Zahntechnik beinhaltet unter anderem eine Standardbibliothek von Bearbeitungsfolgen, die speziell für die Morphologie prothetischer Rekonstruktionen entwickelt wurden und so eine optimierte maschinelle Bearbeitung gewährleisten. Dabei werden je nach Element-Typ wie Kronen oder Brücken die spezifischen Bearbeitungsfolgen gewählt. Eine weitere Optimierung ist dadurch möglich, dass mehrere unterschiedliche Strategien am selben Rohling verwendbar sind.

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»Mit unserer Dental-Lösung können beliebige Fräsmaschinen angesteuert und zahlreiche Datenformate verarbeitet werden«, berichtet Werner Möller. »Zusätzlich haben wir Kooperationsverträge mit mehreren Maschinenherstellern in Deutschland und Frankreich abgeschlossen, die unsere Software teilweise als OEM-Lösung nutzen.« Ferner ist auch eine Integration in bisherige Komplettsysteme möglich, denn bisher kamen in diesem Markt nicht nur die Software und die Maschinen, sondern auch die Materialien alle aus einer Hand. Oftmals wurde jedoch jedes Teil für sich gefertigt, das heißt nach dem Scannen modelliert und gefräst. Die meist sehr kleinen Dental-Labore konnten sich in der Vergangenheit jedoch keine teure Lösung mit automatisierter NC-Bearbeitung leisten und arbeiten deshalb teilweise noch mit dem traditionellen Guss- beziehungsweise Wachsausschmelzverfahren.
Aber im Markt sind auch sehr große Labore zu finden, die über 50 Maschinen im Einsatz haben. Eine einfache CAM-Lösung inklusive Maschine wird heute ab 45.000 Euro angeboten. Für eine 5-Achs-Lösung müssen dagegen rund 100.000 Euro und für eine Stangenverarbeitung etwa 500.000 Euro bezahlt werden. »In diesem lukrativen Markt können wir uns mit WorkNC Dental gut positionieren«, betont Werner Möller. »Das zeigte auch unser Auftritt auf der IDS-Messe, den wir als sensationellen Erfolg verbuchen konnten, denn wir haben fünf Systeme direkt auf unserem Messestand verkauft. Ein weiteres sehr positives Zeichen ist das internationale Interesse an der CAM-Lösung, das sich darin niederschlägt, dass rund die Hälfte der Kontakte mit ausländischen Messegästen zustande kamen.«

Mit der Sescoi-Software können durchgängig 5-Achs-Strategien verwendet werden, falls es die Maschine zulässt. Folglich lassen sich sehr kurze Werkzeuge einsetzen und auch die Bearbeitung unterschnittiger Bereiche ist möglich. Selbstverständlich sorgt die Software – unter Berücksichtigung der Maschinenkinematik – für kollisionsfreie Fräsbahnen. Ferner bietet das System eine Visualisierung der Fräsbahnen und eine dynamische Bearbeitungssimulation. Durch eine Verschachtelung (Nesting) mit überlappenden Bereichen wird eine hohe Materialausnutzung sichergestellt.

»Ein besonderes Merkmal unserer Dental-Lösung ist ihr hoher Automatisierungsgrad, der es auch Neueinsteigern schnell ermöglicht, auf Knopfdruck das passende NC-Programm zu generieren«, betont Werner Möller. »Deshalb ist WorkNC Dental einfach und effizient zu bedienen. Dabei erleichtern zahlreiche Funktionen die Eingabe und spezielle Assistenten führen den unerfahrenen Anwender durch alle notwendigen Arbeitsschritte. Die Software führt ihn durch die Fertigungsvorbereitung, die Auswahl von Materialien für Rohling und Halteklammer bis zum Start der Bearbeitung. Außerdem steht ein umfassendes Spektrum von automatisierten und interaktiven Verfahren zur Verfügung.«
Während des Setups hat der Anwender Zugriff auf zahlreiche vordefinierte Daten, die es ermöglichen, Schlüsselcharakteristiken des Projektes wie Material, Maschinentyp und anderes schnell und einfach zu bestimmen. Die integrierte Materialbibliothek liefert dazu nicht nur Informationen über Abmessungen oder Rohstoffe. Mit Hilfe von Meta-Informationen können Anwender die Rohlinge benutzerdefiniert beschreiben und Faktoren wie Schrumpfung berücksichtigen, die mit bestimmten Materialien, beispielsweise gesintertes Zirkon, einhergehen. Auch selbstdefinierte Rohlinge lassen sich der Bibliothek jederzeit hinzufügen. Nicht vollständig ausgenutzte Rohlinge können archiviert und zu einem beliebigen Zeitpunkt reimportiert und weiter verarbeitet werden. Alle in der Zahntechnik vorkommenden Materialien wie Zirkonoxid, Titan, Chrom-Kobalt sowie PMMA sind bearbeitbar. Rekonstruktionsdaten lassen sich im STL-Format oder im Originalformat eines Dental-CAD-Systems importieren. Ein interaktives Nesting erlaubt dem Anwender, die Platzierung und Ausrichtung einfach zu optimieren und alle Elemente bestmöglich für die Fertigung vorzubereiten. Auch die Klammern für Halterung und Brennvorgang lassen sich automatisch erzeugen und einfügen. Manuelles Hinzufügen und Positionieren der Klammern ist ebenso möglich, wie das individuelle Anpassen der Klammern entsprechend der Materialien.

Nach der automatischen Erzeugung der Fräsprogramme, werden die NC-Daten direkt an die Fräsmaschine übertragen. »Eine automatisch erzeugte, umfassende Dokumentation erlaubt die einfache Zuordnung der einzelnen Werkstücke zum Auftraggeber beziehungsweise zum Patienten. Ferner sorgt der DentalManager für eine einfache Verwaltung sämtlicher Prozesse, so dass die Automatisierung in allen Bereichen vorangetrieben werden kann und wir damit auch für die Zahntechnik eine effiziente CAM-Lösung bieten können, wie es unsere Kunden aus anderen Branchen schon seit langem gewohnt sind«, formuliert Werner Möller abschließend. -fr-

Sescoi GmbH, Neu-Isenburg Tel. 0 61 02/71 44 - 0, http://www.sescoi.de

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