ERP-Software

'Wir sind ein Partner auf Augenhöhe'

Welche Innovationen, Ideen oder Ereignisse haben zur Gründung und zum Erfolg der ams.hinrichs+müller GmbH maßgeblich beigetragen?

Unsere Keimzelle lag in einer Unternehmensberatung, die sich in erster Linie an Einzel- und Auftragsfertiger richtete. Das war in den Achtzigern. Mit schöner Regelmäßigkeit bekamen die Gründer von ams damals eine Frage gestellt, auf die sie trotz ihres langjährigen Praxiswissens keine Antwort geben konnten. Es war die Frage nach einer ERP/PPS-Lösung, die den Anforderungen der Auftragsfertigung gerecht wird. Wir kannten kein solches Produkt und entschlossen uns 1989 Abhilfe zu schaffen.

Ihre Zielgruppe ist der Maschinen- und Anlagenbau, speziell Einzel-, Auftrags- und Variantenfertiger dieser Branchen. Welche Anforderungen stellen diese Unternehmen an ERP-Anbieter und an die Software?

In der Einzelfertigung hängt der Projekterfolg stark davon ab, dass sich Zeiten und Kosten zu einem möglichst frühen Zeitpunkt präzisieren lassen. Da die Laufzeiten mehrere Monate oder gar Jahre betragen und da es dabei sechs- bis achtstellige Investitionen zu finanzieren gilt, ist diese Transparenz von vitalem Interesse. An diesem Punkt stellt sich den auf die Serienfertigung ausgerichteten ERP-Systemen jedoch ein kaum zu lösendes Kalkulationsproblem. Schließlich setzt deren Planungslogik vollständige Stammdatensätze und Stücklisten voraus. Hiermit kann ein Auftragsfertiger allerdings nicht dienen. Sein Teilebedarf kristallisiert sich erst im Projektverlauf heraus. Nicht selten ergeben sich die letzten Änderungen erst kurz vor Auslieferung. Um dennoch schnell und wirtschaftlich zu aussagekräftigen Planungen zu kommen, haben wir mit ams.erp ein Auftragsmanagementsystem entwickelt, das mit wachsenden Auftragsstücklisten arbeiten kann.

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Für IT-Projekte verlangen Kunden heute einen absehbaren Return on Investment und kalkulierbare Projektlaufzeiten. Wie begegnen Sie diesen Forderungen?

Zumindest was Projektmanagement, Produktion und Logistik angeht, starten viele unserer Kunden von der grünen Wiese aus. Selbst dann, wenn wie bereits ein ERP-System im Haus haben, behelfen sich Auftragsfertiger in ihrem Kerngeschäft mit selbst gestrickten MS-Office-Lösungen. Im Vergleich zu diesen heterogenen Inselwelten können wir überwiegend prognostizieren, dass sich unsere Software in etwa einem Jahr amortisiert. Bei den Einführungszeiten liegen wir je nach Komplexität der Prozesse zwischen drei und zehn Monaten. Nach dieser Zeit haben wir einen ERP-Kern lauffähig, der die wesentlichen Teile des kaufmännischen und technischen Auftragsmanagements abdeckt. Die modulare Struktur unserer Software erlaubt dann den schrittweisen Ausbau, den viele unserer Kunden präferieren, damit ihre Mitarbeiter Zeit genug haben, um ihre bisherigen Vorgehensweisen auf die integrierte Arbeit mit einem ERP-System umzustellen.

Der Markt für ERP-Software hat sich in den letzten Jahren stark verändert und wird zunehmend von großen Anbietern dominiert. Welches Potenzial sehen Sie für Ihr Unternehmen auf diesem Markt und was können Sie den „Großen“ der Branche entgegensetzen?

Der Druck lastet vor allem auf den ERP-Generalisten der zweiten Reihe, die zwar für die unterschiedlichsten Branchen Produkte anbieten, gleichzeitig aber nicht über das Know-how für ein spezifisches Lösungsgeschäft verfügen. Für Spezialisten wie uns wird es demgegenüber immer ausreichend Platz geben. Eine Branche wie der Maschinen- und Anlagenbau gewährt uns beinahe schon Bestandsschutz. Hier ticken die Uhren nun einmal deutlich anders als in den Wirtschaftszweigen, in denen die ERP-Marktführer zuhause sind. Tatsächlich sehen wir derzeit keinen der großen Generalisten, der uns unseren mehrjährigen Know-how- und Technologievorsprung streitig machen könnte.

Was schätzen Sie an dem Produktionsstandort Deutschland – und wo sehen Sie die Herausforderungen?

Da fällt mir gleich einen ganze Reihe von Pluspunkten ein. Da hier kein Platz ist, um alle zu nennen, möchte ich drei besonders hervorheben. Erstens verfügen wir über eine hervorragende logistische Infrastruktur, so dass wir die Vorteile der Arbeitsteilung und des Wissenstranfers voll ausschöpfen können. Zweitens ist die Qualifikation der Arbeitnehmer immer noch überdurchschnittlich hoch, trotz des einsetzenden Fachkräftemangels. Drittens möchte ich natürlich auch gerade auf unseren Zielmarkt hinweisen. Denn nach wie vor ist der deutsche Maschinen- und Anlagenbau weltweit tonangebend. Auch wenn der internationale Wettbewerbsdruck unvermindert zunimmt.

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