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Mehr Effizienz beim Digital Prototyping

Mitte März 2009 stellte Autodesk seine Produktgeneration 2010 in München der versammelten Fachpresse vor. Das Fundament seiner Strategie für die Fertigungsindustrie ist die 3D-CAD-Software Inventor, deren installierte Basis im letzten Fiskaljahr um 94.000 Installationen beziehungsweise 12 Prozent wuchs, so ein Firmensprecher. Die bemerkenswerteste Inventor-Neuigkeit in diesem Jahr ist eine durchgängige Lösung für die Entwicklung von Kunststoff-Spritzgussteilen.
Insbesondere bei der Konstruktion von Spritzgussteilen bietet der Inventor wesentlich mehr Flexibilität als bisher.

Außerdem haben die Inventor-Pakete neue Namen erhalten. Das bisherige Produkt Autodesk Inventor Suite heißt jetzt AutoCAD Inventor Suite. Der neue Name soll die Inhalte der Pakete erkennen lassen, denn das Paket enthält sowohl Inventor als auch AutoCAD, aktuell AutoCAD Mechanical 2010.

Mit Hilfe der neuen Mehrkörper-Modellierung kann der Konstrukteur in der Bauteilumgebung jetzt auch mit einem Bauteil arbeiten, das aus mehreren Einzelvolumina besteht. Diese ist insbesondere bei der Konstruktion von Spritzgussteilen von Vorteil und bietet wesentlich mehr Flexibilität als bisher. Als Beispiel wird die Modellierung eines Kunststoffgehäuses als Ganzes genannt, die nachfolgende Aufteilung an der Trennebene und schließlich die Modellierung von spezifischen Kunststoff-Formelementen wie Schnappverbindungen, Gitter, Verstärkungsrippen, Domen und Absätzen für Verschraubungen.

Die Erzeugung dieser Formelemente wird durch so genannte Komplexfunktionen – auch Wizzards oder Assistenten genannt – unterstützt, die nach Definition der Geometrieparameter das Element automatisch generieren. Diese neue Inventor-Version hat Autodesk mit Simulationsfunktionen aus der Software Moldflow Part Advisor, speziellen Funktionen für den Formenbau und Normalienbibliotheken im Paket »AutoCAD Inventor Tooling Suite« als Gesamtlösung für Hersteller von Kunststoff-Spritzgussteilen zusammengestellt.

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Viele nützliche Anwendungsmöglichkeiten können jetzt mit der Funktion »Hüllmodell« (Shrink Wrap) erschlossen werden. Damit ist der Anwender in der Lage, von einer Baugruppe entweder eine reine Flächenhülle zu erzeugen oder sie zu einem einzigen Volumenkörper zu verschmelzen. Er kann aber auch Zwischenstufen wählen und mehr oder weniger detailliert Teile der Baugruppe darstellen oder vereinfachen, beispielsweise datenintensive Verrundungen unterdrücken.

Als Ergebnis erhält der Anwender eine reduzierte Datenmenge, so dass die Handhabung von großen Baugruppen beziehungsweise Baugruppen mit vielen Bauteilen und die Leistungsfähigkeit der gesamten Anwendung verbessert werden. Beispielsweise benötigt ein Fabrikplaner, der lediglich die Anordnung von Maschinen festlegen muss, lediglich das Hüllmodell einer Maschine. Im Hinblick auf den Schutz des geistigen Eigentums kann diese neue Hüllmodell-Funktion sicherstellen, dass externe Empfänger der Daten nur die notwendigen äußeren Geometrien erhalten und nichts über das Innenleben einer Baugruppe oder einer Komponente erfahren. Folglich bleibt das Know-how des Herstellers geschützt.

Die Blechkonstruktion ist schon seit langem eine Domäne der Inventor-Lösung, wobei dieses Modul nun durch eine Reihe neuer Funktionen erweitert wurde. Bisher hat Inventor nur die Bearbeitung von Blech durch Schneiden und Biegen beziehungsweise Kanten zugelassen. Die neue Version erlaubt jetzt eine Verformung durch Tiefziehen und Profilrollen. Außerdem sind in der Version 2010 eine Bearbeitung der Abwicklung und ein anschließendes Zurückfalten, mit Wiedergabe der realistischen Verformungen des bearbeiteten Bleches, möglich.

Eine neue Funktion »Übergangsflansch« (Lofted Flange) erzeugt eine Übergangsfläche zwischen zwei unterschiedlichen Formen wie sie etwa beim Übergang von einem rechteckigen auf einen kreisförmigen Rohrquerschnitt in der Lüftungstechnik benötigt wird. Inventor liefert die Ausgabedaten der Übergangsfläche so, dass sie entweder durch Tiefziehen oder Abkanten erzeugt werden kann. Dieses wird als Besonderheit hervorgehoben.

Als Weiteres wurde die Kopplung zwischen der Alias-Software und Inventor optimiert. Bisher war lediglich eine reine Importfunktion für Alias-Modelle in der Inventor-Lösung enthalten. Mit der Version 2010 wurde eine assoziative Verbindung realisiert. Dadurch erhält der Inventor-Konstrukteur einen Hinweis, wenn bei einem betreffenden Alias-Modell Änderung vorgenommen wurden. Mit Hilfe eines Assistenten kann er die Vorgängerversionen mit der neuen Version des Modells vergleichen und mit Unterstützung des Assistenten die Änderungen in der Inventor-Konstruktion nachvollziehen, statt ganz von vorne beginnen zu müssen.

Das Inventor-Professional-Paket umfasste bisher ein FEM-Modul für die Analyse von Bauteilen. In Inventor-Professional 2010 ist jetzt eine deutlich leistungsfähigere FEM-Software enthalten, die sowohl die Analyse von Einzelkomponenten als auch von Baugruppen ermöglicht. Sie erlaubt eine automatische Optimierung nach mehreren Parametern, zum Beispiel Breite, Höhe und Anzahl von Rippen, sowie die Ermittlung einer optimalen Lösung mit minimaler Spannung. Die gefundenen Parameter aus der Analyse können schließlich dazu dienen, die endgültige und optimale Geometrie zu generieren.

Eine neue Layout-Methode unterstützt den Entwurf von Komponenten und Konfigurationen in 2D-Skizzen. Wenn dann die Skizzenelemente in 3D-Modelle und Baugruppen überführt werden, bleibt die Assoziativität zwischen Layout und Komponenten erhalten. Die Skizzenelemente können für kinematische Simulationen verwendet werden und dienen als Platzhalter für modellierte Teile. Skizzierte Blöcke aus DWG-Dateien kann der Anwender jetzt in Inventor als Blöcke übernehmen und beispielsweise für die dynamische Simulation verwenden. Das hilft beim effizienten Aufbau von Baugruppen für die dynamische Simulation. -fr-

Autodesk GmbH, München Tel. 0180/5 22 59 59, http://www.autodesk.de

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