Normteile-Katalog

Im Stillen gewachsen

Im Jahr 1958 nahm der Normteile-Hersteller Norelem seinen Betrieb auf. Aus der einstigen One-Man-Show am Stuttgarter Güterbahnhof ist ein leistungsstarker Vollsortimenter geworden. Heute überzeugt das Unternehmen durch regelmäßige Innovationen, einen CAD-Daten-Service und hohe Verfügbarkeit.

Schnell beim Kunden: Um die 24-Stunden-Lieferung zu ermöglichen, wurde bereits 2002 ein modernes Logistikzentrum in Betrieb genommen.

In Berlin regiert Willy Brandt und in Frankreich Charles de Gaulle. Das Europäische Parlament tritt zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen und beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht der sowjetische Satellit Sputnik 1. Das war 1958. Im diesem Jahr nimmt in Stuttgart auch das Kleinunternehmen Norelem seinen Betrieb auf. Es wird im Laufe der Zeit heranwachsen zu einem der führenden Normteile-Hersteller in Deutschland.

„Im Stillen groß geworden – durch Qualität, Partnerschaft und Perfektion“, so sieht man heute im Hause Norelem die eigene Unternehmensentwicklung. Große Worte standen dabei nie im Vordergrund. Umso mehr hingegen die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit für jedes einzelne der vielen Tausend Normelemente, die den inzwischen vielen Tausend Kunden in aller Welt im 24-Stunden-Lieferservice zur Verfügung gestellt werden.

Auszeichnungen? Design-Preise? Awards? Die gibt es zwar, groß darüber geredet hat man im Verlauf der Firmengeschichte allerdings selten. Von Norelem erwartet der Kunde Qualität und Vielfältigkeit des Warenangebotes. Denn Ingenieure und Konstrukteure arbeiten Tag für Tag an innovativen Verbesserungen und verlassen sich auf eine umfassende Einsetzbarkeit. Dazu passen nicht zuletzt die CAD-Daten, die das Haus Norelem seinen Kunden zur direkten Übernahme bereit stellt. Dieser Service spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und erleichtert die Beschaffung.

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Auf der EMO im Jahr 1958: Rechts im Bild der erste Norelem- Geschäftsführer, Herr Gronwitz mit Gattin.

Enger Kontakt zum Kunden
Im Jahr 1958 als Ein-Mann-Betrieb gegründet, nutzte man bereits im September 1960 die Gelegenheit, auf der Internationalen Werkzeugmaschinenausstellung in Hannover den Kontakt zum Kunden enger und direkter zu gestalten. Neuheiten vorstellen, Wünsche erfragen, Problemstellungen kennen lernen, Entwicklungsaufgaben finden: Jede Messe hat den Kundenkreis erweitert und das daraus folgende Neuheiten-Angebot wachsen lassen. 

Ein entscheidender Absatzfaktor war dabei stets der Norelem-Katalog: 1965/66 entstand mit vielen neuen Teilen und überarbeiteten Zeichnungen nach DIN-Norm das erste umfassende, spiralgebundene Nachschlagwerk, das an alle Kunden versandt wurde. Als man 1974 nach Umzügen, Grundstückskauf und Baumaßnahmen das neue Bürogebäude in Markgröningen bezog, wurde im gleichen Jahr auch der wesentlich erweiterte Katalog verschickt, dessen Systematik bis heute gilt. Wer ständig auf die Aktualisierung und Ergänzung eines kundenorientierten Warenangebots bedacht ist, der zeigt sich meist auch in eigenen Belangen für den technischen Fortschritt aufgeschlossen. Zum Beispiel in Sachen EDV: Schon 1973 führte das Unternehmen die elektronische Datenverarbeitung ein. Und 1987 hielt mit dem neuen Hochregallager auch die computergesteuerte Artikelverwaltung Einzug – zusammen mit der Umstellung auf das IBM System/36 mit Mehrplatz-Datenverarbeitung. Aus heutiger Sicht, fallen diese Schritte freilich alle in die Frühzeit der EDV. Inzwischen ist das Unternehmen in Sachen IT längst weiter voran geschritten. Übrigens: Schon 1998 realisierte Norelem mit Hilfe einer elektronischen Archivierung das „papierlose“ Büro.

Von großer Bedeutung für den Erfolg des Normteile-Lieferanten war es, dass seit 1995 alle Kunden und Konstrukteure auf die CAD-Daten aller Norelem-Produkte direkt zugreifen und sie zeitsparend in die eigenen Konstruktionen integrieren können. Dabei wird immer auch an die ergänzenden Daten gedacht, die durch die Teile-Einbindung in die jeweils aktuelle Konstruktion wichtig sind.

Die erfolgreiche Katalogarbeit setzt sich 1999 fort, als die erste fest gebundene Ausgabe mit 664 Seiten erscheint und die spiralgebundene Form ablöst. Der neue Katalog erfährt am Markt eine nachhaltige Resonanz – bis heute. Die in diesen Wochen erscheinende Jubiläumsausgabe wird mit einer Stärke von 1.200 Seiten einen neuen Meilenstein setzen.

Trumpfkarte Schnelligkeit
Nun bringen Konstrukteure und Einkäufer im Internet-Zeitalter kaum mehr viel Geduld auf. Ideen haben, Lösungen finden, Teile sofort bekommen – das ist heute der Rhythmus. Mit dem im Juni 2002 eingeweihten vollautomatisierten Logistik-Zentrum gelingt es Norelem, seine Kunden nicht nur binnen 24 Stunden zu beliefern, sondern auch eine 98-prozentige Verfügbarkeit zu erreichen. Das gilt für das gesamt Sortiment mit seinen über 20.000 Norm- und Maschinenelementen, vom einfachen Gewindestift bis zum schweren Maschinenbauprofil.

In diesen Tagen begeht Norelem sein 50-jähriges Betriebsjubiläum. Motto des Jubiläumsjahres und gleichzeitig Zukunftsziel ist es „durch Leistung wachsen“. Zugleich fällt 2008 der Startschuss für eine neue ehrgeizige Epoche: Neben vielen anderen Bereichen werden die Konstruktionselemente für die Automation in Zukunft einen besonderen Schwerpunkt des Unternehmens bilden.
Michael Stöcker

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