Antriebstechnik, Gleitlager, Gussprodukte, Maschinenbauelemente, Stahlprofile

Kontinuität über Jahrhunderte

Die Zollern Gruppe ist das älteste Familienunternehmen in Baden-Württemberg und steht besser denn je da. Im Juni dieses Jahres feiert es seinen 300. Geburtstag.
Maschinen am Fluss: Das Zollern Hüttenwerk im Lauchthal
Stets im Besitz des Hauses Hohenzollern hat es drei Jahrhunderte Aufstiege und
Niederlagen, Revolutionen und Kriege
überstanden sowie wirtschaftliche Umbrüche gemeistert. Und dabei immer wieder Innovationen entwickelt und umgesetzt.

Wir schreiben das Jahr 1708. Eine Flotte mit einer 5.000 Mann starken Invasionsarmee des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. ergreift bei Schottland die Flucht vor britischen Kriegsschiffen, und in Ostpreußen bricht die Pest aus. Im gleichen Jahr gelingt es Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus in Meißen Porzellan anzufertigen – erstmals in Europa. Und während in London die mächtige Saint Pauls Cathedral fertiggestellt wird, nimmt im Laucherthal ganz in der Nähe des Städtchens Sigmaringen ein Hüttenwerk die Arbeit auf, aus im Laufe der folgenden Jahrhunderte die Zollern Gruppe entstehen wird. Erstmals wurde im Sommer 1708 angeblasen; befeuert wurde damals mit Holzkohle, was der seinerzeit recht dicht bewaldeten schwäbischen Alb nicht allzu gut bekam. Die Neuzeit hatte noch nicht richtig begonnen, die Industrielle Revolution brauchte noch ganze 150 Jahre Zeit, bis sie ihre Kräfte voll entfalten konnte. Und weder Goethe, Kant noch Schiller hatten das Licht der Welt erblickt. Es fehlten noch gut 68 Jahre bis zur Erklärung der politischen Unabhängigkeit im neuen Amerika und die Revolution im benachbarten Frankreich ließ noch immerhin 81 Jahre auf sich warten. Allerdings: „Schon damals gab es Krisen und Umbrüche, sicher die erste als es darum ging, das Werk von Holzkohle auf Koks umzustellen“, berichtet Karl Friedrich Erbprinz von Hohenzollern zur Geschichte des Unternehmens.

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Krisen bewältigt

Überstanden wurde freilich nicht allein dieser Umbruch. Es gab weitere Krisen und Veränderungen bereits im 19. Jahrhundert, als die Verhüttung aufgegeben und die Produktion auf die Metallverbreitung umgeschwenkt wurde. „Es folgten die Weltkriege und das deutsche Wirtschaftswunder und schließlich wieder Rezession und Umbruch“, so erzählt Prinz Hohenzollern weiter. „Schlussend- lich war es aber die Freude am Erhalten und Weiterentwickeln sowie besonders die Verantwortung für die Region und die Mitarbeiter, die das Haus Hohenzollern bis heute dazu veranlassten, dem Unternehmen treu zu bleiben.“ Nur eine einzige Änderung erfuhr der Gesellschafterkreis: Nach gut 280 Jahren wurde als Partner und Mitgesellschafter der Unternehmer Dr. Adolf Merkle aufgenommen. „Dr. Merkle verfolgt die gleiche langfristige Strategie wie das Haus Hohenzollern“, sagt der Erbprinz. Erst sehr spät im Leben des Unternehmens begann Zollern die schwäbische Provinz zu verlassen und zu einer bedeutenden, auch international aufgestellten Firmengruppe heran zu wachsen.

Allein in den letzten fünf Jahren hat sich der Umsatz etwa verdoppelt. Das Unternehmen verfügt heute über fünf große Geschäftsbereiche, die ihre Produkte weltweit an rund 3.500 Kunden in ganz unterschiedlichen Branchen liefern. Produziert werden Stahlprofile, Feinguss-, Sandguss- und Maskengussformen sowie Maschinenbauelemente. Außerdem werden Hochpräzisionsprodukte für die Antriebs- und die Gleitlagertechnik hergestellt.

Bei alledem ist der Unternehmens- claim Zollern bewegt kein hohler Satz, sondern tägliche Wirklichkeit, denn kaum ein Getriebe und kaum ein Hochleistungsmotor kommt ohne die Zulieferung von Spezialbauteilen aus dem Hause Zollern aus. „Wir liefern zum Beispiel für Windkrafträder, hochkomplexe Turbomotoren, und Turbinen“, sagt Dr. Horst-Michael Holzbaur, der nach 15 Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit in den Beirat von Zollern wechselt und seinem Nachfolger Dr. Klaus F. Erkes ein wohl bestelltes Haus übergibt. ms

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