Schmalz, J. Schmalz, Spanntechnik, Greiftechnik, Handhabungstechnik

Von der Klinge zum Greifer

Beutel mit knusprigem Inhalt, schwere Bleche, Pizzaböden, großformatige Holz- und Kunststoffplatten oder empfindliche Solarzellen schonend, schnell und effizient handhaben - mit Vakuum-Technik geht das spielend einfach. J. Schmalz zählt in dieser Disziplin zu den Marktführern. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt seit 100 Jahren Spann-, Greif- und Handhabungstechnik.

Damit begann alles vor 100 Jahren: Mit den Rasierklingen der Marke "Glattis" feiert Firmengründer Johannes Schmalz große Erfolge.

Als im November 1910 Johannes Schmalz das Unternehmen gründete, hatte er noch ganz andere Märkte im Fokus. Die "Johannes Schmalz Rasierklingenfabrik" sorgte mit der Marke "Glattis" für gründlich und sauber rasierte Wangen in ganz Deutschland. Mit bis zu 600.000 verkauften Rasierklingen pro Monat war der Unternehmer jahrzehntelang äußerst erfolgreich. Als der Elektrorasier seinen Siegeszug antrat, erschlossen sich die Schwarzwälder ein anderes Geschäftsfeld: Ab 1948 wurden Leichtfahrzeuge und Transportgeräte entwickelt und gefertigt. "Viele unserer Kunden kamen aus der Möbelindustrie - und so führte eins zum anderen", erinnert sich Dr. Kurt Schmalz.

Innovation Vakuum

Anfang der achtziger Jahre entwickelte das Unternehmen auf Anfrage eines Kunden, einem Möbelschreiner vom Bodensee, eine Haltevorrichtung, die das beidhändige, umseitige Bearbeiten von Holzplatten ermöglichen sollte. "Vakuum schien das ideale Medium zu sein, um das Werkstück schnell und stabil zu spannen", erklärt er. "Mit der Vakuum-Technik entdeckten wir damit ein neues, erfolgversprechendes Geschäftsfeld." Das Verfahren klingt ganz einfach: Wenn der Druck innerhalb eines geschlossenen Raumes geringer ist als der Atmosphärendruck, entsteht ein Vakuum. Diesen Zustand wandten die beiden heutigen Geschäftsführer, die das Unternehmen in der Folge kontinuierlich zum Vakuum-Spezialisten ausgebaut haben, bei dieser Handhabungslösung gezielt an. "Die Werkstücke werden sozusagen angesaugt und anschließend prozesssicher gehalten - das ist wie bei einem Saugnapf", schildert Dr. Schmalz. Das Ergebnis war der pneumatische Vakuum-Arbeitstisch PVT, den das Unternehmen erstmals auf der Internationalen Handwerksmesse in München präsentierte. Die Entwicklung des PVT war der Impuls, der die Basis für den Erfolg in dieser Technologie bildete. Vakuum hält heute nicht nur Holzteile und andere Werkstücke auf Arbeitsständern fest. Vakuum hebt Kisten und Kästen, transportiert Lebensmittel, Verpackungen, Kanister, Wafer, Platinen, Steine und Säcke, fixiert Platten und Werkstücke auf Maschinen oder palettiert lagenweise unterschiedliche Güter.

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Wachstum und Nachhaltigkeit

In den vergangenen 100 Jahren hat sich das Unternehmen mit 16 Auslandsniederlassungen und Partnern in mehr als 40 Ländern zu einer international agierenden Gruppe entwickelt. Noch zur Jahrtausendwende zählte das Unternehmen 173 Mitarbeiter, heute sind weltweit rund 600 beschäftigt. Um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden und genügend Kapazitäten am Standort Deutschland zu schaffen, investierten die Schwarzwälder in jüngster Vergangenheit 16,3 Millionen Euro in ihr bisher größtes Bauprojekt. Der 13.770 Quadratmeter große Neubau gliedert sich an den bislang letzten Bauabschnitt, der 2002 fertig gestellt wurde. "In allen Bereichen vereinen wir unseren wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung, so auch bei dem Bau dieser neuen Produktionshalle", erläutert Dr. Kurt Schmalz. Geplant und umgesetzt wurde dieses Projekt deshalb unter Berücksichtigung moderner ökologischer Aspekte. Nicht nur der Energiebedarf wurde optimiert. Das Unternehmen verstärkte auch die Investition in die nachhaltige Energiegewinnung. "Heute sind wir ein Positiv-Energie-Unternehmen", resümiert Wolfgang Schmalz. "Wir erzeugen mehr Energie aus regenerativen Quellen, als wir selbst verbrauchen." Das Unternehmen verfügt über eine Fotovoltaikanlage mit einer jährlichen Gesamtleistung von 421 kWp, eine Holzhackschnitzelheizanlage, zwei Windkraftanlagen, eine Solar- und eine Wasserkraftanlage: Nachhaltigkeit spielt bei dem Unternehmen eine große Rolle - nicht nur ökologisch. Als Familienunternehmen hat es den langfristigen Erfolg im Blick, nicht den kurzfristigen Shareholder Value. Und: Schmalz legt auf seine Mitarbeiter ganz besonderen Wert. Das Personalmanagement besteht deshalb aus einer Vielzahl an Elementen, die gemeinsam mit dem gewählten Mitarbeiterbeirat eingeführt wurden. Das Unternehmen lässt zum Beispiel Führungskräfte von den Mitarbeitenden bewerten, belohnt gesundheitsbewusstes Verhalten mit Prämien und bietet seinen Leuten verschiedene Schulungen in der hauseigenen Schmalz-Academy. "Sehr viel Wert legen wir auf die Ausbildung junger Menschen", sagt Dr. Kurt Schmalz. Die Ausbildungsquote liegt bei 14 Prozent - und damit weit über dem deutschen Industrie-Durschschnitt. Für sein erfolgreiches Personalmanagement wurde Schmalz in diesem Jahr auch Preisträger des Axia-Awards. Mit diesem Preis zeichnet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte seit drei Jahren mittelständische Unternehmen für ihr nachhaltiges, erfolgreiches Wirtschaften aus. ee/lg

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