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TürdämpferTür und Tor geschlossen


Dass wir nicht gleich erschrocken aufblicken, wenn eine Tür mal mit Nachdruck geschlossen wird, liegt daran, dass Türdämpfer in sie eingebaut sind. Ein Spezialist für die Entwicklung dieser Technik ist Dictator aus Neusäß bei Augsburg. SCOPE-Redakteurin Evelin Eitelmann unterhielt sich mit Geschäftsführerin Karen Stech über die historische Entwicklung des Unternehmens und über dessen Produkte, die unser tägliches Leben beeinflussen.
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Märkte + Unternehmen: Tür und Tor geschlossen


Internationale Kooperationen sind nicht erst für die heutige Wirtschaft kennzeichnend. Bereits 1931 entstand durch die Zusammenarbeit eines Deutschen und eines Holländers ein Türschließer, der noch im Jahr 1932 zum Patent angemeldet wurde – der „Dictator“ war geboren und mit ihm der gleichnamige Ein-Mann-Betrieb.

„Leider ist der Dictator-Weg nicht ganz einfach nachzuvollziehen“, bedauert Karen Stech, Geschäftsführerin des Neusäßer Herstellers. „Zunächst bestand unser Unternehmen sicher nur aus einem Mitarbeiter. Die Fertigung des Türschließers Dictator als ursprünglichem Dictator-Produkt erfolgte in einer separaten Firma.“ Das Produkt wurde in seinem Entstehungsjahr noch dem internationalen Publikum auf einer Messe in Paris vorgestellt und sollte die Entwicklung des Unternehmens schließlich bis ins Jahr 1971 entscheidend prägen.

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Der Erfolg des Türdämpfers ist aus heutiger Sicht leicht zu erklären. Neben normalen Türen fanden und finden die Türdämpfer Einsatz in Aufzugsdrehtüren, die zuverlässig schließen müssen, weil sonst der Aufzug nicht fährt. In den 1970er Jahren jedoch plagten wirtschaftliche Probleme das Unternehmen. Herrn Dr. Wolfram Schneider als neuem Inhaber gelang es aber, das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen und im Laufe der Jahre zu einer internationalen Gruppe mit verschiedenen europäischen Fertigungsstätten auszubauen. In der niederländischen Dictator Productie BV beispielsweise werden die Türdämpfer in verbesserter Form gebaut, als jene aus der Anfangzeit der Firmengeschichte. 1988 zur Gruppe hinzugekommen, ist sie gleichzeitig auch Vertriebsniederlassung in den Niederlanden.

Ein anderes Beispiel ist Dictator Española in Barcelona: Dieser Betrieb begann 1973 als Vertretung mit einem Mann. Daraus entwickelte sich ein Spezialist für Brandschutztechnik, insbesondere im Antriebsbereich, mit Konzeption und Konstruktion von Sonderlösungen. Auch der Aufzugssektor hat bis heute in Spanien große Bedeutung. Dies führte zudem zur Entwicklung und Herstellung spezieller Aufzüge für eingeschränkte Platzverhältnisse – selbstverständlich immer nach Kundenvorgaben.

Und dann wäre da noch Dictator Engineering in Lenham/Kent, ein Unternehmen, das ebenfalls als reine Vertriebsniederlassung gegründet wurde. Aufgrund der Markterfordernisse wurde später eine kleine Gasfedernmontage begonnen, woraus sich dann eine komplette Fertigung entwickelte, in der heute sämtliche Gasfedern für den englischen Markt hergestellt werden.

Und was tat sich in Deutschland? In einem kleinen Hinterhof in Berlin-Kreuzberg befand sich eine Türschließerfertigung, die im Jahr 1982 von der Gruppe übernommen und aufgebaut wurde. Nach der Wende kaufte das Unternehmen ein Grundstück in Basdorf/Wandlitz und baute in zwei Bauabschnitten die neuen Fertigungshallen. Seitdem stellt Dictator Technik Berlin im wesentlichen Sondertürschließer, Gasfedern und hydraulische Dämpfer her. Gleichzeitig ist es Vertriebsniederlassung für den Nordosten und Mitteldeutschland.

„Zunächst für den Aufzugssektor kamen nach dem Türschließer hydraulische Dämpfer für Aufzugschiebetüren hinzu“, fasst Geschäftsführerin Stech die Produktentwicklung zusammen. „Diese wurden anschließend auch für `normale´ Schiebetüren und dann in sehr großen Stückzahlen auch für Brandschutzschiebetüren verkauft. Es schlossen sich Entwicklungen im Antriebsbereich für Brandschutzschiebetore an und dann auch Feststellanlagen für Brandschutztüren. Parallel wurde der Gasfedern-Sektor ausgebaut.“ Diese Darstellung zeigt: Wenn Sie mit Ihrer Familie in den Sommerferien vielleicht Achterbahn gefahren sind, dann haben eventuell Gasfedern aus Neusäß für den nötigen Thrill gesorgt. Wenn die Brandschutztür an Ihrem Arbeitsplatz beim Schließen piept und blinkt, dann ist vielleicht die Signalsteuerung S400 eingebaut. Und wenn Ihr Vermieter Ihnen etwas Gutes tun möchte und einen Aufzug ins Mehrfamilienhaus einbaut, dann könnte es der DMH 500 werden.

In Zukunft sicher geschleust

Damals wie heute steht in Neusäß der Kunde im Vordergrund. Mit ihm zusammen analysieren die Experten die Anforderungen, um die passende Lösung zu erarbeiten. Sie beraten bei der Auswahl des geeigneten Produktes aus dem Programm oder erstellen bei umfangreicheren Projekten auch komplette Systemlösungen. Die Betreuung der Kunden erfolgt ortsnah durch die Zentrale oder die zuständige Niederlassung.
Heute unterteilt sich die inzwischen 180 Mitarbeiter starke Gruppe mit einem Umsatz in 2009 von circa 20 Millionen Euro in insgesamt acht Produktbereiche: Türschließtechnik, Aufzugstechnik, Dämpfungstechnik sowie Gasfederntechnik, Brandschutztechnik, Tür- und Torantriebstechnik und Brandschutzantriebstechnik und Sicherheitstechnik. Über die Entwicklung der Bereiche kann Karen Stech sagen: „Die Produktbereiche sind über die letzten Jahre relativ konstant geblieben. Als letzter Bereich ist der Bereich Sicherheitstechnik hinzugekommen, insbesondere mit einem Schleusensteuerungssystem für kleinere Anlagen im Bereich Reinräume, Pharmazie, Krankenhäuser etc. Wir sehen hier gute Wachstumschancen, jedoch nicht zu Lasten der anderen Bereiche.“
Evelin Eitelmann

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