Antriebstechnik

Am Erfolg genäht

Stolz stehen im August 1986 die Mitarbeiter der damaligen Alpha Getriebebau (heute: Wittenstein Alpha) hinter ihrem 10.000sten hochpräzisen Planetengetriebe der SP-Baureihe. Das war ein Meilenstein: Für das noch junge Unternehmen, das erst im Jahr 1984 gegründet wurde, für die Mitarbeiter, deren Erfahrung noch Jahre zuvor im Bereich des Näh- und Sondermaschinenbaus gebraucht wurde und für Manfred Wittenstein, der auf der Suche nach geeigneten Produkten mit Alleinstellungs- merkmalen schnell die Marktchancen erkannt hatte.


Vor 60 Jahren gründeten die Unternehmer Walter Wittenstein und Bruno Dähn in Steinheim bei Heidenheim die Firma Dewitta. Schwerpunkt des kleinen Unternehmens war – auf geliehenen Gerätschaften – die Herstellung einer Doppelkettenstichmaschine zum Nähen von Handschuhen. Das Unternehmen florierte und produzierte für das Inland und Ausland. Ende der 70er Jahre übernahm der studierte Wirtschaftsingenieur Manfred Wittenstein den elterlichen Betrieb mit 50 Mitarbeitern. Doch die Gesellschaft hatte sich gewandelt und mit ihr die Damenmode. Ihm stellte sich die Frage: Was tun, wenn immer weniger Damen Handschuhe tragen und die Nähmaschinen dafür nicht mehr gebraucht werden? Die Antwort: Das technische Know-how der Mitarbeiter nutzen, andere Wege suchen und mutig sein.

Wittenstein setzt sämtliche finanziellen Reserven ein, um ein spielarmes Planetengetriebe zu entwickeln, das einen höchstpräzisen und damit punktgenauen Antrieb von Maschinen erlaubt. 1983 wird die Erfindung auf der Hannover Messe präsentiert und gewinnt erste Kunden. Ein zweites Standbein ist gefunden. Grund genug in Kooperation mit dem Fellbacher Unternehmen Bastian in Igersheim eine eigenständige Firma, die Alpha Getriebebau, zu gründen. Das war vor 25 Jahren.

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Stete Entwicklung

Der Erfolg bleibt nicht aus. Die Firmengebäude werden um die Montage, das Lager und das neue Bürogebäude erweitert. Auch die Mitarbeiterzahl steigt ständig, erstmals werden in großer Zahl Techniker und Ingenieure eingestellt. Durch permanentes Entwickeln und Verbessern sowie innovative Produktionsverfahren und Montagelösungen bleibt das Unternehmen dauerhaft in der Erfolgsspur. 1987 bringt das Unternehmen mit dem SPF das weltweit erste Planetengetriebe mit konischer Verzahnung auf den Markt. Jährlich zweistellige Umsatzzuwächse in dieser Zeit bringen Manfred Wittenstein und seinen Mitarbeitern die Gewissheit, sich richtig für die Antriebstechnik entschieden zu haben. 1990 endet die Ära der Dewitta-Nähmaschinen. Das gesamte Produktprogramm wird mit allen Ersatzteilen, Fräsmaschinen und Vorrichtungen verkauft.

Die Igersheimer etablieren sich durch die Alleinstellungsmerkmale ihrer Produkte. 1992 kommt mit Synchrobox das weltweit erste spielarme Planetengetriebe, das in eine Zahnriemenscheibe integriert ist, auf den Markt. Das weltweit erste Flanschgetriebe baut Alpha bereits ein Jahr später. 1997 entsteht das EPM. Es handelt sich dabei um den weltweit ersten hochkompakten Roomless-Aufzugsantrieb mit integriertem spielarmem Planetengetriebe und Motor. Wichtig und wegweisend ist auch, was im Jahr 2000 als Softwaretool auf den Markt kommt: Mit Cymex entwickelt das Unternehmen die erste Software, mit der Kunden aus mehreren notwendigen Komponenten den jeweils optimalen Antriebsstrang für individuelle Anwendungen zusammenstellen können. Im Jahr 2004 setzt das Unternehmen gleich mehrere Highlights für die gesamte Branche: SP+, das erfolgreichste Planetengetriebe der Welt, geht in die dritte Generation und Alpheno IQ wird präsentiert, vom Hersteller als das weltweit erste „fühlende“ Planetengetriebe bezeichnet. Und schließlich kommt im gleichen Jahr auch das erste Servo-Hohlwellengetriebe HG+ zu den Kunden, das Kegelrad und Schnecke in einem Gehäuse vereinigt.

Im Jahr 2009 reagiert Wittenstein mit der Neu-Konzeption von Schneckengetrieben auf die Anforderungen des Marktes. Die neuen Schneckengetriebe erfüllen alle Anforderungen an eine echte Servoanwendung. Insbesondere die sonst bei Schneckengetrieben übliche Zunahme des Verdrehflankenspiels über die gesamte Lebensdauer ist durch die Optimierung der speziellen Hohlflankenverzahnung auf ein definiertes Minimum reduziert. So eignet sich das neue Schneckengetriebe V-Drive+ für alle gängigen Servoapplikationen mit hohen Anforderungen an Präzision und Dynamik. Außerdem steht als wirtschaftliche Alternative hierzu die Baureihe V-Drive Economy mit einem Verdrehflankenspiel < 8 arcmin zur Verfügung. Auch diese Getriebefamilie verwendet das Prinzip der Hohlflankenverzahnung, die die Übertragung hoher Drehmomente bei gleichzeitig hohem Wirkungsgrad garantiert.

Keimzelle Mutter

Seit 1984 ist das Igersheimer High-Tech-Unternehmen überall dort zu finden, wo präzise angetrieben, gesteuert und geregelt werden muss. Und rückblickend ist seine Erfolgsgeschichte die Keimzelle der Erfolgsgeschichte seiner Mutter, der Wittenstein Gruppe, die heute mehr als 1.300 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Alle weiteren Unternehmensbereiche entstanden rund um die Wittenstein Alpha GmbH, wie der Unternehmensbereich seit 2008 heißt. Sie hält bis heute den größten Anteil am Umsatz der Unternehmensgruppe. Ihre Mitarbeiter beschäftigen sich mittlerweile nicht nur – wie anfangs – mit Forschung, Entwicklung, Konstruktion und Vertrieb von hochpräzisen spielarmen Planetengetrieben, sondern darüber hinaus auch mit „Spezialitäten“ wie Servo-Winkelgetrieben und mit kompletten mechanischen Antriebssystemen.
Evelin Eitelmann

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