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Automatik-Verstellsysteme, Hydraulische Dämpfer, Hydraulische Türfeststeller, Hydropneumatische GasfedernUnterwegs in neue Märkte

Ob Automobil-Industrie, Möbelbau oder Medizintechnik – die Gasfedern von Stabilus finden sich heute in fast allen Branchen. Vor wenigen Wochen beging das inzwischen zum Global Player aufgestiegene Unternehmen sein 75-jähriges Firmenjubiläum. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker beschreibt die wichtigsten Etappen in der Geschichte des Herstellers.

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Märkte + Unternehmen: Unterwegs in neue Märkte

„Stabilus Gasfedern stellen einen Industriestandard dar. Diese Produkte immer weiter zu verbessern, die Produktivität kontinuierlich zu steigern und neue Anwendungsgebiete zu erschließen, sind ebenso entscheidende Kriterien für den Fortschritt des Unternehmens wie die weltweit hohe Qualifikation unserer Mitarbeiter“, mit diesem Worten beschreibt Dr. Stephan Kessel, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Stabilus, die Erfolgsfaktoren des Koblenzer Unternehmens.

Um es vorweg zu nehmen: Die Firmengeschichte von Stabilus ist trotz aller historischer Widrigkeiten eine richtige unternehmerische Erfolgsstory. Ihren Anfang nahm sie vor genau 75 Jahren, als der deutsche Kaufmann Rudolf Spaeter die Stabilus Industrie- und Handels-Gesellschaft ins Leben rief. Deren Anliegen war zunächst der Vertrieb von Hydraulik-Stoßdämpfern. Dabei muss man wissen, dass gerade diesen Fahrwerkskomponenten seinerzeit große Bedeutung zufiel, weil die Qualität der damaligen Straßen alles andere als ein automobiles Vergnügen ermöglichte.

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Der Blick auf die Ursprünge des Unternehmens macht zugleich deutlich, dass die Entwicklung von Stabilus immer auch ein gutes Stück Automobilgeschichte ist – bis heute. Aber wir wollen nicht vorgreifen. Deshalb noch Mal zurück ins Jahr 1934.

Die frisch gebackene Handelsgesellschaft lässt es nicht beim Handel allein. Unmittelbar nach seiner Gründung beschäftigt sich das Unternehmen mit der technischen Verbesserung und Weiterentwicklung der gehandelten Produkte. Noch im Jahr der Gründung beschreibt die schon damals überaus populäre Automobiltechnische Zeitschrift ATZ (einige unter Ihnen werden es wissen: die gibt es bis heute!) ein neues Bauteil mit der Bezeichnung Stabilisator Stabilus. Und schon ein Jahr darauf wird dieses Produkt im damaligen Automobil-Handbuch in seiner technischen Funktion ausführlich vorgestellt.

Frühe automobile Erfolge

Damit war die Entwicklung aus Koblenz in die automobilen Fachkreise Deutschlands eingeführt und es dauerte nicht mehr allzu lange, bis sie als Serienteil in den Fahrzeugen der Marken Daimler-Benz, Maybach, Auto-Union, Opel und Ford verbaut wurde. Dieser Anfangserfolg legte den entscheidenden Grundstein für den weiteren Aufstieg des Unternehmens.

Die zunehmende Nachfrage nach den Stoßdämpfern von Stabilus ließ die Zahl der Mitarbeiter bis 1942 schnell auf 250 wachsen. Einen mächtigen Dämpfer erhielt die Erfolgsgeschichte dann erst durch die während des Dritten Reichs aufgezwungene Umstellung auf Kriegswirtschaft und die massiven Zerstörungen der Jahre 1944/45.

Über das Kriegsende hinaus hat die Stabilus GmbH jedoch Bestand. Schon im Jahr 1946 nimmt sie die Produktion von Stoßdämpfern wieder auf. Über die Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders hinweg beschreitet das Unternehmen einen kontinuierlichen und eindrucksvollen Wachstumspfad. Er ist geprägt von steter Firmenexpansion und wegweisenden Produktinnovationen. Als technologischer Meilenstein zu sehen, ist dabei die Entwicklung der hydropneumatischen Verstellelemente, die 1962 dann erstmals als Lift-O-Mat Gasfedern in industrieller Großserie gefertigt werden.

Die Innovationskraft der Konstrukteure und Entwicklungsingenieure von Stabilus ist jedoch nur ein Erfolgsfaktor der Firmengeschichte. Große Bedeutung haben auch permanente Produktivitätsoptimierungen mit Hilfe neuer Fertigungsverfahren und -methoden. Und auch die frühe internationale Ausrichtung des Unternehmens ist von erheblicher Relevanz: Schon 1972 beginnt Stabilus mit seiner Produktion in den USA.

Heute arbeiten bei Stabilus weltweit mehr als 3.300 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat seinen Stammsitz nach wie vor in Koblenz am Deutschen Eck, ist aber inzwischen auf fünf Kontinenten präsent. Im Geschäftsjahr 2007/2008 erzielte es einen Umsatz von 385 Millionen Euro.

Im Bereich der Gasfedern ist Stabilus unangefochtener Markt- und Technologieführer. Zentrale Produktgruppen wie Lift-O-Mat, Bloc-O-Lift oder Stab-O-Bloc sind technischen Einkäufern und Konstrukteuren heute ebenso ein Begriff wie die Hydraulik-Dämpfer der Baureihe Stab-O-Shoc oder auch die elektromechanischen Heck- und Kofferraumklappen der Powerise-Gruppe sowie der hydraulische Türfeststeller Dorstop, der in immer mehr Automobilen zum Einsatz kommt.

Neue Märkte, neue Anwendungen

Seit dem vergangenen Jahr gehört Stabilus zur US-Beteiligungsgesellschaft Paine & Partners, die dem Unternehmen die weitere strategische Expansion ermöglicht. Was das konkret bedeutet, konnte man in den letzten Monaten sehr genau beobachten: Stabilus übernahm vom Wettbewerber Suspa den Gasfederbereich für Drehstühle und erwarb schon kurz darauf die Mehrheitsanteile an der schweizerischen Linrot Holding, einem Hersteller von Linear- und Rotationsantrieben.

Durch diese Übernahmen hat Stabilus seine Position am Weltmarkt ganz erheblich gestärkt. Außerdem hat es sich so mit zusätzlichen Technologie-Kompetenzen ausgestattet, die zum Teil weit über die bisherigen Anwendungsdomänen der hydropneumatischen Gasfedern hinausreichen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Stephan Kessel bringt es schließlich auf den Punkt: „Die Zukäufe ermöglichen es uns, das Industriegeschäft auszubauen und durch den Eintritt in den Markt der elektrischen Verstellantriebe ein neues Zeitalter in der Stabilus-Geschichte einzuläuten.“

Michael Stöcker

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