Intralogistik-Lösungen

Vom Schmuck zur Logistik

In den vergangenen 50 Jahren seines Bestehens hat sich Bito-Lagertechnik zum Komplettanbieter und zu einem der führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Intralogistik entwickelt. Das Unternehmen verzeichnete in 2008 ein überdurchschnittliches Wachstum und blickt mit gesundem Optimismus in die Zukunft.

Ein Bild aus früheren Jahren: Stanzautomat zur Fertigung der Stützen für Schwerlast- und Weitspannregale.

Es herrscht die Aufbruchstimmung der frühen Gründerzeit und der Industrialisierung, als Leopold Bittmann 1845 in Oberstein an der Nahe ein Unternehmen gründet, das Schmuckwaren und Beschlagartikel für die Lederwarenindustrie herstellt. In den folgenden Jahren macht sich die Firma auch als Fabrikant der fugenlosen Hohlkugel einen Namen, die als Zierartikel – etwa für schmiedeeiserne Treppengeländer – angeboten wird. Überliefert ist in diesem Zusammenhang das Zitat von Leopold Bittmann: „Wir nehmen ein rundes Loch und machen Blech drumrum.“

Drei Generationen später richtet sich das Unternehmen völlig neu aus. Fritz August Bittmann, der heutige Inhaber, übernimmt 1959 die Geschäftsführung und steigt mit Bito in die Lagertechnik ein. Bito-Lagertechnik – seit 1956 in Weiherbach ansässig – fertigt die ersten Stahlblechkästen und erweitert sein Portfolio rasch um Kleinteileregale, Fachbodenregale und Gitterboxen. 1962 beginnt man mit der Kunststoff-Fertigung.

Der Einstieg in die Kommissioniertechnik gelingt dem Unternehmen 1976 mit der Produktion der ersten Durchlaufregale. In den Folgejahren baut Bito sein Programm weiter aus – um Steckregale (1980), Palettenregale (1981), Palettendurchlaufregale (1983), Sichtlagerkästen (1989) und Regalkästen (1990). 1991 verlegt es seinen Hauptsitz nach Meisenheim, und bringt noch im gleichen Jahr seine Universalstütze für Regale auf den Markt. 1994 entwickelt Bito mit dem Mehrwegbehälter MB ein viel beachtetes Produkt. Seitdem hat der Hersteller mit dem Kleinladungsträger KLT und dem Eurostapelbehälter XL weitere Behälterserien auf den Markt gebracht und seine Regaltechnik kontinuierlich optimiert.

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In der Lagertechnik zählt das Unternehmen heute zu den wenigen deutschen Komplettanbietern. Es plant und realisiert auch Gesamtprojekte – von komplexen, anspruchsvollen Lagereinrichtungen aus verschiedenen Einzelsystemen bis zu automatisch bedienten Regalanlagen mit Stellplätzen für Behälter oder Tablare. Dabei erhält der Kunde alle Produkte für das Projektgeschäft aus einer Hand. Die Fachleute beraten, planen, entwickeln und realisieren seine Lagertechnik-Projekte. Besonders anspruchsvolle und individuelle Lösungen lassen sich im hauseigenen Technikzentrum testen.

Das aktuelle Leistungsspektrum erstreckt sich von der Lieferung über die Montage bis hin zur Inbetriebnahme. Das Unternehmen realisiert Logistik-Lösungen für namhafte Kunden aller Branchen. So etwa Automobil- und Fahrzeugbauer wie Volkswagen, Audi, BMW, Opel, Porsche und Toyota oder John Deere; Automatisierungshersteller wie Moeller Electric; und Konsumgüter-Firmen wie Lancaster, L’Oreal, Sanacorp, Office Depot, C&A und DM (Drogeriemarkt) – um nur einige Beispiele zu nennen.

Mit der Gründung einer Tochtergesellschaft in der Schweiz begann 1984 die europaweite Expansion. Niederlassungen in Frankreich, den Benelux-Staaten, Großbritannien, Spanien und Dänemark folgten. Im Jahr 2003 hat Bito-Lagertechnik eine neue Tochter in Ungarn und ein Vertriebsbüro in Italien gegründet; es folgten weitere Niederlassungen in Osteuropa.

International tätig und breit aufgestellt

Heute hat das Unternehmen 15 Tochtergesellschaften und mehrere Partnerschaften in Europa. Seit 2007 betreibt es zusammen mit dem Partner Nilkamal eine Regalproduktion und ein Vertriebs-Jointventure in Indien zur Belieferung des indischen Marktes und der Nachbarländer. 2008 gründete Bito eine eigenständige Tochter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Dubai. Im vergangenen Jahr haben rund 740 Mitarbeiter einen Umsatz von 150 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht gegenüber 2007 einer Umsatzzunahme von 20 Prozent und einem Personalzuwachs von fünf Prozent. Bereits 2007 war das Unternehmen im Umsatz um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und hatte 60 neue Stellen geschaffen.

Trotz des momentan schwierigen wirtschaftlichen Umfelds blickt die Unternehmensleitung positiv in die Zukunft. „Derzeit müssen wir einen Auftragsrückgang von mehr als 20 Prozent hinnehmen, sagte Bito-Geschäftsführer Detlef Ganz jüngst bei einer Presseveranstaltung zum 50. Jubiläum des Lagertechnik-Anbieters. Nach seiner Einschätzung liegt das vor allem daran, dass sich derzeit wenig größere Projekte am Markt befinden. Dass der Rückgang vergleichsweise moderat ausfällt, führt Ganz darauf zurück, dass sein Unternehmen gut aufgestellt ist. „Wir liefern ein breites Produktspektrum für sehr unterschiedliche Kunden, die aus allen möglichen Branchen kommen.“ Zudem hat Bito in den vergangenen Jahren sein Vertriebsnetz auf ganz Europa ausgedehnt. „Diese Strategie sorgt dafür, dass wir noch immer genügend Aufträge erhalten, um unsere Produktionen in Meisenheim und Lauterecken zu einem großen Teil auszulasten“, erklärte der Geschäftsführer weiter. „Wir haben deshalb keinen Grund, pessimistisch zu sein. Aus Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass die meisten Investitionen im Moment nur verschoben sind. Wir gehen davon aus, dass viele dieser Projekte 2010 umgesetzt werden.“ Michael Stöcker

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