Brückenkrane, Explosionsgeschütze Krane, Schwenkkrane

Bis heute viel bewegt

Mitte des 19. Jahrhunderts: Der Zeitgeist lässt aus ärmlichen Württemberger Bauern technische Tüftler werden. Nach und nach entsteht ein weit verbreitetes Nebenhandwerk – die Basis für die einsetzende Industrialisierung. Am Ende des 19. Jahrhunderts ist daraus eine konkurrenzfähige Industrie in Württemberg entstanden.
„Weißkittel“ am Brett: Technischer Zeichner bei Stahl Crane Systems im Jahr 1949.

In diese Zeit fällt die Entscheidung von Rafael Stahl, sich selbständig zu machen: 1876 gründet der Schlossermeister in Stuttgart eine Werkstatt für mechanische Haushaltsgeräte. Seine technischen Neuerungen verkaufen sich mit großem Erfolg, zielstrebig erweitert er daher die Produktion und sucht nach neuen Aufgaben. 1886 baut er in Stuttgart-Feuerbach die R. Stahl Rundstuhlfabrik und bietet fortan alles, was für die Trikotfabrikation vonnöten ist. In den 1890er Jahren ändert sich jedoch die Damenmode. Der Bedarf an Trikotstoffen geht zurück, die Fabrik muss aus Kostengründen zurück nach Stuttgart verlegt und verkleinert werden.

Erste Hebezeuge

Im Dezember 1899 stirbt der Firmengründer Rafael Stahl und die Herstellung der Rundwirkmaschinen wird eingestellt. Mittlerweile sind die Söhne Karl und Rafael in das Unternehmen eingestiegen – Karl macht sich als Kaufmann verdient, Rafael bringt als studierter Techniker seine Kenntnisse einer neuen Zeit und der jungen Generation mit ein. Seine große Begeisterung gilt Hebezeugen und Eisenkonstruktionen. 1893 konstruiert und baut er den ersten Handaufzug. Das aussichtsreiche Zeitalter der Fördertechnik beginnt.

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Die Begeisterung für die neuen Fabrikate und der Drang nach Innovationen verschaffen dem Unternehmen große Erfolge. Nachdem man 1897 den ersten elektrischen Aufzug herstellte, folgt 1898, im Todesjahr Otto Fürst von Bismarcks, der erste große, elektrische Laufkran mit einer Tragkraft von 12,5 Tonnen bei 11,5 Meter Spannweite. Die Geschäftslage verbessert sich deutlich, das Unternehmen wächst.

Ein neues Jahrhundert, eine neue Zeit: Die Elektrizität. 1908 nimmt das Unternehmen mutig die neue Paternoster-Technik ins Programm auf, die sich schnell großer Beliebtheit erfreut und in den folgenden Jahren zu einer Spezialität der Firma wird. Der Export von Aufzügen steigt. Mittlerweile ist auch der dritte Sohn des Firmengründers, Dr. Hugo Stahl im Unternehmen tätig. Zusammen mit Hermann Donandt entwickelt er den Elektrozug mit Drahtseil und Trommel, eine richtungweisende Innovation auf diesem Spezialgebiet. Nun können auch große Förderhöhen und hohe Hubgeschwindigkeiten erreicht werden. Der Grundstein für den großen Erfolg der neuen Elekrozug-Abteilung ist gelegt.

Die chemische Großindustrie, darunter BASF als Großkunde, fordert zudem elektrische Spezialgeräte für Aufzüge, Elektrozüge und Krane, die für Bereiche geeignet sind, in denen explosionsgefährliche Gase auftreten. Ab 1926 wird daher die Entwicklung explosionsgeschützter, elektrischer Befehls- und Steuergeräte konsequent und erfolgreich vorangetrieben. Jahrzehntelang bleibt das Unternehmen fast einziger Lieferant explosionsgeschützter elektrischer Hebezeuge in Deutschland.

Die Enkel des Gründers meistern die schwierigen Kriegsjahre und beginnen 1949 mit dem rasanten Ausbau des Unternehmens. Alle Produkte werden überarbeitet oder neu entwickelt. Neue, fortschrittliche explosionsgeschützte Schaltgeräte für Aufzugsanlagen entstehen.

Innovationen sichern den Erfolg

In den folgenden Jahren entwickelt sich Stahl Crane Systems zu einem der größten Aufzugsbauer und zu einem führenden Hersteller von Seil- und Kettenzügen. Mit bahnbrechenden Entwicklungen betritt das Unternehmen den Markt für explosionsgeschützte Betriebsmittel und steigt auch in diesem Bereich rasch zu einem Marktführer auf. Mit technisch ausgeklügelten Weltneuheiten kann Stahl Crane Systems den Ruf des Branchenvorreiters erringen, den es bis heute hält. Vom ersten tragbaren, elektrischen Kleinstkettenzug Elektus aus dem Jahre 1950 bis hin zu den aktuellen Entwicklungen wie dem Doppelkettenzug mit variablem Hakenabstand – Stahl Crane Systems schafft es immer wieder neue Maßstäbe zu setzen.

Bereits 1964 ermöglicht das erste Normkran-Programm beinahe unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten der Baugruppen für individuelle Hebezeuglösungen und für die rationelle Produktion auf einem hohen Qualitätsniveau. Hieraus entsteht das heute weltweit größte, lückenlose Sortiment an Hebetechnik, Fahrtechnik und Steuertechnik.
Heute gilt das Unternehmen Stahl Crane Systems als einer der bedeutendsten Hersteller qualitativ hochwertiger Krankomponenten für Standard- und Spezialanwendungen. Im Bereich explosionsgeschützter Krantechnik führt das Unternehmen seit langem den Weltmarkt an. International aufgestellt, beschäftigt es derzeit 360 Mitarbeiter an seinem Hauptsitz in Künzelsau. Über ein engmaschiges Netz aus zwölf Tochtergesellschaften und zahlreichen Kranbau-Partnern beliefert Stahl Crane Systems Kunden auf der ganzen Welt. Auch 130 Jahre nach der Firmengründung des Tüftlers Rafael Stahl prägen gelungene Neuentwicklungen das Image der Marke: Spezialkonstruktionen wie das Twin-Drive-Concept zum Transport feuerflüssiger Massen oder die Super-Kurze-Katze für besonders niedrige Produktionsräume – den Mut zu Innovationen hat sich das Unternehmen bis heute bewahrt. ms

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