Sicherheitsschaltgeräte, Steuerungssysteme

Sicherheit vereinfachen

Der Name Pilz steht in der Industrie als Synonym für Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt - und das weltweit. Was macht die Stärke dieses Unternehmens aus, das sich erfolgreich vom Mittelständler und Spezialisten zu einem Global Player der Steuerungs- und Sicherheitstechnik entwickelt hat? Dr. Peter Stipp beschreibt den Weg des Unternehmens und gibt einen Ausblick auf die neueste Entwicklung.

Die Entwicklungen von Steuerungen und ausgefeilten Sicherheitsschaltgeräten für die Automatisierung zieht sich bei Pilz wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahrzehnte. Schon die erste freiprogrammierbare Steuerung mit verdrahtungsprogrammierbaren Steckkarten und auch die Entwicklung des Sicherheitsschaltgerätes PNOZ im Jahr 1978 waren herausragende Produkte. Den großen Sprung nach vorne aber brachte die Zusammenführung dieser ursprünglich getrennten Entwicklungen zu einer programmierbaren Sicherheitssteuerung, der PSS3000. Das war Ende 1994 und eher eine Ausnahme auf dem Markt. Wie hoch mittlerweile eine Kombination von Steuerung und Sicherheitsschaltungen einschätzt wird, zeigen die immer zahlreicher werdenden Entwicklungen anderer Hersteller. Sie versuchen nachzuziehen und liefern ihre eigenen sicherheitstechnischen Lösungen gleich mit. „Nur wenn ich das Detail beherrsche, bin ich besser als die anderen“, so Renate Pilz, Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG. Eine Aussage, die zeigt, welche Priorität technische Kompetenz in diesem Unternehmen genießt. Dies spiegelt sich auch in dem ständig steigenden Anteil von Forschung und Entwicklung am Gesamtumsatz wieder. Er stieg beispielsweise von 15,2 Prozent in 2006 auf 17 Prozent in 2007. Mittlerweile sind fast ein Drittel der Mitarbeiter in der Entwicklung tätig. Wie konsequent die Ausweitung des Bereichs FuE auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten verfolgt wird, zeigt die Eröffnung des Peter Pilz Technologiezentrums für 150 Ingenieure in 2008. In diesem Jahr feierte das Unternehmen auch sein 60-jähriges Bestehen. Von der EPS-Steckkarte...
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Der Name Pilz steht in der Industrie als Synonym für Sicherheit von Mensch, Maschine und Umwelt - und das weltweit. Was macht die Stärke dieses Unternehmens aus, das sich erfolgreich vom Mittelständler und Spezialisten zu einem Global Player der Steuerungs- und Sicherheitstechnik entwickelt hat? Dr. Peter Stipp beschreibt den Weg des Unternehmens und gibt einen Ausblick auf die neueste Entwicklung.

Die Entwicklungen von Steuerungen und ausgefeilten Sicherheitsschaltgeräten für die Automatisierung zieht sich bei Pilz wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahrzehnte. Schon die erste freiprogrammierbare Steuerung mit verdrahtungsprogrammierbaren Steckkarten und auch die Entwicklung des Sicherheitsschaltgerätes PNOZ im Jahr 1978 waren herausragende Produkte. Den großen Sprung nach vorne aber brachte die Zusammenführung dieser ursprünglich getrennten Entwicklungen zu einer programmierbaren Sicherheitssteuerung, der PSS3000. Das war Ende 1994 und eher eine Ausnahme auf dem Markt. Wie hoch mittlerweile eine Kombination von Steuerung und Sicherheitsschaltungen einschätzt wird, zeigen die immer zahlreicher werdenden Entwicklungen anderer Hersteller. Sie versuchen nachzuziehen und liefern ihre eigenen sicherheitstechnischen Lösungen gleich mit.

„Nur wenn ich das Detail beherrsche, bin ich besser als die anderen“, so Renate Pilz, Geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co. KG. Eine Aussage, die zeigt, welche Priorität technische Kompetenz in diesem Unternehmen genießt. Dies spiegelt sich auch in dem ständig steigenden Anteil von Forschung und Entwicklung am Gesamtumsatz wieder. Er stieg beispielsweise von 15,2 Prozent in 2006 auf 17 Prozent in 2007. Mittlerweile sind fast ein Drittel der Mitarbeiter in der Entwicklung tätig. Wie konsequent die Ausweitung des Bereichs FuE auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten verfolgt wird, zeigt die Eröffnung des Peter Pilz Technologiezentrums für 150 Ingenieure in 2008. In diesem Jahr feierte das Unternehmen auch sein 60-jähriges Bestehen.

Von der EPS-Steckkarte...

Im Jahre 1948 gegründet, begann das Unternehmen zunächst mit der Fertigung von Glasapparaten für die Medizintechnik und Quecksilberschaltgeräten für industrielle Anwendungen. Zwei Jahrzehnte später drehte Peter Pilz das Unternehmen in eine andere Richtung - die Steuerungstechnik. Basis für das neue Unternehmensziel war das Euro-Pilz System. Verdrahtungsprogrammierbare Steckkarten zum Bau von Industriesteuerungen, die im Vergleich zu der bisherigen Relaistechnik deutlich kompakter, schneller und auch zuverlässiger waren. Im Jahre 1974 folgte dann eine der ersten deutschen freiprogrammierbaren Steuerungen. Sie hieß PC4K (Programmable Controller mit 4K à 16 Bit), hatte bereits EPROMs an Bord und ermöglichte eine für diese Zeit sehr schnelle Verarbeitung.

Der Aufbau, schon damals modular, war immer gleich: Netzteil, CPU, Speicher sowie unterschiedliche Ein- und Ausgangsgruppen. Im Unterschied zu den ursprünglichen EPS-Karten im Euro-Pilz-System war die Verdrahtung jetzt fest und die die kundenspezifischen Änderungen erfolgten über die Speicher. Nach dem Tod von Peter Pilz im Jahre 1975 - die erfolgreiche Umsetzung seiner Vision konnte er leider nicht mehr erleben - übernahm Renate Pilz nach und nach die Führung des Unternehmens. Die speicherprogrammierbare Steuerung Pitronik P8 war die nächst folgende Entwicklung. Sie ließ sich bereits über ein Programmierset und handelsübliche PCs frei programmieren. Jede E/A-Karte war in einem Gehäuse untergebracht, so dass eine Beschädigung der empfindlichen Elektronik ausgeschlossen war. Die Baugruppen wurden auf einem flachen Modulträger nur noch aufgeschnappt. Auch die Programmiergeräte wurden weiterentwickelt und waren jetzt komplett mit Mikroprozessoren ausgestattet.

Parallel zu den Steuerungen entwickelte Pilz im Jahr 1987 das wohl jedem Ingenieur bekannte Sicherheitsschaltgerät PNOZ (Pilz Not-Aus-Zwangsgeführt). So heißt es auch heute noch. Und damit begann eine neue Ära in der sicheren Automation. Mussten bislang die Schütze einzeln verdrahtet und geprüft werden, so vereinte das PNOZ drei Schütze mit zwangsgeführten Relais in einem Gehäuse und hatte nur noch Kontakte für die Maschine nach außen. Einige Jahre später begann dann eine der zentralen und zukunftsweisenden Entwicklungen bei Pilz: Die „Zusammenführung“ von Steuerung und Sicherheitsschaltung. Denn speicherprogrammierbare Steuerungen kamen bislang ausschließlich für die Standard-Steuerungsfunktionen an der Maschine zum Einsatz, für sicherheitsrelevante Aufgaben waren sie nicht zugelassen.

Diese Kombination war die Basis für die Entwicklung der programmierbaren Sicherheitssteuerung PSS3000. Sie kam 1994/95 auf den Markt. Mit diesem, von TÜV und BG zugelassenem System hat das Unternehmen einen völlig neuen Weg beschritten – weg von der Elektromechanik, hin zur elektronischen Lösung von sicherheitsgerichteten Anwendungen. Die neue Steuerung bot zudem Diagnosefunktionen mit Fehleranzeige im Klartext, eine hohe Verfügbarkeit und die Möglichkeit Funktionen zu kopieren bzw. einfach anzupassen.

...zur sicheren Komplettlösung

Seit 2004 verfolgt das Unternehmen konsequent seine so genannte Vier-Säulen-Strategie. Dazu zählen die horizontale Erweiterung des Produktspektrums, die Überführung des ersten sicheren Bussystems von SafetyBUS p auf SafetyNET p, der weitere Ausbau in der Verzahnung von Sicherheits- und Steuerungsfunktionalitäten sowie der Ausbau im Bereich Dienstleistung. Im kommenden Jahr wird Pilz zur Hannovermesse das Automatisierungssystem PSS4000 vorstellen. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn Ende 2009 wird die neue Maschinenrichtlinie auf Hersteller und Betreiber von Maschinen zukommen. Diese erfordert eine andere Bewertung von Maschinenfunktionen und damit auch neue Betriebsarten. Und das heißt, dass der Stellenwert von in sich abgestimmten Gesamtlösungen deutlich ansteigen wird. „Der Anwender ist mit dem PSS4000 System für diese Anforderungen gut gerüstet“, so Renate Pilz. „Es wird sowohl den Anforderungen der Steuerungs- und Sicherheitstechnik, der Visualisierungs- und Diagnosefunktion als auch der Bewegungssteuerung gerecht.“ Dr. Peter Stipp

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