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iMechX: Wissensbasierende Konstruktionskataloge für CATIA V5

Die Teilewiederverwendung, die Standardisierung und die Automatisierung von wiederkehrenden Arbeiten sind mögliche Maßnahmen, um die hochgesteckten Ziele der deutschen Fertigungsindustrie – wie Zeit- und Kostenreduktion, Qualitätssteigerung und auch ein erhöhtes Innova- tionstempo – zu erreichen.
Bild 1 zeigt die Aufwandsdifferenz zwischen SuSi und einem Lizenzkauf unter der Annahme, dass die Serviceaufwände gleich sind.

CATIA V5 von Dassault Systèmes bietet dazu umfassende Unterstützung. Mit entsprechenden Konzepten für eine wissensbasierende Konstruktion lassen sich kundenspezifische Lösungen umsetzen, mit denen der Zeitaufwand für die CAD-Konstruktion erheblich reduziert werden kann. CATIA-Kunden erzielen in der Produkt- entwicklung dadurch teilweise Zeiteinsparungen von über 50 Prozent. Bei der Realisierung solcher Optimierungskonzepte muss auch die Verwendung von Wiederholteilen – das sind sowohl Eigenzeichnungs- als auch Norm-, Werknorm- und Katalogteile – berücksichtigt werden, denn sie gehört zur täglichen Arbeit eines Konstrukteurs, und das nicht nur im Maschinenbau. Um diese Konstruktionstätigkeiten zu erleichtern, hat Dassault Systèmes die Zusammenarbeit mit einem CAA-V5-Partner gesucht, der in CATIA integrierte Konstruktionskataloge als Bestandteil eines intelligentes Teilewiederverwendungskonzeptes entwickelt hat.

Die Essener CADBAS GmbH ist Anbieter von Lösungen im Bereich von Produkt-Informations-Management-Systemen (PIMS) und CAA-V5-Adopter von Dassault Systèmes. Lösungen von CADBAS sind flächendeckend bei einer Vielzahl von namhaften Firmen im Einsatz, unter anderem bei Homag, Scheidt & Bachmann sowie BMW. CADBAS bietet mit iMechX ein umfassendes Konzept zum Einsatz von wissensbasierenden (knowledge-based) Konstruktionskatalogen in unterschiedlichen Industriebranchen. Dabei werden nicht nur Tabellen und Regeln in parametrischen Modellen hinterlegt, sondern umfangreiche Produktinformationen verwaltet, mit geometrischen Modellen verknüpft und, wenn vorhanden, mit PDM- und ERP-Systemen zwingend gekoppelt und laufend abgeglichen. »iMechX wurde exklusiv für CATIA-V5-Anwender entwickelt, ergänzt das PLM-Lösungsangebot von Dassault Systèmes und ermöglicht erhebliche Zeiteinsparungen in der Konstruktion«, erläutert Daniel Nick, PLM Senior Consultant bei der Dassault Systèmes (Schweiz) AG. »Durch die Express-Konfiguration ist iMechX sofort innerhalb von CATIA mit oder ohne ENOVIA-SmarTeam-Kopplung einsatzbereit. Diese Lösung geht weit über die bekannten Standard-Normteilebibliotheken hinaus«. Außerdem sind auch Kopplungen zu anderen PDM-Lösungen wie ENOVIA VPLM, mySAP PLM und Teamcenter verfügbar.

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Enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ist die Grundlage des Erfolges

»Für diese Art von Anwendungsszenarien sind keine Produkte „von der Stange“ gefragt«, weiß Dr.-Ing. Andreas Lewandowski, Senior-PLM Consultant bei CADBAS, aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen zu berichten. »Bei größeren Unternehmen wird in enger Zusammenarbeit mit den Konstruktions- und Normenstellen eine firmenspezifische Lösung entwickelt und dann gemeinsam umgesetzt«. Aber auch bei kleineren Unternehmen gilt es in den gelieferten umfangreichen Norm- und Katalogbibliotheken die wirklich zu verwendenden Teile zu kennzeichnen und insbesondere die Eigenzeichnungsteile in die Auswahlsystematik einzubeziehen. Die erforderlichen Anpassungen in iMechX können nach einer entsprechenden Schulung vom Kunden selbst vorgenommen oder auch als Dienstleistung von CADBAS erworben werden.

Überraschend ist die Lizenzkostenfreiheit von iMechX, denn das betreffende Preismodell basiert auf dem Ansatz »Service und Software inklusive« und wird folglich SuSi genannt. Bei dem SuSi-Preismodell werden keine Lizenz-, Miet- oder Wartungskosten, sondern nur Dienstleistungen berechnet. CADBAS hat rund zwei Jahre Erfahrung mit dem SuSi-Preismodell und dadurch sehr engagierte und zufriedene Kunden, unter anderem die Unternehmen Faun, Vaillant und Homag.
»Wir haben erfahren müssen, dass in der Vergangenheit oft nur das Budget für Software vorhanden war, aber kein Geld mehr für die Schulung und den Service«, berichtet Dr.-Ing. Andreas Lewandowski. »Folglich wurde nur die Software von der Stange installiert aber nicht die integrierte Lösung angegangen, so dass teilweise kein besonders effizienter Einsatz realisiert wurde, obwohl ein viel höheres Nutzenpotenzial vorhanden war. Unser Ziel mit dem SuSi-Preismodell ist es, das verfügbare Nutzenpotenzial offen zu legen und mit dem Kunden Schritt für Schritt umzusetzen.« Bild 1 zeigt die Aufwandsdifferenz zwischen SuSi und einem Lizenzkauf unter der Annahme, dass Serviceaufwände gleich sind.

Auf Wunsch werden dazu zunächst firmenspezifische Workshops zur Gesamtplanung durchgeführt oder aber gemäß der Politik der kleinen Schritte die Lösung Stück für Stück eingeführt und ausgebaut. In beiden Fällen dient die iMechX-Software lediglich als Werkzeug und ist wie beim Handwerker nur Mittel zum Zweck. Entscheidend ist die Erfahrung des Anbieters im Umgang mit den Werkzeugen für die jeweiligen Aufgabenstellungen. Mit iMechX lassen sich beliebige Konstruktionsszenarien automatisieren. Lagerungen, Schraubenverbindungen, Welle-Nabenverbindungen inklusive Freistiche und Zentrierbohrungen sind Bestandteil des Lieferumfanges. iMechX liefert das Datenmodell zur Verwaltung der Metadaten, um die beliebigen Automatismen zu realisieren, ansonsten werden nur CATIA-Funktionen verwendet und von Anfang an native CATIA-Daten erzeugt. So bietet iMechX eine Plattform für eigene Konstruktionsszenarien und ein Portal, um diese anderen Projektbeteiligten bereitzustellen.

Teile reagieren selbständig auf Änderungen des Kontexts

Die benötigten Teile werden anhand der umliegenden Konstruktion automatisch mit den richtigen Kennwerten ausgewählt, platziert und ausgerichtet. Ferner bringen sie ihren Einsatzraum (Abzugskörper) mit, beinhalten technologische Features und reagieren selbständig auf Änderungen des Kontexts. »Ein solch effizientes Konstruktionsszenario ist wirklich einzigartig«, schwärmt Daniel Nick, der in Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern von Dassault Systèmes diverse Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Optimierung ihrer PLM-Prozesse berät. »Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden Kosten sparen, ihre Entwicklungszeiten verkürzen und die Qualität ihrer Produkte steigern. Außerdem sollen die Konstrukteure ihre tägliche Arbeit genießen, denn der Konstrukteur muss keine Werte mehr aus Tabellen wie Normblättern und Klassifikationen außerhalb von CATIA suchen, sondern wird von iMechX in der Auswahl geführt. «

Nach Aussagen von Daniel Nick ist diese Lösung für viele CATIA-Kunden einerseits von der Funktionalität her perfekt und einzigartig, denn die Bibliotheksteile sind native, parametrische CATIAParts/Products, die über die CATIA-Knowledgeware und iMechX die notwendige »Intelligenz« erhalten. Andererseits ist für Daniel Nick das SuSi-Preismodell ideal für CATIA-Ergänzungsanwendungen. Speziell wenn es sich um komplexere erklärungsbedürftige Applikationen handelt, sieht er darin ein zukunftsweisendes Konzept. -fr-

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