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ComVac-Aussteller zeigen Energieeffizienz-Lösungen für Druckluftanlagen

Wer Druckluft erzeugt, erhält als Abfallprodukt Wärme. Diese Energie kann man über das Hallendach entweichen lassen oder sinnvoll im Unternehmen nutzen: zur Unterstützung der Hallenheizung, um Duschwasser vorzuwärmen oder Prozessenergie bereitzustellen. Die Wärmerückgewinnung funktioniert mit luft- und wassergekühlten Kom¬pressoren, ob öleingespritzt oder trocken laufend. Eine vorausgehende Bestandsaufnahme im Rahmen eines Konzepts zum Energiemanagement verschafft Klarheit, was sich lohnt.

Die beim Verdichten eingesetzte Energie kann je nach Anwendung zu über 90 Prozent in Form von Wärme zurückgewonnen und genutzt werden. Fast alle Anbieter von Kompressoren und Drucklufttechnik haben entsprechende Systeme im Angebot und zeigen diese auf der ComVac, der internationalen Leitmesse der Druckluft- und Vakuumtechnik, im Rahmen der Hannover Messe 2011 (4. bis 8. April). Die ComVac wird damit zum Anlaufpunkt für jeden, der die Energieeffizienz-Potenziale seiner Druckluftanlagen heben will.

Die Wärmerückgewinnung lohnt sich auch für kleinere Industriebetriebe. Schon bei rund 1 000 Betriebsstunden pro Jahr können Anwender mit einem 15-Kilowatt-Verdichter jährlich bereits rund 790 Euro Heizöl- oder etwa 740 Euro Erdgaskosten einsparen, verspricht Erwin Ruppelt, Leiter Projektingenieure der Coburger Kaeser Kompressoren GmbH. Natürlich müssen sie die Kompressorabwärme auch nutzen und dadurch weniger Heizöl oder Erdgas verbrauchen. Nebenbei werde die Umwelt um rund 4,8 beziehungsweise 3,8 Tonnen Kohlendioxid entlastet.

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Voraussetzung für die Wärmerückgewinnung ist, dass die Wärme benötigt und verwendet wird und andere Formen der Energieerzeugung zumindest teilweise ersetzt werden. Gut eignen sich zum Beispiel Betriebsduschen, weil das ganze Jahr über warmes Duschwasser benötigt wird. Aber auch Hallenheizungen lassen sich sehr einfach durch Kompressoren unterstützen. Besonders sinnvoll ist ferner die Bereitstellung von Prozesswärme etwa zum Aufheizen von Spritzgießwerkzeugen oder um Flüssigkeiten und Gase in der Verfahrenstechnik zu erwärmen.

Gerätetechnischer Aufwand gering, Nachrüstung ist möglich

Vor allem bei den weit verbreiteten Schraubenkompressoren lässt sich die Wärme meist ohne großen Aufwand zurückgewinnen. So kann beispielsweise bei luftgekühlten Anlagen die warme Abluft über Kanäle direkt in die zu beheizende Halle geführt werden. Einzige Voraussetzung: Der Weg der Abluft vom Kompressor zum Einsatzort sollte möglichst kurz sein. Aber auch die Erwärmung von Dusch- oder Prozesswasser ist nicht wirklich aufwändig: Es muss nur ein Wärmetauscher angeschlossen werden. Die Wärmerückgewinnung ist übrigens unabhängig von der Arbeitsweise des Schraubenkompressors ob öleingespritzt oder trocken verdichtend.

Systeme zur Wärmerückgewinnung lassen sich am einfachsten direkt beim Aufbau einer Druckluftstation mit einplanen. Doch insbesondere bei Schraubenkompressoren sei das nachträglich auch kein Problem, sagt Jens Bremer, Abteilungsleiter Service bei der Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH in Essen. Das Unternehmen bietet entsprechende Beistellgeräte an, die beispielsweise bei einem öleingespritzten Verdichter an den Ölkreislauf angeschlossen werden und über einen Wärmetauscher die Energie abführen. Die Nachrüstung hat auch den Vorteil, dass bei einem Verdichtertausch das Wärmerückgewinnungssystem nicht überarbeitet werden muss, erklärt Bremer. Solche Beistell-Systeme sind Plug&Play-Lösungen, die sich ohne Eingriff in die Kompressorensteuerung und damit herstellerunabhängig einsetzen lassen.

Anlagen zur Wärmerückgewinnung lohnen sich schon ab etwa zehn bis 15 kW installierter Leistung, meinen die befragten Experten. Die Anbieter können das anhand der Daten aus der Kompressorensteuerung oder auf Basis einer Bedarfsmessung und -analyse auch genau berechnen. Damit verbunden ist dann sinnvollerweise eine Gesamtbetrachtung der Energieströme sowohl hinsichtlich der Druckluft als auch der Wärme im Rahmen eines Energie- und Umweltmanagements. So lassen sich Einsparpotenziale und Synergien weitestgehend erfassen und nutzbar machen. Erfahrungswerte zeigen, dass sich die Investitionen in Anlagen zur Wärmerückgewinnung zum Teil schon nach wenigen Monaten rechnen.

Besucher der ComVac können sich im Eco-Park umfassend zum Thema Energieeffizienz informieren also auch zu Möglichkeiten, die über die Wärmerückgewinnung hinausgehen. Der Eco-Park ist ein Pilotprojekt der Deutschen Messe AG als Veranstalterin sowie des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA). lg

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