Normteile

Immer vorne mit dabei


Das Familienunternehmen Ganter gehört zu den Big Playern im Bereich der Normteile und Vorrichtungselemente. Es gibt kaum eine Branche, in der die Produkte des Schwarzwälder Traditionshauses nicht vertreten sind. Aber wussten Sie, dass das Unternehmen bereits seit 116 Jahren am Werk ist? Grund genug für SCOPE-Redakteur Michael Stöcker, einen Blick hinter die Kulissen zu wagen.

In New York stellt Thomas Alva Edison seinen Kinetoskopen vor, in London wird die Tower Bridge fertig gestellt – und im Schwarzwald nimmt ein gewisser Otto Ganter eine „mechanische Werkstätte“ in Betrieb. Das alles geschah 1894. Sage und schreibe 116 Jahre später ist aus dieser Werkstatt im Schwarzwald ein 220 Mitarbeiter starkes Familienunternehmen und einer der führenden europäischen Normteile-Hersteller geworden. Dabei steht die Bezeichnung „Ganter-Griff“ in Industrie und Handwerk heute nicht mehr nur als Qualitätsmaßstab für Hebel, Griffe und Bedienelemente in allen nur denkbaren Varianten, sondern auch als Synonym für Spannzeuge, Vorrichtungs- und Maschinenelemente. Die Otto Ganter GmbH wird heute in der vierten Generation geführt. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt seine Produkte über ein weltweites Vertriebsnetz. Es beliefert Kunden in nahezu allen Schlüsselbranchen der Industrie – vom Maschinen- und Anlagenbau über den Fahrzeug- und Werkzeugbau bis hin zur Herstellung von Sportgeräten, um nur einige Beispiele zu nennen. Einige Jahre nach der Gründung der „mechanischen Werkstätte“ – und fünf Jahre vor der Einführung der DIN-Normung! – erscheint 1912 der erste Normteile-Katalog von Ganter. Er markiert auch den Übergang des Unternehmens von der Einzelfertigung zur Serienproduktion von standardisierten Elementen. Parallel dazu verläuft der Aufbau eines Normteile-Lagers. Auch heute noch ist der dicke Papierkatalog ein wichtiges Vertriebsinstrument des traditionsreichen Familienunternehmens. In der aktuellen Version (14.1) hat er einen Umfang von 1072 Seiten und erreicht eine Auflage von 75.000 Exemplaren. Um dieses Basiswerk herum hat Ganter aber im Laufe der Jahre analog zum stetigen Ausbau seines Portfolios zahlreiche weitere Katalogwerke für verschiedene Länder aufgelegt. Alle Normelemente sind in den Katalogen des Unternehmens mit Detailspezifikationen beschrieben und anhand der sogenannten Ganter-Norm klassifiziert. Seit Beginn des Internet-Zeitalters stellt der Schwarzwälder Hersteller sein Produktspektrum zugleich auf einer Website vor. In der aktuellen Version können Konstrukteure hier rasch das passende Bauteil auswählen, und die Beschaffer können mit einem Shop-System sofort bestellen. Sämtliche dazu nötigen Informationen – bis hin zu den Rabattstaffeln – sind auf einen Blick verfügbar. Interessant für Entwickler und Konstrukteure ist außerdem, dass sich alle erforderlichen 2D- und 3D-CAD-Daten in den gängigen Dateiformaten kostenlos abrufen lassen. Als Alternative zur Website bietet das Unternehmen die CAD-Daten auch auf CD an.

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Offen für Sonderlösungen

Wer heute einen tieferen Blick in das breit gefächerte Ganter-Sortiment wirft, dem begegnet eine wohl einzigartige Angebotsbreite und eine große Werkstoff-Vielfalt. Dahinter stehen die Kompetenzen einer leistungsfähigen Entwicklungsabteilung und eine Produktion mit sehr hoher eigener Fertigungstiefe – bis hin zu eigenen Lackierlinien. Wer dann eine Bestellung auslöst, der kommt in den Genuss extrem kurzer Lieferzeiten, basierend auf ausgeklügelten Logistikstrukturen, dessen Herzstücke ein generell hoher Automationsgrad und moderne Hochregallager sind. Und wessen Wünsche sich mit dem Standardsortiment des Unternehmens nicht befriedigen lassen, der findet in der Entwicklungsabteilung von Ganter ein offenes Ohr für Sonderlösungen. Auch der Produktion kleinerer Stückzahlen zeigt sich das Unternehmen durchaus aufgeschlossen.

Im Sinne marktstrategischer Partnerschaften kooperiert Ganter mit zahlreichen Herstellern wie Speedy Block oder Misati. Seit 1971 besteht eine enge Zusammenarbeit mit Elesa. Deren besondere unternehmerische Bedeutung spiegelt sich nicht nur in gemeinsamen Vertriebsniederlassungen wider (Elesa + Ganter), sondern hat vor allem Gewicht durch die Bündelung der Kompetenzen aus den Bereichen Metall und Kunststoff.

Das Produktangebot im Bereich der Bedien- und Spannelemente reicht vom einfachen Griff und Handrad bis hin zum verstellbaren Klemmhebel oder mechanischen Stellungsanzeiger. Im Segment der Vorrichtungs- und Maschinenelemente beginnt das Programm bei Rastbolzen und Schrauben, setzt sich fort über Schnellspanner und Gelenkhülsen und endet bei Rohrklemmen und Lineareinheiten.
Die Auswahl von Ganter wächst ständig. Nicht selten kommt es dabei vor, das ein zunächst als kundenspezifische Sonderlösung entwickeltes Produkt zum Bestandteil des Katalogprogramms wird. Und dass selbst ein augenscheinlich längst am Ende seiner Produktentwicklung angekommenes Allerwelts-Standardelement noch gut für eine Überraschung ist, zeigte jüngst die Auszeichnung des Exzenterspanners GN 927 (patentierte Verstellmechanik) von Ganter mit den IF Design Award. Michael Stöcker

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