Das Fußball-WM-Land in Zahlen

Brasilien und Deutschland: Starke Partner

Bei der Fußballweltmeisterschaft sind Brasilien und Deutschland Konkurrenten um den Titel. Wirtschaftlich sind beide Länder allerdings Partner und füreinander wichtige Handelspartner. Deutschland exportierte 2013 beispielsweise Waren für rund 11 Milliarden Euro in das südamerikanische Land.

Das Wahrzeichen Rio de Janeiros: Die Christus-Statue auf dem 710 Meter hohen Corcovado ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Südamerika. Foto: Karin Faulstroh

Brasilien ist mit 8,547 Mio. Quadratkilometern das fünftgrößte Land der Erde mit der fünftgrößten Bevölkerung (201 Mio.). Es ist ein junges Land mit einer wachsenden Bevölkerung. Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika. Der bilaterale Außenhandel hat sich über beide Jahrzehnte in beide Richtungen positiv entwickelt mit einem zeitweisen Rückgang im Zuge der Wirtschafts- und Währungskrise. Zuletzt hat die Dynamik aber nachgelassen. Die deutschen Exporte nach Brasilien betrugen 2013 ca. 11,4 Mrd. Euro (-2,7% ggü. 2012). Die Einfuhren Deutschlands aus Brasilien waren 2013 mit 9 Mrd. Euro 16% niedriger als im Vorjahr. Brasilien lag damit 2013 als Abnehmer deutscher Waren auf Platz 20 und als Lieferland auf Platz 23. Das Jahr 2013 brachte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen deutschen Handelsbilanzüberschuss von 2,5 Mrd. Euro (die deutschen und brasilianischen statistischen Angaben unterscheiden sich z.T. nicht unerheblich wegen des sog. "Rotterdam-Effekts").

Brasilien exportiert nach Deutschland vor allem Eisenerz, Soja und Sojaprodukte, Kaffee und Kaffeeprodukte, Kfz-Teile, Zivilflugzeuge, Maschinen, Fleisch, Kupfer und Rohöl. Bei den brasilianischen Importen aus Deutschland dominieren Maschinen, Autos und Autoteile, chemische Grundstoffe, pharmazeutische Produkte, Elektrotechnik und Metallwaren.

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Im Jahr 2013 flossen deutsche Direktinvestitionen in Höhe von geschätzt 2,2 Mrd. USD nach Brasilien; insgesamt beläuft sich der Bestand der deutschen Direktinvestitionen unter Einschluss von Reinvestitionen auf über 27 Mrd. USD. In Brasilien beschäftigen über 1.300 deutsch-brasilianische Unternehmen ca. 250.000 Menschen. São Paulo ist mit ca. 900 deutsch-brasilianischen Unternehmen einer der großen Standorte der deutschen Wirtschaft weltweit. Brasilianische Direktinvestitionen in Deutschland waren bisher nur in bescheidenem Umfang zu verzeichnen. Die massive Präsenz deutscher Unternehmen in Brasilien und ihre Waren-/Güterproduktion im Lande erklären auch, warum das bilaterale Handelsvolumen nicht noch höher ausfällt.

Die deutsche Außenwirtschaft verfügt in Brasilien über deutsch-brasilianische Industrie- und Handelskammern mit Sitz in São Paulo, Rio de Janeiro und Porto Alegre sowie über einen Korrespondenten der Germany Trade and Invest (gtai) in São Paulo. Die Außenhandelskammern stellen umfangreiches Informationsmaterial für deutsche Exporteure und Investoren bereit, u. a. die Broschüren "Exporthandbuch Brasilien", "Investitionshandbuch Brasilien" sowie "Fit4Brazil" und stehen für jegliche investitionsbezogenen Auskünfte zur Verfügung.

Zur Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen finden jährlich deutsch-brasilianische Wirtschaftstage mit Unternehmertreffen statt. Sie werden durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und den Brasilianischen Industrieverband (Confederação Nacional da Indústria - CNI) organisiert. Damit verbunden tagt die Deutsch-Brasilianische Gemischte Kommission für Wirtschaftliche Zusammenarbeit. Die 31. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage fanden vom 12.-14. Mai 2013 in Sao Paulo statt und standen unter der Überschrift "Deutsch Brasilianische Kooperation zur Förderung von Wettbewerbsfähigkeit" und verzeichneten mit über 2.000 Teilnehmern einen Besucherrekord. Höhepunkt der Veranstaltung waren die Reden von Bundespräsident Joachim Gauck und Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Die 32. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage werden am 1./2. September 2014 in Hamburg stattfinden. Sowohl bei den Wirtschaftstagen als auch bei diversen Auslandsmessen ist ein steigendes brasilianisches Interesse an deutschen Technologien für Zukunftsthemen wie u. a. Transport, Infrastruktur, urbane Entwicklung, Gesundheit, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz zu beobachten. jg

Quelle: Auswärtiges Amt

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